POTSDAM - Sven Marten trägt wieder die Nummer 7. Der 22 Jahre alte Offensivspieler dribbelte beim Trainingsspiel am Montagabend wie aufgedreht durch die gegnerische Abwehr. Der Torschuss saß platziert im Eck. Es wirkt, als wäre der einstige Sportschüler der Cottbuser Eliteschule nie weg gewesen. Marten ist zurück beim Fußball-Oberligisten SV Altlüdersdorf (SVA) – nach nur einem Jahr beim BFC Dynamo. „Ich bin froh, wieder zu Hause zu sein“, sagt er. Zwei Trainerwechsel, zahlreiche Abgänge in der Winterpause, Platz 13 in der Staffel Nord – die vergangene Saison beim Hauptstadtclub will der gebürtige Fürstenberger schnell abhaken. „In Altlüdersdorf weiß ich, was ich habe. Ich will nicht noch einmal eine solche Saison erleben.“
Ganz zur Freude von SVA-Trainer Ersan Parlatan, der mit dem „gallischen Dorf“ in seine zweite Spielzeit geht. „Wir freuen sich auf Sven. Er war mein absoluter Wunschspieler“, sagt der 35 Jahre alte Coach, der mit einem 25-Mann-Kader in die neue Saison starten möchte. „Wir haben wieder viele neue Akteure. Ich bin zufrieden, wie sich die Mannschaft zusammensetzt.“ Der Coach macht aber auch kein Geheimnis daraus, dass er noch auf der Suche nach einem erfahrenen Innenverteidiger sei. „Einer, der den Laden zusammenhält“, so der Berliner, der am Montag Krafttraining, eine Passform plus Spielform auf dem Trainingszettel zu stehen hatte.
Auch beim FSV Luckenwalde durfte das obligatorische Eröffnungsspiel am ersten Trainingstag nicht fehlen. „Nach einem Leistungstest haben wir sofort gespielt“, erzählt Trainer Ingo Nachtigall, der es gut findet, wieder in der Nord-Staffel mitzumischen. „Wir waren in der Süd-Gruppe nicht unzufrieden. Dort sind jetzt die Traditionsvereine nicht mehr dabei. Deshalb freuen wir uns nun auf die Derbys gegen Waltersdorf, Fürstenwalde oder den BSC Süd 05“, so der Coach, der täglich zur Einheit bittet.
Mittendrin ist Rückkehrer Benjamin Dowall, der im Winter zur TSG Neustrelitz gewechselt war. „Wir sind froh, dass Benjamin erkannt hat, wo seine Wurzeln und Freunde sind. Er muss begreifen, Talent mit Ehrgeiz zu kombinieren.“ Seine Schnelligkeit und Ballsicherheit werden dem Vorjahreselften weiterhelfen.
Dowall selbst ist glücklich, wieder in der „zweiten Heimat“ zu sein. „Die Gespräche waren gut. Ich weiß, was ich in Luckenwalde habe“, so der gebürtige Berliner, der in Neustrelitz nicht Fuß fassen konnte und über die Reservistenrolle nicht hinaus kam. „Mir wurde vom Trainer viel versprochen. Doch am Ende spielte ich doch nicht“, sagt Dowall, der phasenweise sogar in der zweiten Mannschaft in der Landesliga auf Torejagd ging. Das Experiment sei nicht geglückt. Die halbe Nord-Staffel hatte die Fühler nach dem quirligen Angreifer ausgestreckt. Doch der 24 Jahre alte Stürmer hat sich für den FSV entschieden. Ein Grund sei auch der Wechsel in die Nord-Liga gewesen.
Dann wird Dowall auf Sven Marten und die Lila-Weißen treffen. Marten, der ein Soziales Jahr beim SVA absolvieren möchte, geht davon aus, dass Altlüdersdorf im Mittelfeld der Tabelle landen wird. Dafür sollen nun die Grundlagen gelegt werden. Der Trainingsauftakt war der Start einer harten Vorbereitung. Die Saison beginnt am 14. August – mit Marten, dem Mann mit der Nummer 7. (Von Sebastian Morgner)
AKTUELLE OBERLIGA-TRANSFERS
FSV Luckenwalde
BSC Süd 05
RSV Waltersdorf
SV Altlüdersdorf
MAZ