Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

6ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Lokales
  3. » Havelland
  4. » Lokalnachrichten
25.06.2012

Beitragsfunktionen:

Marsmenschen im MAFZ

Zum 20. Mal fand das Jugendfeuerwehrlager des Kreises statt – zum ersten Mal in Paaren im Glien

PAAREN IM GLIEN - Außerirdisch ging es am Wochenende in der Brandenburghalle des MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien zu. Während des 20. Jugendfeuerwehrlagers des Landkreises war dort eine Station Schutzausrüstung aufgebaut. Unter anderem konnten die Teilnehmer einen silber-glänzenden Schutzanzug ausprobieren, in dem sie aussahen wie Astronauten, die gerade auf dem Mars gelandet waren. „Das ist ein Hitzeanzug, der ist flammenabweisend“, sagte der elfjährige Stefan Körwitsch aus Ribbeck, der mit seinen Freunden von der Jugendfeuerwehr in Berge nach Paaren gereist war. Dann ergänzte er: „Vielleicht kommt der Name aber auch daher, weil es in dem Anzug so verdammt heiß ist.“

Knapp 600 Kinder und Jugendliche nahmen von Donnerstag bis Sonntag am Jugendfeuerwehrlager teil – rund 100 mehr als im vergangenen Jahr. Damit war die Veranstaltung das größte Kreisausbildungslager im Land Brandenburg.

Zum Jubiläum trafen sich die Nachwuchsbrandschützer erstmals im MAFZ-Erlebnispark. In den Vorjahren hatte das Lager stets in Zootzen stattgefunden. Nachdem die 19. Auflage jedoch unter heftigem Regen litt und einen Tag früher als geplant beendet werden musste, hatte sich der Kreisfeuerwehrverband für einen Umzug entschieden.

Bei den Teilnehmern und den 130 Betreuern kommt die neue Örtlichkeit gut an: „Natürlich lag Zootzen zentraler, aber hier in Paaren haben wir bessere sanitäre Anlagen und die Möglichkeit, bei Regen in die Brandenburghalle umzuziehen“, sagte Victoria Weise von der Feuerwehr im Milower Land.

An 27 Stationen bekamen die Kinder und Jugendlichen von erfahrenen Feuerwehrleuten Theorie und Praxis zu Brandschutz, Einsatzverhalten und Technik vermittelt. Nicht alles davon werden sie später tatsächlich anwenden müssen. So übten die Teilnehmer etwa, einen Kollegen zu dekontaminieren, der mit giftigen Stoffen wie Quecksilber in Berührung gekommen ist. „Das haben wir in den 13 Jahren, in denen der Gefahrgutzug des Landkreises besteht, selbst noch nie machen müssen“, sagte Feuerwehrmann Kai Pupka von Lipinski. Man wolle den Jugendlichen einfach etwas Außergewöhnliches bieten, das sie während ihrer sonstigen Feuerwehrtätigkeit nicht erleben.

Ein paar Stationen weiter rackerte sich eine Gruppe am alten Klein-Behnitzer Spritzenwagen aus dem Jahr 1886 ab. Damals war Feuerlöschen ein echter Knochenjob. Mit reiner Muskelkraft mussten die Kinder die Pumpe des Wagens in Gang setzen. Anfangs waren die Ergebnisse bescheiden – der Strahl am anderen Ende des Schlauchs reichte vielleicht gerade mal, um ein brennendes Feuerzeug zu löschen. Doch mit der Zeit hatten die Kinder den Dreh raus.

Mit dem kraftvollen Wasserstrahl an der Station nebenan konnten sie es trotzdem nicht aufnehmen. Dort wurde Feuerwehr-Fußball gespielt. Die Regeln: Der Ball musste mit dem Strahl ins Tor getrieben werden. Der Rasen lag schon völlig unter Wasser. Die Jugendlichen mit dem Schlauch in der Hand hatten damit allerdings weniger ein Problem als der Betreuer, der den Ball wieder einsammeln musste, wenn er vom Kurs abgekommen war. Knöcheltief versank er im aufgeweichten Boden.

Feuchtfröhlich ging es auch an der Spaßstation zu, die von der Feuerwehr in Nennhausen betreut wurde. Von einem Fahrrad herab mussten die Teilnehmer dort einen Rundkurs absolvieren und mittels einer kleinen Spritze, die eher an einen Blumenbefeuchter als an eine echte Löschapparatur erinnerte, Plastikbecher von Holzpflöcken schießen. Das Rad war vor zwei Jahren ein Geschenk für den Ortswehrführer zu dessen 50. Geburtstag gewesen. Der Nennhausener Adrian Huxdorf beeilte sich zu erwähnen, dass es bislang noch nie in einem echten Notfall eingesetzt wurde. (Von Philip Häfner)


Ihre Meinung ist gefragt!

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv