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08.05.2012

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Ein Flugtag gegen die Spinner reicht

Agrarflieger sprühten zwischen Großbeeren und Luckenwalde gegen die Raupen des Forstschädlings

AHRENSDORF - Ein Vater und sein kleines Töchterlein sehen gestern früh in Ahrensdorf vor der Haustür zwei Hubschrauber auf dem alten Sportplatz stehen. Feuerwehrleute und Männer in Leuchtwesten telefonieren, rollen Wasserschläuche aus, überall beraten Zivilisten. Es geht um den ersten Sprüheinsatz in der Region gegen den Forstschädling Eichenprozessionsspinner. Der ist inzwischen so verbreitet, dass seine Raupen Menschen massiv zu schaffen machen. Die hochallergenen Flimmerhärchen hatten in zurückliegenden Jahren etliche Leute krank gemacht. Voriges Jahr etwa war die Feuerwehr von Thyrow außer Gefecht. Der Vater sagt, seiner Familie hätten die Raupen noch nicht geschadet, von dem Rummel um den umstrittenen Einsatz aus der Luft „hab’ ich nichts mitbekommen“.

Seit Wochen hatte Bernd Inselmann den „Luftangriff“ mit dem Sprühmittel Dipel ES vorbereitet; der Fachmann vom Kommunalservice der Stadt Ludwigsfelde koordinierte gestern die drei Agrarflieger der einzigen Brandenburger Spezialfirma DHD Heli Service sowie Feuerwehrleute, Polizisten und Männer vom Landesbetrieb Straßenwesen, um Straßen an besprühten Bäumen kurzfristig sperren zu lassen. Die betroffenen Bäume standen an einer Straße in Großbeeren, in den Stadtgebieten Ludwigsfelde und Trebbin sowie ihren Ortsteilen. Auch Bäume an Landesstraßen im Süden der Kreisstadt wurden besprüht.

Agrarflieger Reiner Flath geht seit 30 Jahren in die Luft. Er sagte: „Das Schwierigste ist, die Einzelbäume zu finden.“ Das Hellgrün des Eichenlaubs erkennt er mit bloßem Auge. Für den Rest verlässt er sich aufs Navi; und das wird mit Karten und GPS-Koordinaten „gefüttert“, die Bernd Inselmann erstellte. Der gestrige Einsatz war mit 70 000 Euro Kosten veranschlagt. Die teilen sich die beiden Städte, der Landesbetrieb, der Kreis und die Berliner Stadtgüter nach der Anzahl besprühter Bäume. In Ludwigsfelde rechnet man mit der Hälfte der Summe, die Stadt ließ rund 8000 Eichen vom Hubschrauber aus besprühen. „Beim Besprühen vom Boden aus müssten wir mit 30 Euro pro Baum rechnen“, sagt Bernd Inselmann. Er war gestern nicht nur froh, dass die gesamten Flächen an einem Tag geschafft wurden. Er war auch froh, dass er für seinen Job nicht fliegen muss, „ich bin nämlich nicht ganz schwindelfrei“, gesteht er. (Von Jutta Abromeit)


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