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potsdamer2010 | 04.06.2012, 08:28
Mit Mathematik verstehen lernen...
Liebe Zeitgenossen auch ich bin für niedrigere Mieten und den Weltfrieden, aber habt ihr auch mal nachgerechnet?
Wenn die Erstellungskosten (Baukosten plus Nebenkosten) einer 100 m² Wohnung im besten Fall nur 100.000 Euro kostet, betragen die Finanzierungskosten bei 5% mit einem Annuitätendarlehen bereits 5000 Euro/Jahr. Vereinfacht dargestellt, betragen die Zinskosten also ca. 416 Euro/Monat die sich dann in der Kaltmiete widerspiegeln. Dazu kommen Rücklagen für zukünftige Instandsetzungen u.a.m.. Den Rest sollte jeder selbst nachrechnen können...
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Angler | 04.06.2012, 10:22
Nebelkerzen
Es geht vor allem um ehemals volkseigene Wohnungen, die also vorhanden sind und nur manchmal! mit etwas neuer Farbe, ganz selten mit komfortablerer Ausstattung, für Horrormieten, zudem durch "Kommunalbetriebe" (in völlig fremder Hand) verschenkt oder aber teuer vermietet werden.
Diese "Horror- Plattenbauten" kosten in Potsdam oft das Doppelte (letztlich unsaniert 6,50 Euro kalt Waldstadt 2 ProPotsdam) und mehr als in vergleichbaren anderen Städten. Lesen Sie denn keine Zeitung?
Rechnen Sie jetzt besser noch mal nach und erklären sie, weshalb ausgerechnet die Mieter, die sich eine Eigentumswohnung oder eine Villa nicht leisten können, mit ihrer (Horror-) Miete (oft Un-) Kultur, Sport und jede Dallerei für gutsituierte Neubürger und Inkompetenz der Stadtverwaltung finanzieren müssen?
Aktuell: Muss das Mercure wirklich abgerissen werden? Staudenhof? Braucht Potsdam keine kleinen, bezahlbaren Wohnungen? Konnte der Block Wasserwirtschaft nicht zu Appartements umgebaut werden? Mussten die Wohnungen "Haus des Reisens" vernichtet werden? usw. usf. Geht es nur noch um Profit für (oft zugewanderte) Heuschrecken?
Dass Wohnkomfort und größere Wohnfläche ihren Preis haben, ist ein völlig anderes Thema.
Aber die Potsdamer Masse wohnt ja immer noch in den oft verteufelten Neubaugebieten im Plattenbau in wesentlich kleineren Wohnungen. Und der Niedergang der ehemals funktionierenden Stadtteilzentren ist doch erst jetzt organisiert worden.
Und deshalb müssen die Stadtverordneten gezwungen werden, für ihre Bürger etwas mehr zu tun. Horrormieten in Potsdam sind jedenfalls nicht prinzipiell gottgegeben!
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Steffen | 04.06.2012, 10:40
AW:
"Profit für (oft zugewanderte) Heuschrecken"
Soso. Deutlicher kann man nicht zeigen, wes Geistes Kind man ist. Fremdenfeindlichkeit scheint nicht nur von Rechtsextremisten auszugehen.
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paulinchen | 04.06.2012, 12:19
Ist Beton in Potsdam teurer?
Ist der Beton in Hannover oder Rostock billiger? Nur das würde doch letzendlich erklären, warum in Potsdam langsam Mieten verlangt werden wie in München. Dass das nicht so ist, wissen auch alle, die meinen Quadratmeter-Warmmieten von über zehn Euro wären ein Naturgesetz.
