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31.07.2012

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Gnadenlos billig

Bei Zalando in Großbeeren stimmen die Arbeitsbedingungen nicht / Amt für Arbeitsschutz ist alarmiert

POTSDAM - Mit seinem rasanten Wachstum schien das Online-Versandhaus Zalando bisher eine Erfolgsgeschichte zu schreiben, auch in Brandenburg. Eine ZDF-Reportage mit dem Titel „Gnadenlos billig“ rüttelt an diesem Image. In einem Logistikzentrum von Zalando in Großbeeren (Teltow-Fläming) sind die Beschäftigten ständiger Überwachung ausgesetzt, so die Recherche des Fernsehsenders. Es gibt kaum Sitzmöglichkeiten und nicht genügend Toiletten. Die Beschäftigten, von denen viele täglich aus Polen zur Arbeit pendeln, werden mit Niedriglöhnen abgespeist. Von 7,01 Euro pro Stunde für Leiharbeiter und etwa acht Euro für Festangestellte ist die Rede.

Brandenburgs Arbeitsminister Günter Baaske (SPD) zeigt sich besorgt. Das Landesamt für Arbeitsschutz sei eingeschaltet worden, mit der ersten Stellungnahme sei in Kürze zu rechnen, sagt ein Sprecher. Baaske hatte erst Mitte Juni das Zalando-Vertriebszentrum in Brieselang (Havelland) besucht und dessen Bedeutung für den Brandenburger Arbeitsmarkt betont. „Durch Zalando sind viele hundert Menschen im westlichen Brandenburg in Arbeit gekommen“, sagt Baaske. Rund 900 Beschäftigte sind es nach Firmenangaben allein in Brieselang.

In Großbeeren arbeitet der vor allem auf Schuhe spezialisierte Online-Versandhandel dagegen mit der Partnerfirma Docdata Fulfilment GmbH zusammen, die „größtenteils für das Personal und die Prozesse im Lager verantwortlich ist“, wie es in einer Erklärung des Unternehmens heißt. Nach dem ZDF-Beitrag ist Zalando mit einem sogenannten „Shitstorm“ konfrontiert, einer Welle von Protest-E-Mails. „Ich werde bei euch mit Sicherheit nicht kaufen“, schreibt ein Nutzer auf der Facebook-Fanseite.

Das Unternehmen gibt sich reumütig. „Vielen Dank für Euer kritisches Feedback“, heißt es in der Erklärung. Man werde in Zukunft darauf achten, dass alle Partnerbetriebe die von Zalando gesetzten Sozialstandards einhalten. Auch Minister Baaske sieht das Unternehmen in der Pflicht, in ausgegliederten Bereichen für gute Arbeitsbedingungen zu sorgen. „Ansonsten schadet Zalando seinem guten Ruf“, betont Baaske.

Erst im Oktober 2008 ging Zalando mit anfangs fünf Beschäftigten in Berlin an den Start. Vor allem aggressive Fernsehwerbung macht das Unternehmen schnell überregional bekannt. Schon 2010 wächst der Umsatz auf 150 Millionen Euro. 2011 wird das neue Lager in Brieselang eröffnet und der Umsatz verdreifacht sich auf 510 Millionen Euro. Und für die Zukunft ist weiteres Wachstum fest eingeplant. Im Potsdamer Ortsteil Marquardt wird derzeit ein Reservelager aufgebaut, mit zurzeit zehn Beschäftigten. Die größte Investition aber wird in Erfurt (Thüringen) getätigt, wo für 170 Millionen Euro ein Hallenkomplex hochgezogen wird, in dem bis zu 2000 Arbeitsplätze entstehen sollen.

Zurückhaltend ist Zalando dagegen, wenn es um Ertragszahlen geht. Branchenkenner vermuten, dass das rasant wachsende Unternehmen dauerhaft Verluste schreibt. Die großzügige Praxis kostenloser Rücksendungen bei Nichtgefallen drückt die Margen. Die Eigentümer tragen diese Verluste offenbar mit der Erwartung, dass der schnell wachsende Marktanteil Zalandos künftig zu schwarzen Zahlen führt.

