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26.05.2012

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Gas im Aufstrom

In Ketzin wird geprüft, ob gespeichertes CO2 wieder nutzbar gemacht werden kann

KETZIN/HAVEL - Das Geoforschungszentrum Potsdam will in Ketzin/Havel untersuchen, ob bereits gespeichertes Kohlendioxid (CO2) kontrolliert rückgefördert und industriell wieder nutzbar gemacht werden kann. Das sagte Michael Kühn, der Leiter des Zentrums für CO2-Speicherung, am Donnerstag. Nach jetzigem Stand soll der in der Erde bestehende Druck genutzt werden, das Gas wieder aufströmen zu lassen und die rückförderbare Gasmenge zu messen, erklärte er. Im Jahre 2016 solle dann die gesamte Forschungsanlage in Ketzin/Havel endgültig geschlossen werden, beschrieb Kühn den weiteren Verlauf. Im Jahre 2018 gebe es dann wieder eine „grüne Wiese.“

Genau 61 402 Tonnen des klimaschädigenden Gases Kohlendioxid sind bis jetzt bei Ketzin/Havel in den Untergrund in eine Tiefe zwischen 630 und 650 Meter gepresst worden. In den vergangenen Tagen wurde die Injektion gestoppt, aus Sicherheitsgründen.

In den nächsten Tagen beginnt das Geoforschungszentrum Potsdam für das EU-Forschungsprojekt CO2-Sink mit dem Bau einer dritten Beobachtungsbohrung, wenige Meter von der Injektionsstelle entfernt. Erst im September soll die Einspeisung fortgesetzt werden, dann voraussichtlich bis zum Mai 2013. Dann werde die Injektion endgültig eingestellt, informierte Kühn. Er rechnet damit, dass sich zu diesem Termin rund 70 000 Tonnen des ungiftigen Gases im Untergrund befinden. Das sind 30 000 Tonnen weniger als von der Bergbaubehörde genehmigt wurden.

Erstmals nannte er einen Zeitplan für die wissenschaftlichen Folgearbeiten. Nach Injektionsschluss sollen die Forschungsarbeiten für den sicheren Verschluss aller Bohrungen, den Rückbau und die Nachbeobachtung beginnen. Beabsichtigt ist auch, eine noch nicht bezifferte Menge Salzwasser in den unterirdischen CO2-Speicher zu pressen und dessen Verhalten zu beobachten. Gemessen werden soll, wie viel Gas dabei zurückbleibt und wie viel verschoben wird, teilte die Leiterin des Ketziner Standortes Sonja Martens mit.

Erneut betonte Forschungsleiter Michael Kühn, dass die CO2-Speicherung bei Ketzin „sicher und verlässlich“ verlaufe. Die vorherigen Computersimulationen würden mit den vor Ort gewonnenen Messergebnissen übereinstimmen. „Die Technologie der CO2-Speicherung funktioniert in Ketzin/Havel so gut, dass jetzt ein Demonstrationsprojekt für die industrielle unterirdische Speicherung gebraucht wird,“ so Kühns Meinung. Einen wissenschaftlichen Grund dafür, ein derartiges Demonstrationsprojekt abzulehnen, gebe es aus seiner Sicht nicht.

Am 14. Juni können Interessierte die Ketziner Speicheranlage für CO2 beim Tag der offenen Tür besichtigen. (Von Wolfgang Balzer)


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