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23.06.2012

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Schloss Ganz Kulisse für Adlon-Film

Die Geschichte des weltbekannten Berliner Hotels wird dieser Tage im Kyritzer Ortsteil inszeniert

KYRITZ - Die Insel des Luxus ist schwer erreichbar. Sie liegt verborgen hinter zerfallenen Häusern. Selbst die Dorfbewohner nehmen kaum wahr, was da hinter diesen bröckelnden Gebäuden auf dem anschließenden Areal des Schlosses Ganz vor sich geht: Die Geschichte des weltbekannten Berliner Hotels Adlon wird verfilmt. „Bisher hat sich nur ein Einziger aus dem Dorf blicken lassen“, sagt der Sicherheitsmann. Tag und Nacht hat er wachsame Augen auf die auch ohne Filmdreh gepflegte Anlage, die sich erst erschließt, wenn die Ruinen passiert sind. Es gibt eben auch zu neugierige Besucher. Für die MAZ drückt der Mann ein Auge zu.

Die Insel des Luxus inmitten einer der aufregendsten Metropolen der Welt war das Berliner Hotel Adlon, sagt Filmproduzent Oliver Berben: „In unserem Film werfen wir zusammen mit dem Zuschauer einen Blick durchs Schlüsselloch dieses legendären Hauses, auf das, was der Öffentlichkeit bisher verborgen blieb.“ Seit wenigen Tagen dreht Berbens Team in Ganz. Die Darsteller sind prominent (Infokasten). Erste Szenen sind fertig. Am Ende soll ein dreiteiliges TV-Epos entstehen ähnlich „Krupp – Eine deutsche Familie“ oder „Die Patriarchin“, wie das ZDF in Mainz informiert.

Laut dem Sender spiegelt sich in der Geschichte des Hotels Adlon das Deutschland des letzten Jahrhunderts wider. Erzählt werden 90 Jahre von 1907 bis 1997. Schloss Ganz, erbaut ab 1914, passt für die ersten Jahre der Hotelgründung in der Kaiserzeit. Im Film wird der Bogen bis zur Wiedereröffnung des Adlons im Jahr 1997 gespannt, entlang der Lebensgeschichte einer ausgedachten Hauptdarstellerin: Sonja Schadt. Ihr Vater ist Freund von Lorenz Adlon, der diesem bei der Verwirklichung seines Lebenstraumes hilft. Als der Vater stirbt, kommt ein Familiengeheimnis ans Licht, das der jungen Sonja zum Verhängnis wird. Enttäuscht von ihren Eltern entschließt sich die 17-Jährige, ins Hotel ihres Patenonkels Lorenz zu ziehen. Juniorchef Louis und seine geschäftstüchtige Frau Hedda gehören dort bald ebenso zu ihrer Familie wie das lebenslustige Telefonfräulein Margarete und der väterliche Portier Friedrich. In 1920er Jahren feiert das Hotel seine goldene Ära – und Sonja ist mittendrin. Sie überlebt Schicksalsschläge. Als über 90-Jährige begegnet sie im nach der Wende wiedereröffneten Hotel ihrer Enkelin. Es kommt zum Neuanfang. Sonjas Lebenstraum geht in Erfüllung, der „Mythos Adlon“ wird neu zum Leben erweckt.

Gedreht wird bis zum Herbst. Nächste Szenen entstehen an weiteren Schauplätzen in Berlin und Umgebung, auch in Bayern und Nordrhein-Westfalen. Nächstes Jahr soll der Dreiteiler ausgestrahlt werden. Vielleicht erkennen die Bewohner von Ganz ihr Dorf ja dann wieder. (Von Matthias Anke)


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