Größter Anteilseigner ist mit 45 Prozent die Beteiligungsfirma Rocket Internet der Brüder Oliver, Marc und Alexander Samwer, die zwischenzeitlich auch an Internet-Firmen wie My-Video, Studi-VZ oder Facebook beteiligt waren. 13 Prozent liegen bei Holtzbrinck, neun Prozent bei Tengelmann. Den Rest teilen sich zwei Fondsgesellschaften und die beiden Zalando-Gründer. (Von Ulrich Nettelstroth)


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In diesem Forum gibt es 16 Einträge

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» Rainererich | 31.07.2012, 11:18

Sturm im Wasserglas


Herr Baaske "ist besorgt". Na, da werden sich die Unternehmer aber fürchten. Möchte uns Herr Baaske etwa weismachen, dass er die Zusammenhänge zwischen Niedrigpreis und Niedriglohn nicht kennt? Aber eins ist doch schon heute klar und aus dem Artikel auch zu schlußfolgern: Wenn die Behörden ernst machen mit ihren Forderungen nach vernünftigen Arbeitsbedingungen und angemessenen Löhnen, dann sind die bereits fertigen Hallen in Brandenburg schnell verwaist und man weicht nach Thüringen aus. So einfach ist das!

» SuperArchitekt | 31.07.2012, 18:06

Das Geschäftsmodel von Zalando geht scheinbar nicht auf.


Andere Firmen zahlen für die gleiche Arbeit 11 Euro.

Das Geschäftsmodel von Zalando geht scheinbar nicht auf.

@Rainererich

Dass Behörden einem Verdacht nachgehen ist deren Aufgabe.

Wie wenig Ahnung Sie von der Thematik haben, sieht man auch an dem Punkt

Zitat Rainererich:

Wenn die Behörden ernst machen mit ihren Forderungen nach ... angemessenen Löhnen,

Das Amt für Arbeitsschutz wird nicht den Lohn prüfen.

Bevor Sie sich sinnlos aufregen erst den Artikel lesen oder sich informieren.

» SuperArchitekt | 31.07.2012, 18:53

Zalando ist teuer und dann sowas


Die Samwer Brüder werden wohl selbst bald entsorgt.

Ob sich ein Käufer für Zalando finden wird? Wohl kaum.

Zalando wirkt wie eine riesige Babel-cum-Blase.

Etliche Samwer-Firmen sind nach deren Verkauf wie ein Kartenhaus zusammen gefallen.

Wie zum Beispiel Jamba oder Studi-VZ.

Übrigens finde ich Zalando nicht billig, umso schlimmer finde ich die geschilderten Bedingungen.

Falls die Internetgemeinde herausfindet, dass Rücksendungen Zalando viel mehr schaden als gar keine Bestellung, wäre dies für Zalando eine ernste Gefahr.

» Investor | 31.07.2012, 19:23

Besorgt!?


Worüber?

Zitat:"Durch Zalando sind viele hundert Menschen im westlichen Brandenburg in Arbeit gekommen".
Das ist die gute Nachricht.

Mit einem Stundenlohn von 7,01 Euro ist es kaum möglich zu existieren,nachdem die Miete und andere Fixkosten eines Haushalts beglichen wurden.
Das ist die schlechte Nachricht.

Worüber, Herr Baaske,sind Sie wirklich besorgt?

Schaun mer mal.

» Rainererich | 01.08.2012, 04:29

@Superarchitekt


Bevor Sie die comunity mit Nichts-sagenden Beiträgen nerven, sollten S i e vieleicht erst einmal den Artikel lesen. Es geht um Arbeitsbedingungen u n d Lohn. Das das von Ihnen angesprochene Amt sich nicht für Löhne interessiert ist eine Binsenwahrheit und Bedarf keiner besonderen Ahnung und Erwähnung. Aber Sie scheinen ja ein wahrer Experte zu sein. Lassen Sie mich teilhaben.

