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07.06.2012

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Drei bittere Sekunden

Späterer Torjubel durch langsamen Empfang

BERLIN/ POTSDAM - Menschen, die zu Fußballmeisterschaften jeder Art die Gewohnheit des Public-Viewing in Kneipenstraßen pflegen, ist das Phänomen des verzögerten Jubels bekannt: Während die einen das Tor der favorisierten Mannschaft längst feiern, gucken die anderen noch in die Röhre – bittere Sekunden, über die die Art des Fernsehempfangs entscheidet.

Glück haben Nutzer mit Satellitenschüssel, erklärt Holger Wenk vom Fachverband Deutsche TV-Plattform. Sie jubeln als erste: „Dabei muss das Signal auf dem Weg vom Sender zum Fernseher am wenigsten umgewandelt werden“, so Wenk. Allerdings gilt der Vorsprung nur für jene, die den digitalen Standard DVB-S2 verwenden, der zum Beispiel für hochauflösende Bilder (HDTV) eingesetzt wird. Wer einen älteren Receiver für DVB-S hat, muss sich etwas länger gedulden.

Grund für die Verzögerung ist die Technik hinter dem digitalen Fernsehen: Bild und Ton müssen auf dem Weg von Satellit zu Kabelnetz oder Sendemast mehrfach moduliert und komprimiert werden. „Da sind Unterschiede von bis zu drei Sekunden möglich“, sagt Wenk. Jeder Netzbetreiber verwende allerdings eigene Techniken, weshalb die Verzögerung unterschiedlich ausfalle.

Grundsätzlich müssen Zuschauer mit digitalem terrestrischen Fernsehen (DVB-T) am längsten auf ihr Bild warten. Digitaler Kabelempfang ist in der Regel etwas schneller als DVB-T und langsamer als Satellitenfernsehen, Fernsehen aus dem Internet (IPTV) ist ähnlich schnell wie DVB-S2. Wer noch analog per Kabel oder Antenne empfängt, muss meistens etwas länger warten. Ändern können Fernsehzuschauer die Ungerechtigkeit leider kaum. Wenn der Nachbar früher jubelt und so die Spannung ruiniert, hilft nur das Schließen der Fenster. (dpa/emt)


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