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20.07.2012

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Asylbewerberheim soll erst 2013 saniert werden

Landrat Ralf Reinhardt sagt, dass nur kleinere Arbeiten vorher möglich sind / Kritik von den Fraktionschefs

NEURUPPIN - Landrat Ralf Reinhardt schließt aus, dass die Sanierung des Asylbewerberheims in Treskow noch in diesem Jahr beginnt. Erst 2013 und 2014 sei es realistisch, die Arbeiten zu leisten und vor allem zu bezahlen, sagte der parteilose Politiker auf Nachfrage der MAZ. Für solch ein großes Projekt stehe dem Kreis Ostprignitz-Ruppin im laufenden Jahr kein Geld zur Verfügung.

Das Projekt umfasst unter anderem die Errichtung von fünf Wohnungen für Familien in dem Gebäude in der Erich-Dieckhoff-Straße. Die Gesamtkosten werden wohl über eine Million Euro betragen. Zuletzt hatte Reinhardt angekündigt, dass allein die Sanierung des Sanitär- und Küchenbereiches bereits an die 580 000 Euro kosten werde. Die Kreisverwaltung prüft zurzeit die Umbaupläne der Ruppiner Kliniken – die das Asylbewerberheim seit Ende 2011 im Auftrag des Kreises betreiben. „Wir werden nicht alles so umsetzen, wie idealerweise vorgesehen“, sagte Reinhardt. Bis zum anvisierten Sanierungsstart werde der Kreis nur kleinere Arbeiten leisten können, um das Heim funktionsfähig zu halten. Matthias Voth, ärztlicher Direktor der Ruppiner Kliniken, wollte sich gestern nicht zu dem Thema äußern.

Eine Mischung aus abwarten und Kritik – so lassen sich die Reaktionen der Kreistagsfraktionen auf Reinhardts Vorhaben zusammenfassen. „Negativ überrascht“, zeigte sich Ralph Bormann von der Fraktion Freie Wähler, Bauern und Grüne. „Die Sachlage war seit Langem bekannt und wird wieder mal aufgeschoben“, sagte Bormann über die Sanierung, deren erste Maßnahmen einst für Januar 2012 anvisiert waren.

Marion Liefke, Fraktionschefin der SPD, äußerte grundsätzlich Zweifel an dem Projekt. „Das Gebäude ist einfach zu riesig und zu teuer“, sagte sie. Sie glaubt, dass der Kreis mehr Möglichkeiten besitzt, an zentraleren Standorten Neuruppins Wohnungen zu errichten. „Das wäre auch für die Menschen wichtig – sie wären dann näher am Zentrum“, sagte Liefke.

Bert Groche, FDP-Fraktionsvorsitzender, und Sebastian Steineke, CDU-Fraktionsvize, wollen zunächst auf genauere Erläuterungen des Landrats und den Plan der Ruppiner Kliniken warten. Möglicherweise ja beim nächsten Kreissozialausschuss am 1. August. „Wir lassen uns das vorlegen“, sagte die Ausschussvorsitzende, Rita Büchner (Linke). Von Reinhardts Aussagen halte sie allerdings „gar nichts“. Die Sanierungsnot sei zu dringend, um „von Jahr zu Jahr geschoben“ zu werden. (Von Maurice Wojach)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» nkruscha | 20.07.2012, 08:38

Jemanden muss man ausgrenzen.


Selbst die Zeitung steht auf der Seite jedes einzelnen, der sich gegen schlechte Wohnverhältnisse zur Wehr setzt.

Im Grunde würde jeder es verstehen, wenn sich jemand wehrt. Nun geht es um Menschen, die aus sehr guten Gründen Asyl bekommen. Das heißt, wir haben eine Verfassung und Menschenrechte. Und weil die KEIN Luxus sind, sondern eigentlich nur ein Minimum, gewähren wir Menschen, die sie einfordern in anderen Ländern Asyl. Wir fordern sie lautstark international, aber die Folgen für die, die sie äußern, sind wirklich unmenschlich.

Denn sie landen hier künstlich in Armut, haben im Grunde kaum Chancen auf Teilhabe und werden in solchen unsäglichen Unterkünften versorgt. Und diese Leute haben keine Chance, weil sie sich keine ANDERE Wohnung suchen DÜRFEN.

Die Fremdenfeindlichkeit, die eigentlich nur ein Hass auf uns selbst ist, den wir uns nicht eingestehen wollen, bemänteln wir mit haushaltspolitischen Erklärungen. Lassen Sie mich raten: Sie haben keine andere Wahl?

Nur um uns nicht einzugestehen, dass die meisten es ganz nett finden, dass es Menschen gibt, denen es schlechter geht. Das Prinzip ist einfach und historisch: Man tritt nach unten durch, grenzt Menschen aus, beraubt sie ihrer minimalen Menschlichkeit.

Das hat aber eigentlich nichts mehr mit Menschenrechten zu tun - ganz im Gegenteil. Schlimmer geht es nicht. Und das 2012.

Warum rühmen wir uns mit Menschenrechten, wenn Mensch nur der ist, der die deutsche Staatsbürgerschaft hat ?

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv





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