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23.02.2012

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Kein Zweitflughafen in Sperenberg

CDU scheitert mit Forderung nach „Ergänzungsstandort“ / BAF weist Kritik wegen Flugzahlen zurück

POTSDAM - Auf dem ehemaligen Militärflugplatz Sperenberg (Teltow-Fläming) sollen sich Windräder drehen, aber keine Flugzeugturbinen: Verkehrsminister Jörg Vogelsänger (SPD) verteidigte gestern im Potsdamer Landtag den Plan für einen Energiepark und wies die Forderung der CDU zurück, Sperenberg als Standort für einen „Ergänzungsflughafen“ offenzuhalten. Hier sah sich der Minister einig mit SPD, Linken, FDP und Grünen. Der CDU-Vorstoß für ein Entwicklungskonzept angesichts steigender Flugbewegungen wurde mit großer Mehrheit abgelehnt.

„Wir können es uns gar nicht leisten, diesen Standort liegen zu lassen“, sagte Vogelsänger. „Es ist ein potenzieller Standort für Wind- und Solarenergie, und dafür wird er auch genutzt.“ Die CDU müsse sich „schon wundern, wie isoliert sie ist bei den wichtigen Themen, die das Land betrifft“, sagte er.

Die CDU-Fraktionsvorsitzende Saskia Ludwig hatte gefordert, potenzielle Ergänzungsstandorte wie Sperenberg offenzuhalten. Schließlich habe die SPD per Parteitagsbeschluss den Bau einer dritten Bahn in Schönefeld (Dahme-Spreewald) ausgeschlossen. „Wir brauchen ein wirkliches Großprojekt mit Entwicklungsmöglichkeiten für das Land“, sagte Ludwig.

Diese Forderung veranlasste den FDP-Verkehrsexperten, Gregor Beyer, zu mildem Spott: „Hochintelligente Wirtschaftspolitik ist das auf keinen Fall“, sagte er. Gleichwohl sei die Intention, über die Entwicklung des Luftverkehrs rechtzeitig nachzudenken, gut. Der Antrag schieße aber über das Ziel hinaus.

Ähnlich kommentierte Axel Vogel, Fraktionschef der Grünen, das Ansinnen. „Wir brauchen keine Scheindebatte über einen Ergänzungsflughafen, weil wir überhaupt kein Geld dafür haben“, sagte er. Irritiert zeigte er sich darüber, dass sich Ludwig zur Begründung ihres Antrages auch auf die Forderung des Umweltbundesamtes für ein striktes Nachtflugverbot bezogen hatte. Die Union lehnt ein solches Verbot bislang als unwirtschaftlich ab. Mehrere Redner erinnerten daran, dass es seinerzeit die CDU gewesen sei, die den Standort Schönefeld gefordert habe.

Unterdessen hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) den Vorwurf zurückgewiesen, es habe bei der Routenabwägung mit falschen Flugzahlen gearbeitet. Das BAF habe „die gesamte zugelassene Verkehrskapazität des Flughafens im An- und Abflug zugrunde gelegt“, hieß es gestern. Ende voriger Woche war bekannt geworden, dass bereits zur Eröffnung des neuen Flughafens im Sommer deutlich mehr Maschinen starten und landen könnten als prognostiziert. Der Flughafen hatte die neuen Zahlen für den Sommerflugplan im November an das BAF übermittelt. Sie waren jedoch nicht in die Abwägung eingeflossen.

Dies sei auch nicht nötig, teilte das BAF nun mit. Mit mehr Flugbewegungen ändere sich zwar die Gesamtbelastung, aber nicht die Rangfolge zwischen den Routenalternativen. Die Entscheidung des BAF wäre auch bei einem stärkeren Wachstum so ausgefallen, wie es im Januar festgelegt wurde, erklärte BAF-Chef Nikolaus Herrmann. (Von Torsten Gellner)


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