Die Wahrheit ist doch wohl eher, dass das städtische Unternehmen Pro Potsdam die Preise mit nach oben treibt, das für sanierungsgebiete vor Jahren schon Mietobergrenzen beschlossen worden sind, diese aber nicht umgesetzt werden und dass, die Stadt Potsdam den kommunalen Wohnungsbestand an Semmelhack und Kirsch&Drechsler verscherbelt und damit ein Kontrollinstrumentarium privatisiert hat. Ich glaube, dass die Leute, die über das Zusammenleben in dieser Stadt entscheiden die Verbindung zur ganz normalen, oft ärmeren Bevölkerung verloren haben. Wenn sich im Stadtrat alle mal wieder über Hasso Plattners nächstes selbstgebautes Denkmal freuen, fragen sich am Schlaatz und in der Waldstadt die meisten leute, warum er nicht einfach mal mit 40 Millionen den genossenschaftlichen Wohnungsbau fördert. Damit würden sich die Reichen dieser Stadt Anerkennung verdienen, stattdessen werden städtebauliche Diskussionen damit beendet, dass einer zig Millionen auf den Tisch legt und sich eine Entscheidung kauft. Das war schon beim Stadtschloß so und beim Mercure ist es wieder passiert. Das ist nach meinem empfinden im höchsten Maße undemokratisch!!
Leute, die sich am Grundbedürfnis anderer, also dem Dach überm Kopf, eine goldene Nase verdienen, sollten sich schämen, nicht die, die sich als Putzhilfe oder normaler Geselle die Miete nicht mehr leisten können und deshalb wegziehen müssen.
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ramueller | 04.06.2012, 21:58
Angebot und Nachfrage
@Angler + Paulinchen
Gratulation!
Sie bringen das Thema mal wieder auf den Punkt. Und der heißt Marktwirtschaft.
Nach Ihren Pseudonymen zu urteilen, haben Sie diese Stadt nie verlassen und Ihre Nase auch noch nie in den Wind der echten Marktwirtschaft gehalten.
Denn sonst würden Sie anders agrumentieren.
Dann wüßten Sie, dass es in Deutschland eine soziale Marktwirtschaft gibt. Sozial auch im Mietrecht.
Übrigens, das deutsche Mietrecht ist das HeuschreckeUNfreundlichste auf diesem Planeten. Darum verbrennen sich ja auch die echten Heuschrecken, alà Annington, Gagfah & Co., regelmäßig ihre Finger an deutschen Wohnimmobilien. Die kalkulieren nicht wie wir...
Aber Ihnen dies zu erklären ist müßig.
Ihr Problem liegt nicht bei Rendite- respektive cash-flow Kalkulationen. Ihr Problem ist tief liegender. Es heißt Arbeit, Flexibilität und Eigenverantwortung.
Denn das sind Sie nicht gewohnt. Wenn in der PamS ein Demonstrant beklagt, dass Bürger wegen der zu hohen Mieten gezwungen sind, einen zweiten Job anzunehmen, ist dem nichts hinzu zufügen.
Vielmehr ist diesem Herren zu raten, sich einmal mit seinen Feunden, Verwandten und Bekannten zu unterhalten, die in Stuttgart, Köln oder München schaffen. Die würden ihm den Kopf schon zurecht rücken.
Sorry Leute Nulltarif war gestern.
Aber ich kann Sie beruhigen. Der Markt, der im Moment die Preise treibt, übetreibt. Das Ganze wird sich wieder abkühlen. In Brandenburg wachsen die Bäume, anders als in München, nämlich nicht in den Himmel. Diese Region ist aufgrund der überwiegenden Masse, die genauso wenig leistungsbereit ist wie Sie, nicht in der Lage, eine nachhaltige Basis für flächig anhaltende, hohe Mieten zu gewährleisten. Das ist arythmetisch, ökonomisch und sogar physikalisch nicht möglich. Die Preistreiberei kommt vom Investorenmarkt wegen der Euro-Situation...
Habe ich Sie jetzt verwirrt? Kann Ihr Staatsbürgerkunde-Weltbild dies nicht erfassen?
