NEURUPPIN - Für Flavio ist jetzt Showtime. Ein Bein und ein Arm an den Boden, der Rest des Körpers reckt sich nach oben. Dann bewegt er sich im Kreis, springt schließlich wild herum. Wo Musik ist, da muss getanzt werden – das hat Flavio schnell begriffen. Dabei ist er gerade Mal vier Jahre alt. Und wie so viele, die beim gestrigen Integrationsfest im Mehrgenerationenhaus „Krümelkiste“ tanzen, essen und reden, hat er bereits bewegte Jahre hinter sich.
Herzlich eingeladen sind nämlich nicht nur alteingesessene Neuruppiner, sondern auch Flavio und andere Bewohner des Asylbewerberheims in Treskow. „Es geht darum, Kontakte zu knüpfen“, sagt Regina Dommenz über das Fest. Sie hilft Flüchtlingskindern im Mehrgenerationenhaus unter anderem bei den Hausaufgaben. Natürlich dreht sich das Zusammensein auch ganz einfach um den Spaß, schließlich ist es ja keine Sitzung, sondern ein Fest. Es gibt Geflügel vom Grill, drei Mädchen präsentieren ihren fürs Fest einstudierten Tanz.
Geht es um Integration, dann geht es auch schnell um Sprache. Amir Akrami und seine Frau Zahra ringen zurzeit mit den Tücken der deutschen Grammatik. Sie nehmen an einem der sechs Deutschkurse teil, die Ehrenamtliche Asylbewerbern anbieten (die MAZ berichtete). Die Frage, was besonders schwierig ist, lässt sich leicht beantworten: „Alles!“, sagt Zahra Akrami. Vor allem hadern die beiden Iraner aber mit dem Dativ und Akkusativ. Zugleich zeigen sie, indem sie die grammatischen Plagegeister überhaupt aussprechen können, wie groß ihre Anstrengung ist. Seit Februar seien sie in Deutschland, sagen die beiden Iraner. Und auf die Frage, wie die Menschen im Supermarkt und auf der Straße ihnen die Integration erleichtern könnten, weiß Amir Akrami auch eine Antwort: „Einfach ein bisschen netter sein.“ (Von Maurice Wojach)
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