STÖLLN - 210 Schafe grasen noch ein letztes Mal auf den Wiesen am Stöllner Gollenberg bevor sie am Freitag den Platz für die Antarisjünger frei machen. Seit einer Woche bereits rücken die bunten Bullis und Wohnwagen an und bringen ebenso bunte Menschen mit, die das Gelände nach und nach in eine schillernde Oase aus Zelten, Autos und Verkaufsständen verwandeln. Herbert Fiebig kennt das Treiben bereits und nimmt es gelassen hin. Seit 60 Jahren arbeitet er als Schäfer und lässt seine Tiere das Gras auf dem historischem Gelände kurz halten. Auch die Schafe sind ganz entspannt und lassen sich vom Drumherum nicht aus der Ruhe bringen. Zum achten Mal steigt die Feier am Fuße des Gollenbergs, wo Flugpionier Otto Lilienthal Ende des 19. Jahrhunderts seine legendären Flugversuche unternahm.
Das bassgewaltige Fest zog neben Gästen aus dem Ausland auch Martin Winkel an. Als 13-Jähriger tanzte er 1995 auf dem Antaris-Festival und wurde Teil des Ganzen. „Es ist ein großes Familienfest“, erklärt Winkel, der mittlerweile zum festen Organisationsteam gehört. Die Vorbereitungen laufen gut, man sei ein eingespieltes Team. Am Wochenende seien dann bis zu 100 Helfer vor Ort, um für ein friedliches Fest zu sorgen. Einzig das Wetter verspricht nicht allzu viel Gutes. Aber auch das sieht Martin Winkel nicht als Problem. Viele Besucher würden sich seit Monaten auf Antaris freuen, sie planen ihren Urlaub danach und lassen sich vom Wetter nicht abschrecken. Gerüstet ist auch das Team der „Sternengucker“ aus Berlin. 1000 Meter weißen und 600 Meter farbigen Stoff haben sie im Gepäck, um die Haupttanzfläche in eine fluoreszierende Tanzarena zu verwandeln. Stephanie Engelhardt, Jens Kuffel und Martin Lorenz bilden den festen Kern des Deko-Teams, das sich zudem um die Licht- und Video-Technik kümmert. Für die drei sei das nur ein Hobby, erklärt Engelhardt, die den Internetshop Psy7.com betreibt. Jens Kuffel arbeitet als Videotechniker am Deutschen Theater in Berlin und Martin Lorenz ist Tischler. Zu dritt planen sie die komplizierte Konstruktion mittels 3D-Zeichnung, beim Aufbau helfen dann wesentlich mehr Hände. Seit einer Woche sind sie schon damit beschäftigt, die fluoreszierenden Tücher aufzuspannen. Zum Antaris Festival gehören natürlich auch die zahlreichen Verkaufsstände, die von Menschen aus aller Welt betrieben werden. „Viele von ihnen kommen seit Jahren“, sagt Olaf Kasprzyk, der ebenfalls zum Organisationsteam gehört. Dass das bunte Licht und die dumpfen Bässe auf die Gemüter seiner Schafe schlagen könnte, darüber macht sich Herbert Fiebig keine Sorgen. Der Lärm störe sie nicht, erklärt der 75-Jährige gelassen. Die Tiere sind viel mehr an gutem Futter interessiert.
Das viertägige Festival beginnt am Freitag. Tickets kosten an der Abendkasse 70 Euro, Einwohner des Ländchens Rhinow zahlen 50 Euro. Für Einwohner der Gemeinde Gollenberg ist der Eintritt frei. (Von Christin Schmidt)