BERLIN - Rentiert hat sich der Auftritt auf der Grünen Woche in Berlin, meint Enrico Dams. „Werbetechnisch“ ein Erfolg, so der Inhaber des landwirtschaftlichen Betriebs „Der Straußenhof“ in Großderschau (Havelland). Erst vor wenigen Monaten hat Dams den Betrieb übernommen, für dessen Produkte vom Strauß, wie Salami, Bockwurst oder Knacker, er das Messepublikum begeistern will. Und es klappt. „Die Grüne Woche ist sehr, sehr anstrengend, aber macht sehr, sehr viel Spaß“, sagt der Messeneuling zufrieden.
Für den Landesauftritt in der traditionellen Brandenburghalle 21a insgesamt zog Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) am Freitag ebenfalls ein positives Zwischenfazit der Messe, die noch bis Sonntag andauert. Umfragen unter den Besuchern hätten „ganz klar“ gezeigt, dass die Brandenburghalle zu den absoluten Publikumslieblingen zähle, so Vogelsänger.
Die Märker haben sich auch innerhalb der völlig neuen Präsentation der deutschen Bundesländer gut behauptet. Die einheimische Ernährungswirtschaft warb erstmals in sieben aufeinanderfolgenden Messehallen für ihre Produkte. Wegen des neuen Konzepts hatte Gerd Lehmann, Geschäftsführer des Marketingverbandes Pro Agro, „anfangs einige Befürchtungen gehabt“, wie er gesteht. Doch es habe keine Einbußen für die Brandenburghalle gegeben. Der Strom der Besucher, die sich für regionale Spezialitäten interessieren, habe sich an publikumsstarken Tagen besser verteilt. Das sei gut fürs Geschäft an den Messeständen, so Lehmann.
Der Pro-Agro-Chef hat mehrere Handelsketten – auch aus dem Biobereich – sowie Großhändler und Handelsunternehmen vom künftigen Großflughafen in die Brandenburghalle gelotst, um ihnen märkische Produkte schmackhaft zu machen. Nach der Messe werde man intensiv am Abschluss konkreter Geschäfte arbeiten.
Dams vom Straußenhof hat erste Kontakte zu Edeka geknüpft. Für ihn steht schon heute fest, dass er auch im nächsten Jahr wieder auf der Grünen Woche dabei sein wird. So haben sich insgesamt 80 Prozent der Brandenburger Aussteller entschieden, wie Minister Vogelsänger erklärte. Knapp 300 Aussteller sind in der Brandenburghalle vertreten. (Von Ute Sommer)
Reges Käuferinteresse:
Sehr gute Stimmung und reges Käuferinteresse – nach Einschätzung von Gerd Sonnleitner, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), sind die Landwirte zufrieden mit der Agrarmesse.
Der Trend zu regionalen Lebensmitteln hat sich nach Verbandseinschätzung bestätigt. Udo Folgart, Präsident des Landesbauernverbandes, resümierte am Freitag: „Brandenburg schmeckt wie immer und wie immer gut.“ so