Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

13ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Lokales
  3. » Ostprignitz-Ruppin
  4. » Lokalnachrichten
03.05.2012

Beitragsfunktionen:

Attacke von rechts

Übergriff auf Jugendtreff nach Spontandemo von Neonazis in Neuruppin / Mittendrin wollte Polizeischutz

NEURUPPIN - Nach den Flaschen- und Steinewürfen am Sonntagnachmittag am Neuruppiner Jugendwohnprojekt Mittendrin ermittelt jetzt der Staatsschutz. Am Sonntag waren etwa 35 Parolen skandierende, Drohungen brüllende Neonazis vor dem Mittendrin erschienen und mit Flaschenwürfen vertrieben worden.

Die Polizei ging am Sonntag davon aus, dass nur die Mittendrinler Gegenstände gegen die rechtsextremen Randalierer vor dem Haus warfen. Sie erstattete Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs gegen sie. Doch es hat auch Steinewürfe von Neonazis gegen das Mittendrin gegeben, sagen Zeugen.

„Die Rechten kamen brüllend angerannt. Dann flogen Flaschen von ihrer Seite“, erzählt der Stadtverordnete der Linken, Ronny Kretschmer.

Der Neuruppiner Otto Wynen stand direkt vor dem Mittendrin, als die Neonazis anrückten. „Gleich neben mir warfen zwei oder drei Neonazis Flaschen auf das Mittendrin und zielten auf die geöffneten Fenster“. Die Polizei sei da zwar im Anmarsch gewesen, aber noch mehrere hundert Meter weg.

Das stützt die Version der Leute aus dem Mittendrin. Die räumten gegenüber der MAZ ein, Flaschen geworfen zu haben, allerdings erst, nachdem Neonazis von der August-Bebel-Straße aus gegen das Tor getreten und Steine geworfen hätten. „Wir hatten Konsens, dass wir nur werfen, wenn wir angegriffen werden“, sagt ein Mittendrinler. „Und wir haben bewusst daneben gezielt. Wir wollten nur abschrecken.“

Polizeisprecher Thoralf Reinhardt bestätigte gestern, dass Leute vom Mittendrin zweimal in der Wache angerufen und um Polizeischutz gebeten hätten. Warum nicht wenigstens ein Streifenwagen am Mittendrin Stellung bezog, konnte er nicht sagen. Es seien aber nicht genug Polizeikräfte in Neuruppin gewesen, „um alle neuralgischen Standorte zu sichern.“ Etwa 500 Polizisten waren wegen der geplanten Nazi-Demonstration in Wittstock. Ein Kontingent Bereitschaftspolizei wurde umgehend nach Neuruppin geschickt, brauchte aber mit den Mannschaftswagen auf der Straße länger als die Neonazis, die Zug fuhren. Zudem sei zunächst auch unklar gewesen, wo die Neonazis aussteigen, so Reinhardt.

Den ersten Hilferuf des Mittendrins gab es bereits, als bekannt wurde, dass 70 Rechtsextremisten in den Zug nach Neuruppin steigen würden. Zuvor waren etwa 200 Neonazis in Wittstock von Gegendemonstranten durch Sitzblockaden gestoppt worden.

Ein eilends angeforderter Trupp Bereitschaftspolizisten fing die Neonazis, darunter der Neuruppiner NPD-Ortsvorsitzende Dave Trick und der Oranienburger NPD-Stadtverordnete Reimar Leibner, am Bahnhof Rheinsberger Tor ab. NPD-Chef Trick meldete eine Spontankundgebung an. Die Polizei genehmigte diese auf dem Parkplatz, nicht aber einen Umzug durch die Stadt. Die Rechten wurden regelrecht umstellt. Nach etwa 20 Minuten taten die Neonazis, als würden sie sich wieder zum Bahngleis zurückziehen. Doch plötzlich änderten etwa 35 die Richtung und rannten über die Wallanlagen davon. In der August-Bebel-Straße/Ecke Robert-Koch-Straße formierten sie sich erneut zum Zug und marschierten auf das Mittendrin zu. Die Polizisten folgten ihnen vier bis fünf Minuten später und kamen am Ort der Krawalle erst an, als die Neonazis schon weitergezogen waren. (Von Kathrin Gottwald)


Ihre Meinung ist gefragt!

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv





Helden im Strampler - Babygalerien