Der alte Spritzenwagen...
HAVELLAND - Außerirdisch ging es am Wochenende in der Brandenburghalle des MAFZ-Erlebnisparkes in Paaren im Glien zu. Während des 20. Jugendfeuerwehrlagers des Landkreises Havelland war dort die Station zum Thema Schutzausrüstung aufgebaut. Unter anderem konnten die Teilnehmer einen silbernen Schutzanzug ausprobieren, in dem sie aussahen wie Astronauten, die gerade auf dem Mars gelandet waren. „Das ist ein Hitzeanzug, der ist flammenabweisend“, sagte der elf Jahre alte Stefan Körwitsch aus Ribbeck.
Knapp 600 Kinder und Jugendliche nahmen von Donnerstag bis Sonntag am Jugendfeuerwehrlager teil, rund 100 mehr als im vergangenen Jahr. Damit war die Veranstaltung das größte Kreisausbildungslager im ganzen Land Brandenburg.
Zum 20. Jubiläum des Treffens trafen sich die Nachwuchsbrandschützer erstmals im MAFZ-Erlebnispark. In den Vorjahren hatte das Lager stets in Zootzen stattgefunden. Nachdem die 19. Auflage 2011 jedoch unter heftigem Regen litt und einen Tag früher als geplant beendet werden musste, hatte sich der Kreisfeuerwehrverband des Havellandes für einen Umzug nach Paaren im Glien entschieden. Bei den Teilnehmern und den 130 Betreuern kam das gut an.
An 27 Stationen bekamen die Kinder und Jugendlichen von erfahrenen Feuerwehrleuten Theorie und Praxis zu Brandschutz, Einsatzverhalten und Technik vermittelt. Nicht alles davon werden sie später tatsächlich anwenden müssen. Den Jugendlichen soll Außergewöhnliches geboten werden. Dinge, die sie bei ihrer Feuerwehr nicht erleben.
Ein paar Stationen weiter rackerte sich eine Gruppe am alten Klein Behnitzer Spritzenwagen aus dem Jahr 1886 ab. Damals war Feuerlöschen noch mehr als heute ein echter Knochenjob. Mit reiner Muskelkraft mussten die Kinder die Pumpe des Wagens in Gang setzen. Nebenan wurde Feuerwehr-Fußball gespielt. Der Ball musste mit dem Wasserstrahl ins Tor getrieben werden. Der Rasen erinnerte an das Halbfinale der Fußball-WM 1974, beim Regenspiel Deutschland gegen Polen.
Feucht-fröhlich ging es auch an der sogenannten Spaßstation zu, die von der Feuerwehr in Nennhausen betreut wurde. Von einem Fahrrad herab mussten die Teilnehmer dort einen Rundkurs absolvieren und mittels einer kleinen Spritze, die eher an einen Blumenbefeuchter als an eine echte Löschapparatur erinnerte, Plastikbecher von Holzpflöcken schießen. Das Rad war vor zwei Jahren ein Geschenk für den Ortswehrführer zu dessen 50. Geburtstag gewesen. Der Nennhausener Adrian Huxdorf beeilte sich zu erwähnen, dass es bislang noch nie in einem echten Notfall eingesetzt wurde. Eine weitere Aufgabe an der Spaßstation bestand darin, ein Minenfeld mit allerlei Feuerwehrgerätschaften zu passieren. Eines der Kinder hatte die Augen verbunden, ein anderes gab die Kommandos. „Das sieht spielerisch aus, aber es hat auch einen tieferen Sinn“, sagte Adrian Huxdorf. „Die Übung fördert die Konzentration und das gegenseitige Vertrauen.“ (Von Philip Häfner)