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10.04.2012

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Zum Tage von Klaus Stark

Ein Patentrezept ist nicht in Sicht

Die hektische Betriebsamkeit, die viele Politiker derzeit angesichts der hohen Spritpreise entfalten, verrät vor allem eines – ihre eigene Hilflosigkeit. Denn die meisten Vorschläge helfen nicht wirklich weiter. Das Kartellamt kann nur einschreiten, wenn es verbotene Preisabsprachen entdeckt. Eine Erhöhung der Pendlerpauschale würde nur dazu führen, dass sich der Staat die fehlenden Steuereinnahmen eben an anderer Stelle besorgt. Und was bringt es, die Preise genau zu beobachten, wenn sie überall zulegen? Gegen hohe Spritpreise gibt es leider kein Patentrezept. Kurzfristig hilft es vielleicht, auf die eine oder andere Autofahrt zu verzichten. Langfristig sind wesentlich sparsamere Motoren, andere Treibstoffe und ein massiver Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel gefragt. Die Leipziger Verkehrsbetriebe beispielsweise haben über Ostern allen Autofahrern angeboten, gegen Vorlage ihrer Kfz-Zulassung Busse und Bahnen samt Ehegatten und Kindern kostenlos zu benutzen. Das ist natürlich keine Lösung – aber schon mal eine gute Idee.


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 12 Einträge

» AlleNaseLang | 10.04.2012, 16:02

Endlich


Endlich mal wahre Worte zu diesem Thema. Die Abhängigkeit von dem Öl hat uns eingeholt und es wird Zeit, dass wir Alternativen entwickeln. Das der Ölpreis sich so entwickelt, war doch absehbar und auch allen bewusst (siehe Prognosen der Weltenergie-Agentur).

» Alltagsradler | 10.04.2012, 19:36

Dank für die wahren Worte zum Thema


Wenn man dann die konstruktiven Worte des Autors und den Kommentar von „AlleNaseLang“
konsequent in reale Politik übersetzt, so ergibt sich folgendes Bild.
Um praktikabel als Fußgänger und Fahrradfahrer die Haltestellen des ÖPNV und Bahnhöfe sowie beispielsweise Nahziele innerorts direkt erreichen zu können, müssen eben endlich die Hemmnisse beseitigt und bessere Voraussetzungen beschaffen werden:


Als schnell umsetzbare Sofortmaßnahme bedeutet dies, dass die Unterdrückung des Fußgänger- und Radverkehrs durch verwerfliches Verbannen auch der zügiger fahrenden Fahrradfahrer auf hierfür nicht geeignete Bürgersteige, mittels regelwidriger Radwegbenutzungpflicht innerorts, abgeschafft werden muss. Nach Aufrufen folgender Internetadresse können von Beispielen in Teltow einzelne Fotos angeklickt werden mit erläutendem Text darunter:

http://www.panoramio.com/user/2716167/tags/Radwege_fahrbahnbegleitend

Was dagegen gebraucht wird sind nicht-fahrbahnbegleitende Fuß- und Radwege bei denen es große Versäumnisse beim Herrichten und dem Neubau gibt, beispielsweise:

http://www.panoramio.com/user/2716167/tags/Radwege_nicht_fahrbahnbegleitend

» AlleNaseLang | 11.04.2012, 15:04

Sturkturen


Mit dem Auto sind auch Strukturen entstanden, welche eigentlich völlig idiotisch sind: Einkaufzentren irgendwo auf dem Land, Pendlerproblematik, Platzprobleme, usw. Hier muss die Politik ansetzen, damit das Auto erst gar nicht mehr benötig wird. Auch das Elektorauto wird dieses Problem nicht lösen. Denn der Wille zu regenerativen Energien ist zwar da, ihr Potential für das Elektroauto wird aber völlig überschätzt. Die Autolobby will und kann das aber nicht akzeptieren. Was jeder aber endlich einsehen sollte, ist, dass die Zeit des billigen Öls vorüber ist. Und daran sind nicht Aral, BP oder Shell schuld. Das Angebot nimmt nämlich ab und die Nachfrage in Entwicklungs- und Schwellenländern nimmt rasant zu.

