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22.05.2012

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Entstehungszeit um 1400

Neue Erkenntnis zum Axthelm-Haus/ Kulturcafé und Kunstquartier im Entstehen

PERLEBERG - Das Spitzgiebelhaus hinter dem Perleberger Roland gehört zu den ältesten in Perleberg. Aber wie alt das Gebäude am Großen Markt ist, das viele Bürger noch als Bibliothek kennen, kann auch Dieter Hoffmann-Axthelm nicht genau sagen. Vor einigen Jahren hat er in dem Bauwerk die Walter-Hoffmann-Axthelm-Stiftung etabliert, die seinem Vater gewidmet ist. Als Stadtplaner fesselte ihn auch die Geschichte des Gebäudes. Auf einem Fachwerkbalken zur Marktgasse ist die Jahreszahl 1551 zu lesen. Schon aufgrund dieser Zeitangabe gehört das Haus zweifellos zu den ältesten in der Rolandstadt.

Dieter Hoffmann-Axthelm hat nun eine erstaunliche Entdeckung gemacht. Im Erdgeschoss legte er das Mauerwerk frei. Dabei entdeckte er, dass die Mauer zum Nachbarhaus Großer Markt 14 weitgehend aus Feldsteinen besteht. Er schlussfolgert, dass ursprünglich an dieser Stelle ein steinernes Kaufmannshaus stand. Die etwa einen Meter dicke Feldsteinmauer ist nur ein Rest davon. „In ganz Norddeutschland ist kein steinernes Kaufmannshaus erhalten geblieben“, erklärte Dieter Hoffmann-Axthelm. Auch die Kellergewölbe bestehen aus Feldsteinen und zwar in einer ausgesprochen sorgfältigen Ausführung. Dort mögen einst Wein, Bier oder flandrische Tuche gelagert haben, vermutet er. Der Forscher zieht den Schluss, das steinerne Ursprungsgebäude wurde um 1400 errichtet. Damit dürfte es eines der ältesten Bauzeugnisse dieser Art in ganz Norddeutschland sein.

Das Walter-Hoffmann-Axthelm-Haus soll mehr und mehr zu einer Stätte der Kultur werden, wie die Künstler Kerstin Süske, Katja Martin und Jost Löber kürzlich im Perleberger Kulturausschuss deutlich machten.

Am Wochenende wurde mit einem Arbeitseinsatz begonnen, im Erdgeschoss ein Café einzurichten. Dieter Hoffmann-Axthelm hatte das Café schon mehrfach angekündigt, jedoch keinen passenden Betreiber gefunden. Noch in diesem Jahr will die Künstlerinitiative „Relais“das Café eröffnen, 2013 soll es ein professioneller Betreiber übernehmen.

Die Initiatoren planen für das Obergeschoss ein Kunstquartier, wie Kerstin Süske sagte. Bildende und darstellende Kunst sowie visuelle Medien sollen dort eine Heimstatt finden. Regelmäßige Kurse und Workshops, Vorträge, Foren und Filmvorführungen sind beabsichtigt – auch eine Sommerakademie. Zum 1. Juni ist eine Kunstwerkstatt für Kinder geplant. (Von Michael Beeskow)


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