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06.07.2012

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„Das muss die Stadt aushalten“

Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) über die Kunsthallendebatte und seine Rolle im Plattner-Drama

 

Hasso Plattner wird nicht das Mercure-Hotel abreißen und durch eine Kunsthalle ersetzen, so wie Oberbürgermeister Jann Jakobs es erhofft hatte. Mit Jakobs sprach Ulrich Wangemann.

MAZ: Ist Hasso Plattners Rückzug aus der Stadtmitte für Sie eine persönliche Niederlage?

Jann Jakobs: Niederlage? Das weiß ich nicht. Aber es ist eine große Enttäuschung, dass das Vorhaben nicht verwirklicht werden kann. Ich weiß sechs der acht Fraktionen der Stadtverordneten hinter mir. Es ging nicht um persönliche Fragen.

War es ein Fehler, dass Sie die Kunsthalle mit dem Schicksal des Hotels verknüpft haben?

Jakobs: Auf gar keinen Fall. Mit der Kunsthalle in der Mitte hatten wir die einmalige Chance, etwas Besonderes zu etablieren. Es gibt nur einen Standort, der für ein solches Gebäude in Frage kommt: den Lustgarten.

Der ist groß, man könnte auch neben dem Hotel bauen.

Jakobs: Es lag nahe, beides zu verbinden. Das Gebäude des Mercure hat keine Zukunft. Jetzt müssen wir das Problem allein lösen.

In der Schwimmbadfrage sind Sie unterlegen, jetzt bleiben Sie auf dem Mercure sitzen. Schätzen Sie die Stimmung in der Stadt falsch ein?

Jakobs: Ich denke nicht. Aber man kann Politik nicht nur nach Stimmung machen. Es ist wichtig zu erkennen, welche Entscheidungen zu welchem Zeitpunkt getroffen werden müssen. Was das Mercure angeht, gibt es dieses Zeitfenster bis Ende des Jahres. Mir war klar, dass es Befindlichkeiten geben wird. Damit umzugehen, ist aber nicht nur Sache des Oberbürgermeisters, sondern auch all jener, die Politik machen in dieser Stadt.

Wie sehen Sie die Zukunft des Mercure?

Jakobs: Das Haus hat keine Perspektive. Wir müssen als Stadt unser Verhältnis zu diesem Gebäude definieren. Es passt nicht mehr in die Mitte. Die Debatte beginnt erst.

Haben Sie den Eindruck, dass das Mercure Symbolcharakter hat und es deshalb so viel Widerspruch gab?

Jakobs: Für einen Teil der Potsdamer sind damit Emotionen verknüpft.

Wie wollen Sie diese Menschen umstimmen?

Jakobs: Ich werde ihnen sagen, dass niemand viel Geld ins Mercure investieren wird. Das führt dazu, dass dieses Gebäude nicht hübscher wird. Wie ein Fremdkörper wird es wirken. Es ist unsere Verantwortung, die Zukunft der Stadt zu gestalten.

Hat Plattner auf Kritik zu empfindlich reagiert?

Jakobs: Man darf nicht den Maßstab, den man an Politiker anlegt, auf alle anderen Menschen übertragen. Wir sind gewohnt, eine Menge wegzustecken. Ich kann nachvollziehen, dass er sich nicht in interne städtische Debatten einmischen will, wenn er etwas Gutes tut. Sein Brief enthält übrigens keinerlei irgendwie geartete Kritik.

Hätten Sie sich gewünscht, dass sich der Ministerpräsident stärker engagiert?

Jakobs: Matthias Platzeck hat sich eingebracht, aber es wäre hilfreich gewesen, wenn auch andere prominente Politiker sich positioniert hätten.

Haben Sie sich durch die Frist 15. Juli beziehungsweise Jahresende zu sehr hetzen lassen?

Jakobs: Wir hatten vor zweieinhalb Jahren ein Verkehrswertgutachten in Auftrag gegeben, uns mit den Beteiligten in Verbindung gesetzt. Aber ich habe selbst nie vermutet, dass wir eine reale Chance haben würden, in relativ kurzer Frist diese Möglichkeit zu erhalten. Vielleicht hat die Debatte in der Kürze der Zeit auch den einen oder anderen überfordert.

Es gibt Leute, die Ihnen vorwerfen, sie wollten Plattner benutzen, um das Hotel wegzubekommen.