Hier auch noch ein interessanter Artikel von zeit.de:

http://www.zeit.de/2012/15/Benzinpreise/komplettansicht

» Alltagsradler | 11.04.2012, 19:31

Goldrichtig „AlleNaseLang“


„Einkaufzentren irgendwo auf dem Land, Pendlerproblematik …“

damit legen Sie den Finger auf die Wunde! Schade, dass dieses Land in den entscheidenden Jahren nach 1990 nicht einen Infrastrukturminister mit diesem Erkenntnisstand hatte, sondern diesen Schaumschläger Platzeck, unter dem diese aberwitzige Zersiedlung eskalierte.

„Auch das Elektroauto wird dieses Problem nicht lösen. … "

wie wahr: Es ist letztendlich egal, welchen Antrieb die PKW haben die im fließenden und stehenden Verkehr die Zerstörung der Lebensqualität / der lebenswerten Infrastruktur in den Innenstädten hervorrufen.
Es ist letztendlich egal, ob für die Unfalltoten und -verletzten dann Elektroautos oder Autos mit Verbrennungsmotor (egal mit welchem Brennstoff) verantwortlich sind.

» Herbert | 12.04.2012, 00:56

Endlich aufwachen!


Offensichtlich träumen unsere Häuptlinge in ihrem Büroschlaf immer noch von autogerechten Verkehrsstrukturen. Auch in unserer TKS-Region. Na schön, die im Bau befindliche L40n muss notgedrungen fertiggestellt werden. Aber immer spuken L77n und Biomalzspange in deren Köpfen herum. Ein Wirtschaftsfunktionär phantasierte unlängst vom Ausbau der Autobahn in Richtung Frankfurt/O.

Ein Musterbeispiel für einen nicht-fahrbahnbegleitende Fuß- und Radweg hätte der Heiztrassenkontrollweg an der östlichen Stahnsdorfer Gemarkungsgrenze werden können. Doch der wurde vor einigen Jahren an die Anwohner der Teltower Iserstraße verhökert. Das Wäldchen zwischen W.-Külz-Str. und Schillerstr. wurde verhackstückt und bebaut. Eine Verbindung vom Schwarzen Weg über den Striewitzweg bis zum Bahnschacht ist damit endgültig erledigt.

Sowohl die Erneuerung der Friedhofsbahn, die S-Bahnverlängerung von Teltow aus, Stammbahn und Regiotram hätte man längst ernsthaft diskutieren und zumindest teilweise umsetzen können. Nichts dergleichen...

» hasiberlin | 12.04.2012, 08:05

leider weiterer Abbau von ÖPNV


Leider sollen ja weitere Strecken beim Regionalverkehr stillgelegt werden. Ein totaler Irrweg.

Das Beispiel aus Leipzig zeigt, dass man auch mal mutig sein muss und auf Einnahmen ein paar Tage verzichten. Langfristig wird sich das auszahlen, wenn die Leute auf den Geschmack des ÖPNV gekommen sind. Allerdings ist mehr Sicherheitspersonal meiner Meinung nach notwendig, da ich abends und nachts nur sehr ungerne mit Bussen und Bahnen fahre, wenn "komische Gestalten" unterwegs sind.

Auch ist eine PKW-Maut für die Innenstadt sinnvoll, um weiter Verkehr aus der Stadt zu drängen.

Aber die Leute scheinen immer noch genug Geld zu haben und das Benzin scheint immer noch nicht teuer genug, es fahren ja trotzdem alle weiter mit dem Auto. Leider.

» AlleNaseLang | 12.04.2012, 11:57

Wo bleibt die Einsicht?


