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28.01.2012

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Hilfe in allen Lebenslagen

Die Rathenower Verbraucherberatungsstelle feierte ihren 20. Geburtstag

RATHENOW - Lamadecken haben eine traurige Berühmtheit erlangt. Weil sie Rentnern nach der Wende auf Kaffeefahrten zu überteuerten Preisen angedreht wurden, stehen sie heute als Sinnbild für windige Verkaufsgeschäfte aller Art.

Dabei ist die Zeit der Lamadecken längst passé. Kaffeefahrten gibt es allerdings immer noch. Und immer noch fallen Leute auf die unseriösen Angebote herein. Später sitzen sie dann im Büro der Rathenower Verbraucherberatungsstelle und hoffen auf Rat.

Den bekommen sie. Sabine Weiß-Gränzer, seit 2003 als Beraterin in Rathenow tätig, ist gut gerüstet für solche und ähnliche Fälle. Was nicht heißt, dass sie jeden verlorenen Euro wieder zurückzuholen vermag. Aber immerhin weiß sie, wie man Widerspruch einlegt oder eine Klage einreicht. Auch kann sie ziemlich schnell einschätzen, welche Erfolgsaussichten ein gerichtliches Vorgehen hat.

Verbraucherberatung ist aber längst mehr als die Beschäftigung mit Kaffeefahrten. Die Palette reicht von der Beratung zu Kauf- und Reiserecht über die Energie- bis zur Ernährungsberatung.

Was die Häufigkeit der Anfragen angeht, liegt der Bereich Telekommunikation ganz weit vorne. Viele Menschen, die unüberlegte Handy- oder Internetverträge abgeschlossen haben, wollen von den Verbraucherberatern wissen, ob sie ihre Entscheidung rückgängig machen können. Kunden, die einen Spontankauf bereuen, werden über Rückgaberechte aufgeklärt. Und wer den Eindruck hat, vom Handwerker übers Ohr gehauen worden zu sein, erhält konstruktiven Rat.

Doch man kann die Beratungsstelle auch aufsuchen, wenn das Kind noch nicht in den Brunnen gefallen ist. Wer sich zum Beispiel mit dem Gedanken trägt, den Stromanbieter zu wechseln, dem wird bei der Entscheidungsfindung geholfen. Für Fragen zu Nahrungsmitteln und gesundem Essen ist mit Katrin Hofschläger eine ausgebildete Ernährungsberaterin zuständig.

Beim Festakt im Rathaus erinnerte Bürgermeister Ronald Seeger gestern daran, dass die Verbraucherberatungsstelle in den zurückliegenden 20 Jahren mehrfach habe umziehen müssen. Vom ersten Büro im Ebertring ging es 1995 in den Blechcontainer an der Fehrbelliner Straße, der bis 2004 Anlaufstelle für die Ratsuchenden war. Dann erfolgte der Umzug ins Märkische Haus der Volkssolidarität, seit 2009 befinden sich die Büros im Erdgeschoss des Rathauses. Seeger lobte gestern die gute Zusammenarbeit zwischen den Verbraucherberatern und Mitarbeitern der Stadtverwaltung. Und er bezeichnete die derzeitige Lösung im Rathaus als ideal. Denn die Beratungsstelle befinde sich gleich neben dem Bürgerservicebüro, was die Wege für ratsuchende Kunden angenehm kurz mache. Auch Andreas Ernst, Wirtschaftsdezernent des Kreises, lobte die Arbeit der Rathenower Verbaucherschützer. Diese trügen maßgeblich dazu bei, dass in der Region professionelle und bezahlbare Hilfe in Anspruch genommen werden könne.

Zum Schluss fasste Bürgermeister Ronald Seeger die Notwendigkeit der Verbraucherberatung in treffende Worte: „Jeder Euro, der nicht in zwielichtigen Kanälen verschwindet, kommt der Wírtschaft zugute.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. (Von Markus Kniebeler)


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