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30.06.2012

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Das Land will alles

Kulturministerin fordert, die Kammeroperanteile ganz zu übertragen / Sponsorenempfang im Hafendorf

RHEINSBERG - Die Kulturministerin will alles – jedenfalls bei der Kammeroper und der Musikakademie. Das Land bestehe auf dem Kauf von allen Anteilen der Stadt an beiden Gesellschaften, sagte Sabine Kunst am Rande des Sponsorenempfangs der Kammeroper am Donnerstagabend im Rheinsberger Hafendorf. „Ganz oder gar nicht“, sei ihre Devise. Grundsätzlich aber werde jetzt zwischen Rheinsberg und dem Land über den Verkauf verhandelt. Der Landkreis als weiterer größerer Mitgesellschafter habe nichts gegen einen Verkauf, so Kunst. Was am Ende der Verhandlungen herauskomme, könne sie aber noch nicht sagen.

In ihrer Rede auf dem Empfang sagte Kunst, das Land werde die Kammeroper weiterhin unterstützen. Sie betonte die Bedeutung der Kultur für das Land und den Tourismus in der Region. Mehr als 50 Prozent der Befragten erinnerten sich in Umfragen daran, dass es in Brandenburg Kultur gibt. Das sei ein Verdienst der Institutionen, die sich damit beschäftigten – und die Kammeroper sei ein besonderes Beispiel dafür. „Die kulturtouristische Wirkung ist nicht zu unterschätzen.“ Viele Besucher lernten so Rheinsberg und Brandenburg erst kennen.

Zum Empfang für die Sponsoren und Unterstützer waren rund fünfzig Menschen ins Ifa-Hafendorf-Hotel gekommen. Der Künstlerische Leiter der Kammeroper, Siegfried Matthus, begrüßte sie als echte Freunde der Oper – schließlich verzichteten sie auf das EM-Halbfinale. Unter den Gästen waren Vertreter der Sponsoren, die Bürgermeister von Rheinsberg und Neuruppin, Jan-Pieter Rau und Jens-Peter Golde, die Geschäftsführer des Hafendorfs, Folkert Redenius und Jaska Harm, Hafendorf-Erbauer Herbert Harm, sowie die Vorsitzende des Rheinsberger Kunst- und Kulturvereins, Karin Niemann. Auch MAZ-Geschäftsführer Claas Schmedtje wurde von Siegfried Matthus begrüßt. Die MAZ ist seit Jahren Medienpartner der Kammeroper.

Nach dem Empfang im Hafendorf fuhren die Gäste mit dem Schiff zur Rheinsberger Innenstadt – das Wetter war in diesem Jahr endlich einmal gut genug, um die Operngala nach dem Empfang im Schlosshof stattfinden zu lassen. In den vergangenen Jahren hatte sie mehrfach in der Siegfried-Matthus-Arena im Hafendorf stattfinden müssen. Sie wurde als Schlechtwetterspielstätte für die Kammeroper gebaut.

Auch für das drängenste Problem des Abends hatte Siegfried Matthus eine Lösung gefunden: In der Pause der Operngala werde der Stand beim Spiel Deutschland-Italien bekannt gegeben. Matthus wollte es selbst machen, wenn es gut aussieht – für den schlechten Fall musste seine Dramaturgin ran. (Von Carsten Schäfer)


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