» SuperArchitekt | 01.08.2012, 19:31

@Rainererich



Bevor Sie sich wieder mit aufregen. Lesen Sie den Artikel bitte. Die einzige Behörde welche eingeschaltet wurde war das Amt für Arbeitsschutz.

Eine Frage an den selbsternannten Experten.

Welches Amt prüft den den angemessenen Lohn?

Im übrigen liegen Sie auch falsch mit der Aussage:

zalando wäre niedrigpreisig.

» Puffer | 02.08.2012, 03:40

was ist daran neu ?


Wozu braucht man ein Herrn Bosch ?

Wie war das vor gut 8 Jahren. Als Medien berichteten das "Arbeitslose" auf die Straßen gingen, und gegen "Harz IV" protestierten. Als manch andere Bürger sich noch aufregten, "die sollten mal lieber arbeiten gehen, anstatt sich so aufzuspielen".
Doch dass wir - ich gehörte auch zu den Protestanten, trotz Arbeit - nicht nur gegen Harz IV protestierten interessierte keinen. Das viele Protestler solche Situationen vorraussagten wurden, wurde von den meisten Medien einfach überhört, und von manch einem Bürger sogar verspottet.Politiker wie Herr Platzek, oder mein "Freund" Bürgermeister Jakobs aus Potsdam interessierte das erst gar nicht. Doch Situationen, die teilweise auch schon vor der Harz IV-Reform üblich waren, wie bei der einstigen Drogeriekette Drospa/Speditionen Reico-Nunsdorf durften dank Harz IV noch ordendlich verschärft werden. Dabei ist Zalando auch kein Einzellfall. Nur paar Hallen weiter sieht es nicht anderst aus. Angst vor dem eigenen Ruin durch Strafen seitens der ARGE lassen dem Bürger alles machen. Während man im den Statistiken stolz berichtet, dass die Zahl der Arbeitlosen immer mehr sinkt, verschweigt man gerne die Zahl der "Aufstocker" und die, diejenigen trotz Arbeit auf ALG II angewiesen sind. Von der Dunkelziffer ganz zu schweigen. Und wer glaubt, das ausgerechnet die Parteien, die das ganze eingefädelt haben, die Arbeiter wieder aus dem Dreck ziehen,dem ist nicht zu helfen.
Gut, damals bei Drospa hatte man noch normale Toiletten, sogar 'ne Kantine stand zur Verfügung. Man hatte auch nichts dagegen, wenn man sich zwischendurch eine Zigarette gönnt. Doch dass man unter permanenter Beobachtung steht, und keine Taschen mit ins Lager nehmen darf, ist doch wohl selbstverständlich. Den Kommentar hätte man sich überings auch sparen können. >>>

» Puffer | 02.08.2012, 04:06

fortsetzung


>> Doch ZDF hätte mal gleich fortsetzen können

Man hätte noch erwähnen können, dass Dank solchem System auch Angestellte anderer Firmen mächtig unter Druck stehen. Wer die Werbung genauer betrachtet, fällt sicher auf, dass der "Zalando-Bote" eine Bekleidung trägt, die dem DHL-Angestellten mächtig ähnelt. Kein Wunder, schließlich liefert DHL die Bestellungen auch aus. Zumindest ist das anzunehmen. Doch DHL stellt immer mehr Subunternehmen ein. Ähnlich wie bei DPD,TNT,GLS und co. übernehmen immer mehr kleine Fuhrunternehmen die Aufgaben der eigendlichen DHL-Auslieferer. Meist die Touren, die an privaten Empfängern gehen. Da ist es schon nicht mehr selten, dass der Bote morgens um 5:00 (oder früher) im Depot steht, und abends 18:00 an der Tür klingelt "Guten Abend, ich hab da ein Paket für Sie". Nur weil solche Firmen darauf bestehen, und Kunden so extrem verwöhnt sind, dass die Lieferung am nächsten Tag ankommt. Egal ob der Empfänger zu Hause ist, oder selber gerade arbeitet.

