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07.02.2012

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„Brandenburg ist der Bringer“

Auf der Berlinale laufen 15 Filme, die das Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert hat / Neues Star-Gate-Studio für TV-Produktionen in Babelsberg

POTSDAM - Bei der am Donnerstag beginnenden Berlinale zeigt sich das Land Brandenburg wieder von seiner besten Seite. Im Festivalprogramm laufen 15 Filme, darunter drei im Wettbewerb, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg gefördert und teilweise auch hier gedreht wurden. „Brandenburg ist ein absoluter Bringer“, sagte Florian Körner, der Christian Petzolds Liebesdrama „Barbara“ mit Nina Hoss in der Hauptrolle produziert hat. 32 Tage hat das Filmteam im Brandenburger Stadtteil Kirchmöser gedreht. „Es war unglaublich! Nur eineinhalb Stunden von Berlin entfernt konnten wir ohne großen Aufwand die DDR im Jahre 1980 wiederauferstehen lassen.“ Man habe in einem ehemaligen Krankenhaus, in einer Wohnsiedlung aus den 30er Jahren sowie auf dem unter Denkmalschutz stehenden Marktplatz gedreht. „Die Stadtverwaltung und die Bevölkerung haben uns optimal unterstützt.“ 2,9 Millionen Euro betrug das Budget für „Barbara“, 350.000 Euro steuerte das Medienboard bei. Und Filmförderung zahlt sich aus: „Kultur ist ein Wirtschaftsfaktor“, so Medienboard-Chefin Kirsten Niehuus. Jeder Förder-Euro bringe das Vier- bis Fünffache an Investitionen in die Mark. Die Branche in der Hauptstadtregion beschäftige rund 50.000 Menschen. Hier würden jährlich mehr als 300 Filme an insgesamt 2258 Tagen gedreht. Mit 28,9 Millionen Euro vergebenen Fördermitteln lag das Medienboard Berlin-Brandenburg 2011 auf dem zweiten Platz hinter Nordrhein-Westfalen (35,7 Millionen) und vor Bayern (28,2 Millionen).

Der Vorstandsvorsitzende der Studio Babelsberg AG, Carl Woebcken, sprach mit Blick auf 2011 von einem „Übergangsjahr“. Das traditionsreiche Filmstudio, das am 12. Februar seinen 100. Geburtstag feiert, sei zwar schuldenfrei, aber „nicht dividendenfähig“. Die vergangenen drei Jahre seien schwierig gewesen. Mindestens drei mittelgroße Produktionen pro Jahr brauche sein Unternehmen, um wirtschaftlich zu sein. Der Deutsche Filmförderfonds sei begrenzt und habe bei großen Projekten auch schon versagt, so dass diese an Kanada oder Australien verloren gegangen seien, kritisierte Woebcken. Er warb dafür, künftig deutsch-internationale Koproduktionen vom Land Brandenburg aus zu unterstützen. Für dieses Jahr hofft Woebcken auf zwei große Produktionen, über die allerdings noch verhandelt würde. Ausdrücklich begrüßte er die Ansiedlung des 1.000 Quadratmeter großen Star-Gate-Studios aus Los Angeles in Potsdam. Mit seiner 360 Grad großen „Green Screen“, auf die aus einer riesigen Datenbank Landschaften projiziert werden können, sei Star Gate ein Trendsetter und vor allem wichtig für den Fernsehbereich, hieß es. „Wir können uns dem Fortschritt nicht verschließen, sondern wollen vorn dabei sein“, so der Studio-Chef. Für die große Leinwand ist diese Technologie allerdings noch nicht reif. (Von Claudia Palma)




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