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08.05.2012

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Trotz Krise: Strom von A 10

Investorensuche für Photovoltaik-Projekt bei Michendorf soll im Sommer beginnen

MICHENDORF - Der Krise in der Solarbranche zum Trotz arbeiten Bund, Land, Kommunen und Lärmschutzinitiativen weiter an der Umsetzung des geplanten Photovoltaik-Projektes an der A 10 bei Michendorf. Derzeit läuft noch eine Analyse der Wirtschaftlichkeit, die das Vorhaben unter den geänderten Prämissen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) unter die Lupe nimmt. „Die Untersuchung steht kurz vor dem Abschluss und wird mit dem Bundesverkehrsministerium abgestimmt“, sagte Petra Dribbisch, Sprecherin im Brandenburger Infrastrukturministerium. „Wir gehen davon aus, dass im Sommer die Ausschreibung für das Projekt erfolgt“, fügte sie hinzu. Mit der europaweiten Ausschreibung sollen Investoren für das in dieser Größenordnung bundesweit einmalige Pilot-Vorhaben gefunden werden.

Wie berichtet, ist an der A 10 bei Michendorf, die auf acht Streifen erweitert wird, die Kombination von Lärmschutz und Solarenergie-Gewinnung geplant. Die anvisierten Schutzwände sollen mit Hilfe von Solarmodulen auf zehn Meter aufgestockt werden und so für zusätzlichen, über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehenden Lärmschutz sorgen. „Die Herausforderung wird sein, Unternehmen zu finden, die beides können: Photovoltaikanlagen und Lärmschutzwände bauen“, sagte Andree Halpap, Sprecher der Michendorfer Bürgerinitiative „Lärmschutz Jetzt“. Hier müssten Firmen zusammenarbeiten, die es vorher nicht getan haben. Denkbar sei deshalb ein Firmenkonsortium, das in einer Öffentlich-Privaten-Partnerschaft die solaren Lärmschutzwände baut und betreibt. Bei einer ersten Marktsondierung im vergangenen Jahr hatten 34 potenzielle Investoren ihr Interesse bekundet.

Die Vergütungs-Kürzungen für Solarstrom im EEG (MAZ berichtete) haben inzwischen eine Umsetzung des Projektes erschwert. „Wir gehen aber davon aus, dass es auch unter den neuen Rahmenbedingungen realisierbar ist“, sagte Halpap. Eine erfolgreiche Verwirklichung des Michendorfer Modellvorhabens soll auch dazu beitragen, bundesweit Nachahmer zu finden. Dem Vernehmen nach gibt es deshalb Überlegungen, im EEG Verbesserungen für solche Projekte zu erreichen. Die Rede ist von gesonderten Regelungen für die Kombination aus Solar-Energiegewinnung und Lärmschutz, um für Unternehmen, die dieses „Neuland“ betreten, mehr Planungssicherheit zu ermöglichen. Konkrete Gespräche dazu sollen zwischen Bundesländern laufen. Sie müssen im Bundesrat noch über das EEG abstimmen. Das Land Brandenburg soll signalisiert haben, diese Grundidee mit in die Verhandlungen aufzunehmen. Möglich wäre etwa ein Bonus für solaren Lärmschutz, um die Ertragslage für Firmen zu verbessern, die beides kombinieren. Ein Vorschlag, der von der Initiative „Lärmschutz Jetzt“ stammt. (Von Jens Steglich)


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