Da können wir nur hoffen, dass die Entscheider aber auch unsere Bevölkerung auch bald zu diesen Einsichten kommen. Da diskutieren wir auch über die globale Erwärmung und dass die Bevölkerung immer dicker wird. Dabei könnte ein Teil der Lösung hierfür auch einfach sein: weniger Auto fahren. Ich persönlich habe meine Lösungen gefunden: Rad fahren, Öffentlicher Verkehr und Mitfahrgelegenheiten. Ich hab mir vor einem Monat den neuen Investitionsrahmenplan für die Verkehrsinfrastruktur des Bundes angeschaut, 72 Mio € fließen in die Radverkehrsinfrastruktur, 25Mrd. € in die Bundesfernstraßen. Da frag ich mich auch, wozu, wenn sich bald keiner mehr das Autofahren leisten kann!? Ähnlich mit den Fördergeldern für die Elektromobilität: Wenn wir die Antriebe 1:1 tauschen würden in Deutschland, denkt doch nicht wirklich jemand das der aktuelle Strompreis dann noch Bestand hat!? Wo bleibt die Einsicht? Oder bin ich Pessimist?

» slashman | 12.04.2012, 14:16

Hallo, Ihr Metropolisten,


wer seinen Arbeitsplatz mit ÖPNV erreichen kann, kann sehr gut die Nutzung von ÖPNV oder auch des Fahrrades fordern. Aber bitte betrachtet mal das Land oder die Landkreise als Ganzes. Der große Teil des Landes ist nicht Mittelzentrum oder mehr, sondern einfach von der Welt abgekoppelt. Es gibt Gegenden, die nach den EU-Richtlinien bereits als entvölkert gelten. Da lohnt sich kein öffentlicher Verkehr mehr. Da gibt es als einzige Alternative das Auto. Eure Ansätze in allen Ehren, die Gedanken sind vollkommen richtig, aber lebensfremd, da leider immer nur begrenzt auf die heile Welt der infrastrukturell erschlossenen Innenstadt.

» AlleNaseLang | 12.04.2012, 14:53

@slashman


Die Frage ist doch, wie konnte es überhaupt dazu kommen, dass diese Gegenden kaum noch erschlossen sind. Und eine Antwort ist nun mal das Auto und die damit verbundene Mobilität. Somit ist es auch wichtig diese Gegenden wieder intelligent zu erschließen, zum einem mit ÖV, zum anderen mit Handel und Arbeitsplätzen.

Mit Sicherheit muss man hier klar differenzieren zwischen den Nutzern des Autos im urbanen und im ländlichen Raum. Aber auch die differenzierte Betrachtung wird nicht dazu führen, dass die Tankstellenpreise wieder sinken. Ich bin auch kein Autofeind, denn der Einsatz lässt sich nicht immer vermeiden. Allerdings ist das Auto meiner Meinung nach ein Auslaufmodell. Und die teils abstrusen Gedankengänge einiger Politiker wie Straßen = Wirtschaftswachstum sind einfach nicht mehr zeitgemäß.

» Herbert | 14.04.2012, 00:39

Eichtig rechnen!


@ AlleNaseLang:
Richtig!

@ slashman:
Da ist was dran - aber - gegen eine allmähliche Ölverknappung kann man noch so viele Sachzwänge anführen - es nützt nichts.

Bei der Berechnung der ÖPNV-Kosten fließen auch die nicht unerheblichen Personalaufwendungen mit ein, ohne allerdings zu berücksichtigen, dass auch der eingesparte Busfahrer oder Gleisbauarbeiter irgendwie alimentiert werden muss. Wenn man nur den nicht allzu hohen Differenzbetrag berücksichtigte, sähe die Rechnung schon erheblich anders aus.

Nicht nur die Kosten für das Bewegen von Menschen, sondern auch für den Transport von Gütern werden drastisch steigen. Künftig werden also Verbraucher und Produzenten näher zusammenrücken müssen. Die unnatürliche Trennung in Megastädte und fast menschenleere Agrarlandschaften wird sich auf die Dauer nicht aufrecht erhalten lassen.