Jakobs: Auf keinen Fall. Das würde heißen, ich hätte ihn im Unklaren darüber gelassen, mit welchen Debatten er zu rechnen hat.

Hat die Debatte die Stadt gespalten?

Jakobs: Auf alle Fälle ist klar: Es gibt sehr unterschiedliche Auffassungen. Solche Debatten müssen geführt werden. Das muss die Stadt aushalten.


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 14 Einträge

» Snowman | 06.07.2012, 08:01

Den Horizont erweitern


Warum muss sich denn alles in der Mitte der Stadt versammeln? Schon ein Blick nach Kopenhagen zeigt, dass sich zum Beispiel das berühmte Louisiana Museum für Moderne Kunst weit vor den Toren der Altstadt befindet. Trotzdem verirrt sich jedes Jahr eine halbe Million Besucher in den beschaulichen Ort Humlebæk, 35 km von Kopenhagen entfernt. Denn es sind die Inhalte, die das Publikum anziehen. Ich bin gespannt, womit die Potsdamer Kunsthalle aufwartet.

» pergament | 06.07.2012, 09:52

Inhalt


Hallo Snowman!

Das Ding inhaltlich zu "füllen" ist bestimmt das schwierigste.
Es gibt doch schon zwei Kunsträume in der Schiffbauergasse. Das Interesse ist eher mau, was ich so mitbekomme.

» werner | 06.07.2012, 11:00

Politik nach Stimmung !!


Der Herr Jakobs versucht doch permanent Politik nach seiner und der Stimmung einiger, weniger, finanzkräftiger Neupotsdamer, zu denen er ja auch zählt, durchzusetzen. Leider muß die Stadt diesen OB noch einige Zeit ertragen.
Ein Platz für eine Kunsthalle hätte sich mit etwas mehr guten Willen trotzdem in Zentrumsnähe finden lassen.
Übrigens ist das Mercure für viele Menschen, gerade Touristen, ein sehr markantes Zeichen der Potsdamer Mitte. Reiseveranstalter werben sogar mit Fotos vom Hotel für Potsdam.

» Mitdenker | 06.07.2012, 11:47

Entlarvend


Es war in der Tat eine hehre Erwartung, eine Kunsthalle an jener Stelle widerspruchsfrei errichten zu können. Nicht verwunderlich daher die Frage an die Stadt, ob Plattner einfach Mittel zum Zweck war, um das Mercure abzureißen. Doch was folgt ist wirklich entlarvend. Da wird das Hotel, dass weder baulich noch optisch eine Bereicherung darstellt eben zum Mittel zum Zweck für jene, die wohl nichts schöner finden, als Grabenkämpfe. Weder öffentlich noch in den Foren finden sich stichhaltige Gründe gegen einen Abriss des Mercure. Grundtenor: stand da schon immer, also bleibt es da. Und das ist doch wirklich schade für eine Stadt, der gern zu viel Blick auf die Historie vorgeworfen wird. Hier hätte man mal in die Zukunft schauen können.

» pergament | 06.07.2012, 15:57

Mercure


Hi Mitdenker!


<Weder öffentlich noch in den Foren finden sich stichhaltige Gründe gegen einen Abriss des Mercure<
Das ist Deine Meinung, überregional spielt die gesamte Diskussion über das Mercure und die Kunsthalle kaum Beachtung.
Es stellt erstmal eine Landmarke dar und ein Kontrast zur anderen Stadt.
Architektur ist ja immer ein Kompromiss zwischen Gestaltung des Raumes, Baukosten und Nutzung.

Man könnte es etwas abstocken und umgestalten, z.b.

Einflussreiche Architekten werden sich hüten dazu zu äußern! Sie stehen ja alle im Wettbewerb.....

Grüße

» Friederich | 06.07.2012, 17:10

Jungfernsee


Plattner hat eine weise Entscheidung getroffen und hat die meisten Potsdamer Politiker und die in eigener Sache demonstrierenden Trittbrettfahrer mores gelehrt.
Europäische Städte brauchen öffentliche Zentren.
Ein städtebauchlich so dominantes Areal wie der Lustgarten kann nicht einfach so mir nichts dir nichts - wenn auch in guter Absicht - von einem Privatbau vereinnahmt werden, zugleich kann einem Privatmann nicht zugemutet werden, zu den Bedingungen öffentlichen Bauens eigenes Geld auszugeben.
Schade, schade, dass die wirklich gute Nachricht, dass Hasso Plattner seine privat gesammelte Kunst in Potsdam auf seinem eigenen Areal öffentlich zeigen möchte, nach der unsäglichen Mercure-Abriss-Demo zweitrangig erscheint.
Ich freue mich auf die Kunsthalle am Jungfernsee.

