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03.05.2012

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Zu spät geschaltet

Die Polizei hat eine reale Bedrohung unterschätzt, meint Kathrin Gottwald

Die Eskalation der Gewalt zwischen Rechtsextremisten und Mitgliedern des Neuruppiner Jugendwohnprojektes Mittendrin hätte verhindert werden können. Denn es war kein überraschender Angriff und erst recht keine Nacht-und-Nebel-Aktion.

Zugegeben, die Polizei hatte am Sonntag einen schweren Job. Nach dem gescheiterten Aufmarsch in Wittstock verteilten sich die Rechtsextremen. Einige blieben in Wittstock, andere fuhren nach Pritzwalk, Wittenberge, Neuruppin. Und sie waren mit dem Zug schneller als die Polizei.

Ein Kontingent Bereitschaftspolizisten hatte zwar die Neonazis am Rheinsberger Tor in Empfang genommen und dort umringt. Doch als von dort eine Horde wildgewordener rechter Randalierer davonstürmte, lief kein Polizist hinterher. Offenbar war den Einsatzkräften vor Ort nicht klar, dass sich nur ein paar hundert Meter entfernt das Neuruppiner Hauptangriffsziel von Rechtsextremen befindet. Eine krasse Fehlentscheidung, die Verfolgung erst Minuten später aufzunehmen.

Möglicherweise hätte es aber auch schon geholfen, einen oder zwei Polizeiautos vor dem Mittendrin zu stationieren. Dass der Jugendtreff keinen Polizeischutz bekam, obwohl er zweimal darum bat und die Bedrohung real war, ist unbegreiflich.


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