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26.07.2012

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Stadt soll TLG-Wohnungen kaufen

„Potsdamer Demokraten“ fordern Erwerb der 153 Einheiten durch die „Pro Potsdam“

Damit 153 Wohnungen der ehemaligen Treuhand-Gesellschaft TLG nicht einem Finanzinvestor in die Hände fallen, fordert die Fraktion der „Potsdamer Demokraten“ (PD) die Stadt auf, sie selbst zu kaufen und dem Bestand ihrer Immobilientochter Pro Potsdam einzugliedern. Für den (realistischen) Fall, dass die TLG nur im Paket verkauft – sie hat die 11 500 Wohnungen aus ihrem Bestand gerade international angeboten –, möge sich die Landeshauptstadt mit anderen betroffenen Städten zusammentun und das Paket gemeinschaftlich übernehmen, fordern die PD. Andernfalls kaufe ein Investor wie Blackstone, der aber nur an Gewinnmaximierung interessiert sei und damit die Mieten in Potsdam weiter verteuere. Die Pro Potsdam wollte sich zu dem Vorschlag nicht äußern. Man sei mit der TLG nicht in Verhandlung, hieß es lapidar.

PD-Vorsitzender Peter Schultheiß geißelte in diesem Zusammenhang die Forderung von SPD und Linker, die Mieten der Pro Potsdam zu deckeln oder gar um 20 Prozent zu senken (wie es „Die Andere“ fordert), als „Schritt in die falsche Richtung“. Um sich Zukäufe wie den aus dem TLG-Bestand leisten zu können, brauche die Pro Potsdam Geld, das bei einer Mietensenkung oder -deckelung nicht mehr zur Verfügung stünde.

Die Mietenkappung dürfte in der Stadtverordnetenversammlung aber auf eine breite Mehrheit stoßen: SPD, Linke, CDU und Grüne haben sich bereits dafür ausgesprochen, nur FDP, PD und das Bürgerbündnis sind dagegen. (Von Jan Bosschaart)


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In diesem Forum gibt es 2 Einträge

» revolutz | 27.07.2012, 12:33

Falsche Strategie


Immer wieder wird eine pauschale Mietsenkung von 20 % im städtischen Wohnungsbestand (wie von unserer Fraktion Die Andere vorgeschlagen) als ungeeignetes Mittel bezeichnet. Stattdessen soll die Pro Potsdam nach dem Willen der großen Parteien auf den Wohnungsneubau setzen. Dabei ist es völlig unrealistisch, auf diesem Wege die Mieten auch nur zu stabilisieren. Derzeit fehlen in Potsdam mehr als 10.000 Wohnungen vor allem im Niedrigpreissegment. Die Pro Potsdam kann selbst bis 2020 kaum 1.000 Wohnungen bauen. Erforderlich wären aber 15-20.000 zusätzliche Wohnungen, um ein Überangebot zu erreichen, das die Mieten drosselt. Es ist offensichtlich, dass so viele Wohnungen nicht gebaut werden. Die Pro Potsdam baut zudem selbst Wohnungen, die dann für knapp 10 €/qm vermietet werden und künftig zum Anstiegen des Mietspiegels beitragen werden. Daher bleibt eine pauschale Mietsenkung die einzige Möglichkeit der Stadt, auf die Mietentwicklung Einfluss zu nehmen. Der Vorschlag ist einfach und schnell umsetzbar - und er hat den Vorteil, dass er sich über den Mietspiegel auch auf die Mieten bei Privateigentümern auswirkt.

» eduard | 27.07.2012, 14:09

Zu kurz gedacht, Herr Boede


Das Szenario hinkt leider an mehreren Stellen:

- es gibt in Potsdam zu wenig Platz, das ist das Hauptproblem und hat mit der besonderen Geografie zu tun. Wo da die 10.000 oder mehr Wohnungen hin sollen, erschließt sich nicht.

- Diese Mangelsituation führt auch bei einer Senkung in einem Teil des Angebots nicht zu einer Verringerung der anderen Mieten. Es bleibt ein Mangelmarkt.

- Das Einzige, was diese Situation merklich verändern könnte, wäre ein deutliches Überangebot, also ein relevanter Leerstand. Der dann den Eigentümern wiederum erhebliche Kosten verursachen würde.

Sie wissen doch im Grunde auch, dass dieses Dilemma leider so nicht lösbar ist. Sozialwohnungen außerhalb werden ebenfalls abgelehnt, man will ja mitten in der Stadt wohnen. Dies ist in Potsdam inzwischen leider so nicht mehr für alle realisierbar, weil eben die Nachfrage größer als das Angebot ist, und das ist, wie beschrieben, nicht lösbar.

10.000 Wohnungen an der Nuthe, in Fahrland oder Grube wollen Sie doch vermutlich auch nicht wirklich. Und es ist fraglich, ob es tatsächlich einen derartigen Bedarf gibt. Die Neubaugebiete, z.B. in Golm oder Bornstedt zeigen, dass der dort erwartete Zuwachs so schnell nicht zu realisieren ist, die Gebiete sind auch nach 10 und mehr Jahren nicht vollständig vermarktet. Das muss wohl doch an nicht so starker Nachfrage liegen.

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