» MSpringer | 06.07.2012, 19:06

Jakobs hat Potsdam blamiert und tritt nun nach.


Jakobs hat Potsdam blamiert und tritt nun nach.

Er sollte sich ein anderen Job suchen.
Er sollte zurücktreten.

» MSpringer | 06.07.2012, 19:15

Keine Gründe????


@Mitdenker

Keine Gründe, für den Erhalt des Merure? Dies ist wohl Ihre Sicht, sie sei ihnen belassen, die Mehrheit sieht diese anders.

Plattner war zu der Mittelschöön-Gruppe nur Mittel zum Zweck.

Der noch OB jacobs und jauch sollten sich bei Plattner und den Potsdamer entschuldigen.

Aber die letzten Wortmeldungen von jacobs, jauch, joopi zeigen nur wie wenig ihnen die Meinung der Potsdamer wert sind.

Nichts.

» wbhhz | 06.07.2012, 19:26

Schädigung von Ruf und Reputation ?


Wie wäre es, wenn sich das Mercure-Hotel angesichts der in hohem Maße abwertenden Aüßerungen der Abriß-Prominenz gegen die
S c h ä d i g u n g v o n R u f & R e p u t a t i o n
zur Wehr setzen würde?

» potsdamer2012 | 06.07.2012, 20:04

Jakobs überfordert


Schön zu sehen wie der OB Jakobs weiter den Hotelstandort kaputt redet.

Von wegen kurze Frist, die Sache würde absichtlich knapp von Jakobs gehalten, damit er während der Fußball-EM seine Pläne gegen die Potsdamer durchsetzen kann.

Politiker machen diese gerne bei Fußball-EM, die Sache war von langer Hand geplant.

Jakobs hat nichts aus der Sache gelernt, und macht weiter wie gehabt.

Wenn er weiter gegen potenzielle Hotel-Investoren hetzt, sollte er sich nicht wundern wenn sich keiner findet.

» potsdamer2012 | 06.07.2012, 20:11

gute Idee


@wbhhz

Das habe ich mich auch schon gefragt.

Ich bin kein Anwalt. Die Äußerungen der Abriß-Prominenz zu einem 4 Sterne Haus der Mercure-Kette halte ich aber auch für Rufschädigend.

Eine Frechheit sind Sie allemal.

» Mitdenker | 06.07.2012, 20:25

Gründe?


Danke für die Reaktionen auf meine Meinung. Aber wo sind denn nun die Gründe? Ich würde gern dazulernen. Geht es um die Arbeitsplätze, die leider bereits auf dem Spiel stehen, da Verträge auslaufen? Geht es um das Haus, das ohne Sanierung nicht ewig stehen wird? Ich wollte lediglich darauf hinweisen, dass der Vorwurf der Instrumentalisierung eben hier wie dort zutrifft. Damit spielten weder die Kunsthalle als solche noch die wichtige Zukunftsvision für den Lustgarten eine Rolle.

» osalon | 07.07.2012, 08:24

Das muss die Stadt aushalten


Falsch !
.
Die J-Connection muß das aushalten.
.
Jammern Sie nicht herum, es gibt noch Menschen, die arbeitslos, hilflos, ... sind - ein reiches Betätigungsfeld für die LokalPOlitiker !

» MSpringer | 10.07.2012, 17:59

Jacobs, Hüneke gehören abgewählt


Ich bin sicher Jauch, Jacobs, Hüneke arbeiten sicher schon wieder an einen Plan das Mercure los zu werden.

Wie man heute auch auf dem Potsdamer Stadt Fernsehen sehen kann. Die ideologische Verbohrtheit der Mittel Schönen Jauch, Jacobs, Hüneke ist allerdings bedenklich.

Es kann dort alles hin, es darf nur nicht höher sein als der Schloss-Klotz.

Leben wir bei Königs?

Potsdam TV ist mir zudem viel zu Rathaus nah.

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