MILOW - Am Anfang gab es ein paar technische Probleme, aber die sind jetzt überwunden. „In der Ausstellung funktionierte das Internet nicht“, sagt Nabu-Geschäftsführer René Riep. Seit ein paar Tagen nun ist die Ausstellung voll funktionsfähig und tatsächlich – die Besucher kommen in Scharen. „Aus der Jugendherberge waren schon verschiedene Schulklassen da und rund 20 Lehrer von der Pestalozzi-Schule haben sich die Ausstellung auch schon angeschaut“, so Riep.
Auf fünf großen Schautafeln können sich die Besucher unter anderem über die frühere Ausrottung des Wolfes in Deutschland informieren und sein jüngstes Comeback: Seit Ende der 1990er Jahre leben wieder Wölfe in Deutschland, die aus Westpolen zugewandert sind. In Sachsen und Brandenburg gibt es zurzeit 14 Wolfsrudel. Im Havelland selbst hat sich zwar noch kein Rudel gegründet. Allerdings hat kürzlich ein Jäger bei Schmetzdorf/Vieritz einen Wolf gesehen. Auch auf dem Truppenübungsplatz Klietz werden immer wieder Einzelexemplare des Raubtiers beobachtet.
Keine Frage, der Wolf ist auf dem Vormarsch. Wissenschaftler erwarten, dass in naher Zukunft alle Flächenbundesländer „ihr“ Wolfsrudel bekommen werden. Viele Menschen stehen dieser tierischen Erfolgsgeschichte mit gemischten Gefühlen gegenüber. Die Angst des Menschen vor dem Wolf sitzt tief, auch das wird in der Ausstellung thematisiert. In Märchen und Mythen kommt der Wolf jedenfalls häufig ziemlich schlecht weg. Man denke nur an das arme Rotkäppchen (von der noch ärmeren, weil schon gefressenen Großmutter ganz zu schweigen), das im finsteren Wald auf den bösen Wolf trifft. Oder an die sieben Geißlein, die fast alle vom Wolf aufgefressen werden.
In der Ausstellung sind unter anderem auch ein ausgestopfter Wolf, ein Wolfsschädel, ein altes Fangeisen und eine moderne Fotofalle zu sehen. Noch bis Ende August werden die Exponate in Milow gezeigt. Ergänzt werden soll die Schau durch einige Fachvorträge zum Thema.
Mit der bisherigen Resonanz ist Riep sehr zufrieden: „Man merkt, dass das Thema die Leute interessiert.“ Aus der Milower Jugendherberge gab es zum Beispiel schon deutlich mehr Anfragen. Der zusätzliche Ausstellungsraum könnte also tatsächlich das probate Mittel sein, um die Besucherzahlen des Naturparkzentrums weiter zu steigern. In die Milower Ausstellungsräume kommen immer noch viel weniger Gäste als in die meisten anderen Besucherzentren im Land. Allerdings gibt es seit einigen Jahren in Milow eine positive Entwicklung mit jährlichen Steigerungen (siehe Infokasten).
„Wir müssen es schaffen, dass die Besucher mehrmals zu uns kommen, weil es immer wieder etwas Neues zu sehen gibt“, sagt Riep. Für den Herbst ist eine weitere Ausstellung geplant. Passend zum angestrebten „Sternenpark“-Titel des Naturparks Westhavelland wird es dann um Beleuchtung und Lichtverschmutzung gehen. (Von Ralf Stork)