Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

7ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Kultur
  4. » Kultur aus der MAZ
07.02.2012

Beitragsfunktionen:

Bewegungen in der Klemme

Politisch bis pompös: das Panorama-Programm

BERLIN - Nein, keine Angst, die Liste der Berlinale-Sektion „Panorama“ wird jetzt nicht in ihre Einzelteile aufgesplittet. Es folgt auch keine Debatte darüber, warum Unterkategorien wie „Panorama Dokumente“ und „Panorama Special“ nötig oder überflüssig sind.

Versucht man die mehr als 50 Filme in diesem Jahr stattdessen nach Themen zu ordnen, begegnet man zunächst mal einem Bündel von Geschichten, die mit dem Islam zu tun haben. Nur konsequent, dass einer dieser Filme die Sektion am Donnerstag eröffnet. Die österreichische Produktion „Kuma“ dreht sich um eine junge Frau aus einem türkischen Dorf. Als Zweitfrau eines deutlich älteren Mannes wird sie nach Wien geholt. Der Fokus des Films liegt auf dem Verhältnis zwischen der ersten und der neuen, jüngeren Ehefrau.

Der Arabische Frühling hat sich gleich mit vier Filmen in die Festivalreihe geschlichen. Die Doku „The Reluctant Revolutionary“ porträtiert einen Reiseveranstalter aus dem Jemen. Privates und Politisches vermischen sich. Mitten in der Revolution erwartet seine Frau ein Kind. Durch den Ausnahmezustand bleiben die Touristen aus, auf die die Familie dringend angewiesen ist. Dennoch tritt der Mann in Kontakt mit der Protestbewegung, da er für den Regisseur der Doku, den Briten Sean McAllister, als Übersetzer arbeitet.

Denkt man an Bewegungen, die zum Stillstand gezwungen werden, kommen einem wieder die arabischen Protestler, etwa in Syrien, in den Kopf. Die Spielfilme „Wilaya“ und „Sharqiya“ erzählen dagegen Geschichten von Nomadenvölkern, denen das untersagt wird, was sie doch ausmacht: der rastlose Wechsel der Wohnorte. In „Sharqiya“ geht es um israelische Beduinen, die in für sie gebaute Häuser ziehen sollen. „Wilaya“ macht deutlich, was es für ein Wandervolk bedeutet, wenn Staaten das Gebiet, durch das sie ziehen, neu aufteilen.

Der historische Blick bestimmt viele Filme, die sich um schwullesbische Themen kreisen. Ringo Rösener, der junge Regisseur der Doku „Unter Männern“, fragt, wie es gewesen wäre, in der DDR als Schwuler zu leben. Der eine berichtet von ungeahnten Freiheiten, der andere davon, dass er in die Therapie geschickt wurde. Heimliche Lusterfüllung, durch Mauer und Flucht zerrissene Beziehungen und der Kampf der Schwulen-Bewegung in der DDR – das sind Themen des Films.

Mit „Detlef“ bietet das Panorama-Programm auch ein BRD-Pendant zu der Doku. Der Film erzählt von Detlef Stoffel und seinem öffentlichen Kampf um Anerkennung. Der Organisator einer Bielefelder Gruppe von Schwulen in den 70ern lebt heute mit seiner pflegebedürftigen Mutter zusammen. Er öffnet sein persönliches Archiv. Zeitgenossen wie etwa Lilo Wanders berichten dazu von ihren Erinnerungen an die damalige Aufbruchsstimmung.

Und sonst? Einige opulente Hingucker haben sich in das Programm geschlichen, etwa das Kriegsdrama „Mai-wei“. Sehenswert ist die koreanische Megaproduktion nicht nur, weil in ihr mit Steffan Drotleff ein Schauspieler aus Brandenburg/Havel mitspielt. Wann hat man schon mal die Gelegenheit, aus der Sicht eines asiatischen Landes auf den Zweiten Weltkrieg zu blicken?

Ähnlich pompös, nur noch ein ganzes Stück skurriler, ist „Iron Sky“. Der Film erzählt von einer Nazi-Truppe, die 1945 mit einem Raumschiff Richtung Mond flieht. Eine irrwitzige Science-Fiction-Klamotte. (Von Maurice Wojach)

Unter www.berlinale.de gibt es Tickets und Informationen zu weiteren Terminen und den Spielstätten.


Ihre Meinung ist gefragt!

Sollten Hells Angels, Bandidos & Co. bundesweit verboten werden?

Abstimmung

Stimme abschicken
» Zum Ergebnis
» Alle Abstimmungen
Ein Service von
Angebote und Prospekte aus Potsdam von kaufDA