» slashman | 18.04.2012, 07:57

Ist ja alles richtig,


Ihr habt alle schon den Finger auf dem wunden Punkt, nur die Konsequenz ist nicht immer ganz korrekt. Immer mehr Gebiete werden unattraktiv zum Geld verdienen - oder mit anderen Worten: dort ist mit ÖPNV kein Profit mehr zu machen. Prompt werden diese Gebiete abgekoppelt. Und das sind nicht nur die sog. berlinfernen Räume. Genau genommen fängt das schon vor dem Autobahnring an. Man darf nicht davon ausgehen, dass der ÖPNV als eine Art Daseinsvorsorge gesehen wird, nein, es ist und bleibt Wirtschaftsfaktor. Muss es in gewissem Maße sicher auch. Solange man aber innerhalb eines Mittelzentrums wie z. B. Werder - Beelitz kaum eine Chance hat, mit den öffentlichen flexibel (!) zur Arbeit und zurück zu kommen, muss man das Auto einfach akzeptieren und darf nicht alles alles erschweren, was damit zusammenhängt. Man trifft damit diejenigen, die weiter dort wohnen wollen, wo man Fahrradfahren noch als Sport ansieht. Und, lieber Alltagsradler, ich halte, als Alltagsautofahrer, die Radwege für einen erheblichen Gewinn an Sicherheit, vor allem für (Alltags-)Radler. Zu den Märkten auf der "grünen Wiese": schafft kostenlosen Parkraum in der Innenstadt, dann geht es auch den Händlern dort gut.

» AlleNaseLang | 18.04.2012, 18:11

Was kann denn schon getan werden?


Ich akzeptiere das Auto auch, aber überall wird wegen der Krafstoffpreise gejammert. Was soll die Bundesregierung denn dagegen tun? Die globale Nachfrage steigt und das Angebot an Öl wird "knapper". Dazu kommt das die Ölförderung auf hoher See sehr kostspielig ist und neue Ölfelder meist nur Öl mit schlechter Qualität (geringen Energiegehalt) liefern.

Steuern senken? Die Ökosteuer finanziert hauptsächlich unser Rentenversicherungssystem. Somit würden folgerichtig die RV-Beiträge steigen oder die Anzahl der Schlaglöcher zunehmen.

Pendlerpauschale erhöhen? Sie ist vermittelunabhängig und somit wird auch der ÖPNV-Nutzer begünstigt.

Die Liste der Vorschläge ist lang, aber meiner Meinung verlagert sie das Problem nur. Denn Öl ist eine fossile Energiequelle, die bekanntermaßen endlich ist.

Weiterhin kann der Autofahrer selbst auch seine Gesamtkosten beeinflussen, zum einen über eine angemessene Fahrweise, zum anderen über die Auslastung (z.B. Fahrgemeinschaften). Und bei einem Neukauf sollte er zukünftig auch auf den Verbrauch achten.

Ebenfalls muss man sich auch überlegen, ob die Stadt nicht mehr und mehr als Lebensraum angesehen werden sollte. Und Autos verursachen Abgase und Lärm. Für jede kleine Besorgung muss auch nicht gleich das Auto bewegt werden. Schon alleine aufgrund des kostenpflichtigen Parkplatzes nutzen viele Menschen lieber den ÖPNV oder das Fahrrad.

Dass der ländliche Raum immer unattraktiver zum Geld verdienen wird, hängt nun mal auch damit zusammen, dass wir diese kostengünstige Mobilität bis vor einigen Jahren noch hatten. Dadurch haben sich ja alle Unternehmen in Ballungsräumen angesiedelt. Ich bin gespannt, ob die Menschen in Zukunft näher an ihren Arbeitsplatz ziehen oder ob in diesen ländlichen Gebieten wieder mehr Arbeitsplätze entstehen.

Sie sollten sich von dem Gedanken verabschieden, dass das Autofahren wieder günstiger wird.

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