(Lesen Sie weiter im folgenden Text)
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ramueller | 04.06.2012, 22:18
Angebot und Nachfrage (II. Teil)
Also wie bereits gesagt; Potsdam ist eine Ausnahmesituation in Ostdeutschland und insbesondere in Brandenburg.
Jeder der Diffusion versteht, weiss was ich meine. Hier in Potsdam ist die Konzentration aktuell zu hoch und das Konzentartionsgefälle zum Umland viel zu stark. Dies wird, muss sich ausgleichen. Naturgesetze (und übrigens auch Bundesgesetze) wirken auch hier.
Meines Erachtens werden wir uns in Potsdam bei einem Mietdurchschnitt von ca. 6,75 €/m² einpendeln. Wohlgemerkt, das ist der Durchschnitt. In begehrten Vierteln wird er höher sein, wonanders niedriger.
Eigentlich könne Sie sich freuen. In dieser Stadt werden noch diverse Investoren ihr Geld verlieren. Aber auch Sie werden wegziehen müssen, wenn Sie nicht leistungsbereit genug sind, die Marktmieten zu erbringen. Denn Potsdam wird auch weiterhin ein (im Vergleich zum Umland) teures Pflaster bleiben.
Was diese Stadt heute teilweise erfährt ist die Gegen-Gentrifizierung.
Bedenken Sie, diese Stadt ist schön und sie war die Residenzstadt des deutschen Staatsoberhauptes (Kaiser). Also Deutschlands-Stadt Nr. 1! Das ist lange her. Ein Restzauber ist geblieben. Wir alle sind ihm erlegen. Er bringt Touristen und deren Geld und soll deshalb erhalten und vermehrt werden.
Nun zur Gentrifizierung:
Was geschah nach 1945 und in den 60ern und 70ern? Wo sind die Ur-Alt-Potsdamer? Wer hat sie vertrieben, war damals für ihre Gentrifizierung verantwortlich? Die Staudenhöfler und Burgstraßler?
Denken Sie bitte darüber nach, wer in dieser Stadt schon einmal wen vertrieben hat.
Denn wer im Glashaus sitzt, sollte nicht mit Steinen werfen...
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Herbert | 04.06.2012, 22:33
Leinenzwang für Absahner!
@ Angler; Paulinchen:
Volle Zustimmung! Preiswerter Wohnraum wurde hier und anderswo reihenweise versemmelhaackstückt.
@ Investor:
Ich habe nichts gegen Investoren. Ob sie nun aus Potsdam selbst stammen, aus Buxtehude oder vom "armpit of the universe". Wenn das Preis-Leistungsverhältnis stimmt. Den Salonsozialisten im Potsdamer Rathaus sollte daher das elementare Bedürfnis der kleinen Leute nach bezahlbarem Wohnraum wichtiger sein als die Profitinteressen irgendwelcher Geldmenschen. Mir (und sicher auch vielen anderen) ist eine illustre Nachbarschaft aus aller Herren Länder wesentlich lieber, als irgendwelche Absahner, die einem das Fell über die Ohren ziehen wollen, weil sie ihren gierigen Schlund nicht vollkriegen. Die gehören an die Leine. Das ist durchaus nicht feindselig gemeint. Die sind so und bleiben so. Da könnte man auch versuchen, den eigenen Wauwi zum Vegetarier zu erziehen.
@ potsdamer2010:
Gut gerechnet - Eins! Setzen! Allerdings gibt es hier noch die anderen, im Nachhinein genannten Aspekte.
Und noch zwei weitere: Bauland ist nicht nur teuer, sondern auch knapp. Soll man also weiterhin Wald- und andere Grünflächen zubauen? Der Run auf die Großstadt wurde auch durch die Arbeitsmarktpolitik der letzten Jahrzehnte erheblich beschleunigt. Der Zwang zur Mobilität verschärft die Wohnungsnot in den Ballungsräumen und fördert zugleich das Veröden abgelegener Regionen. Eine intelligente Politik sieht anders aus!
