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28.01.2012

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Schwimmen gehen soll teurer werden

Abgeordnete beschließen neue Preise

SCHÖNEFELD - Auf den Stühlen des großen Saals im Schönefelder Rathaus hatten zur jüngsten Gemeindevertretersitzung Gäste Platz genommen, die es gemeinhin kaum zu trockenen Diskussionsabenden zieht. Dominik Jacoby und zwei andere Jugendliche aus Großziethen hörten nicht nur aufmerksam zu, sondern wagten sich sogar ans Mikrofon.

„Wir wünschen uns einen Skater-Park in unserem Ortsteil“, sagten sie und verwiesen darauf, dass sie von Parkplätzen vor Kaufhallen vertrieben worden seien, einmal sogar von der Polizei. „Wir brauchen eine Fläche, auf die Rampen passen – für den Adrenalinschub", erläuterte der Wortführer des sportlichen Trios. Gemeinderatschef Olaf Damm und der Vorsitzende des Sozialausschusses, Manfred Mikoleit, versicherten, sich des Anliegens anzunehmen. Doch so leicht ließen sich die jungen Leute nicht abspeisen. „Wie lange wird das dauern“, erkundigten sie sich und baten: „Schieben Sie es nicht auf die lange Bank.“

Am Ende der Sitzung wurde eine Erhöhung der Eintrittspreise für das Schwimmbad „Schönefelder Welle“ angekündigt. Im Zuge des jüngst eingeschlagenen Sparkurses (MAZ berichtete) sollen die Zuschüsse aus dem Gemeindehaushalt reduziert werden. Während eine Tageskarte für Erwachsene heute noch für vier Euro zu haben ist, könnte diese Summe bald nur noch für einen zweistündigen Aufenthalt reichen. „Mit den günstigen Anfangstarifen sind die Kosten für Wasser, Strom und Gas nicht annähernd zu decken“, bemerkte der neue Schwimmhallen-Leiter Rainer Gütschow.

Entschieden ist noch nichts. Auf der Finanzklausur an diesem Wochenende soll darüber beraten werden. Zuvor hatte ein Besucher auf Risse in den Decken, klemmende Türen und fehlende Griffe hingewiesen, die Behinderten den Besuch in dem erst Ende 2010 eröffneten Bad erschwerten.

Einigen Ärger luden Kiekebuscher ab, über deren Häuser die inzwischen offiziell bestätigte südliche Startroute des neuen Flughafens verläuft. Einige mahnten den Bau eines Radweges an, andere verlangten, ohne finanzielle Verluste einen anderen Wohnort beziehen zu können. „Den von mir gewünschten Härtefall-Fonds für Umsiedlungen will das Land nicht einrichten“, teilte Bürgermeister Udo Haase mit.

Verärgert verließ Gernot Moegelin den Tagungsraum. Der Immobilienentwickler will zwischen Waltersdorf und dem Airport eine „Airtown“ mit Hochhäusern, Büros und Hotels bauen, doch gab ihm die Gemeindevertretung dafür noch kein grünes Licht. „Unser Projekt ist unter Mitwirkung namhafter Architekten wie Kleihues und dem Büro Gerkan, Marg und Partner entstanden. Alle sagen, es sei gut, doch es geht nicht voran“, hob er hervor und fragte: „Wie viele Jahre sollen wir noch warten? (“ kb)


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