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paulinchen | 05.06.2012, 11:59
sinnlos!
Herr ramueller, es erscheint mir sinnlos, sich mit ihnen auseinander zu setzen! Wer die Welt so unkritisch betrachtet wie sie, hat zu einer Demonstration mit über 2000 Menschen nichts anderes zu sagen, als das alle zu blöd sind die Marktgesetze zu verstehen! Vielleicht haben diese Leute die Gesetze des Marktes besser verstanden als sie und sie demonstrieren nicht nur für niedrigere Mieten, sondern für eine Gesellschaft, die sich nach den Bedürfnissen aller ihrer Teile orientiert und nicht nach der Profitgier der Reichsten. Wenn man der Meinung ist, der Markt reguliere schon alles, dann glaubt man auch nicht mehr, dass Menschen über demokratische regularien mitbestimmen sollten. Das Dogma ist der Markt, ein Leben gibt es nur noch in den kleinen Nieschen der Freiheit, wenn man gerade nicht Arbeiten muß, um irgendeinem Investor die Nase zu vergolden. Sicher, Herr ramueller, für sie sind alle, die mehr vom Leben wollen als arbeiten, faule Drückeberger, die besser die Stadt verlassen sollten. Für mich ist eine Gesellschaft, die die Wege ebnet für die vermeindlich starken und die die Schwachen verdrängt, ein Alarmsignal, denn das hatten wir schon einmal, wenn auch in anderer Form. In ihrer Art sich zu artikulieren, erinnern sie, Herr ramueller, mich an so manchen Rechten bis Erzkonservativen, deswegen kriegen sie auch den Bogen mal wieder so schön hin, von Gentrifizierung zu allierten Bombern. Naja, es ist sinnlos auf ihr arrogantes Geschreibsel zu reagieren. Außerdem muß ich jetzt Arbeiten gehen, um meine überhöhte Miete zu finanzieren!
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slashman | 06.06.2012, 10:46
Profit - was sonst?
1989 haben es viele eilig gehabt, endlich den Kapitalismus für sich reklamieren zu dürfen. Nun ist er da, mit allem was gut ist, aber auch mit allem was weh tut. Und an dieser Stelle kann's nicht genug weh tun! Die Mieten in Potsdam werden so hoch sein, wie jemand bereit ist, zu zahlen. Angebot und Nachfrage regulieren den Preis (Binsenweisheit-ich weiß). Wenn jemand die Mieten in Potsdam zu hoch sind, soll doch ins Umland ziehen, da sind die Mieten günstiger. Dann muss man natürlich auch auf manche Annehmlichkeit verzichten (Theater vor der Haustür oder so). Man braucht dann unbedingt ein Auto, die Welt mit dem Fahrrad erforschen wird zum Freizeitvergnügen. So hat dann jeder sein Bündel zu tragen, aber den "bösen Kapitalisten" vorwerfen zu wollen, dass sie ihr Lebensziel, nämlich die Maximierung ihres Profits,betreiben, steht denen nicht an, die es unbedingt so haben wollten.
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Investor | 06.06.2012, 11:59
Flotter Feger!?
ramueller for President!?
Oder doch nicht?
Soziale Marktwitschaft,so schreibt er,gibt es in D.
Erlaube mir Zweifel anzumelden. Wenn Marktwirtschaft auf einen zweiten,oder gar dritten Job degradiert wird,ist dies wohl doch mehr oder weniger,eine Offenbarung.
Wie wäre es,den Mietpreisdurchschnitt von Timbuktu als Grundlage zu nehmen und nicht nur Stuttgat,München,Köln....?
Was hier mit Masse,die nicht leistungsbereit ist eine Basis zu schaffen,angedacht werden soll,möchte ich lieber nicht kommentieren.
Was Verwirrung anbelangt,das ist wohl ein Zeichen unserer Zeit.
Schaun mer mal.