Apropo Großbeeren :
Seit dem 1.8. wurde doch doe Mount-gebühr ausgedehnt. Wer sich mal die betroffenen Strecken genauer ansieht, wird feststellen, dass viele der Strecken z.T. direkte Zubringer zu wichtigen Industriegebieten sind. So auch die B101, die davon betroffen ist. Sie verbindet die A10 mit dem Gewerbegebiet bei Großbeeren und mit Berlin. Mit einer Umgehung der ursprünglichen Autobahngebühr hat das nichts zu tun. Doch wer kommt nun für diese Mehrkosten (allgemein gesehen) der Speditionen auf ? Der HDE-Geschäftsführer Kai Falk tröstet uns Kunden. Bei den Preisen werde es sich nicht bemerkbar machen. Stattdessen werde der Handel Einsparungen in Kauf nehmen müssen.....
Was soll man davon wieder halten ???

» Puffer | 02.08.2012, 04:33

na so ein Zufall


ein Zitat aus einem anderen Artikel der Maz :

"Die Chefin der Potsdamer Arbeitsagentur, Edelgard Woythe, hält auch die Tarifflucht für ursächlich: Nur 15 Prozent der Brandenburger Unternehmen seien tarifgebunden. Dass Niedriglohnempfänger staatliche Hilfen beantragen könnten, kalkulierten einige Arbeitgeber sogar mit ein, betonte Woythe."

Und zum Thema DHL... Unter Youtube ist ein Bericht zu finden "Der Paketsklave" sehr interessant. Auch Zalando wird dabei erwähnt ...
http://www.youtube.com/watch?v=my-u7lp5st4&feature=related

» Rainererich | 02.08.2012, 05:07

@SuperArchitekt


"Im übrigen liegen Sie auch falsch mit der Aussage:
zalando wäre niedrigpreisig."
Da gebe ich Ihnen sogar Recht. Das einzige was bei der Firma niedrig ist, sind die Löhne.

» TeamDocdata | 03.08.2012, 13:00

Docdata


Liebe Leserinnen und Leser der Märkischen Allgemeinen,

wir von Docdata nehmen die Verantwortung für unsere Mitarbeiter und unser Geschäft sehr ernst. Jeglichem unseren Geschäftsbetrieb betreffenden Vorwurf oder Hinweis gehen wir umgehend nach, um schnell und nachhaltig Kritikpunkte zu prüfen und gegebenenfalls auch umgehend abzustellen. Wir sind stets daran interessiert, Prozesse und Arbeitsabläufe zu hinterfragen sowie Verbesserungen durchzuführen.

Eine vollständige Stellungnahme zu der zuletzt geäußerten Kritik finden Sie unter
http://docdata.de/news/Alle-News/wir-tun-unser-bestes-um-ein-guter-arbeitgeber-zu-sein.aspx

» Puffer | 03.08.2012, 19:27

Link


kann man dem Loink trauen ??
nicht dass mich nacher Ihr Patner mit Zalandowerbung bombadiert !!!

(währe nichts neues )

» Puffer | 03.08.2012, 19:46

Schöner Text


@TeamDocdata

Sie befinden sich hier in einem Forum einer Weitaus bekannten Tageszeitung. Warum nutzen Sie nicht gleich diese Gelegenheit, und laden die Presse ein ?
Ein Paar Fotos oder gar Videos (natürlich mit verpixelten Gesichtern) würden es auch tun.
Und wenn man das regelmäßig freiwillig zeigt, denn würde ihr Ruf, vor allem auch der Ruf Ihres Patners sich auch wieder ändern.

Vlt. sollte man allgemein mehr reale Bilder hinter den Kolissen bekannt geben, für mich zum Beispiel wären gute Arbeitsbediengungen inklusive manch ein Bonus für Mitarbeiter eine bessere Werbung als die ihres Patners, so ein alberner nervender Quatsch im Fernsehen !!!
Und ich muß echt zugeben, ich würde bei Ihnen auch nicht arbeiten wollen, selbst nicht bei höheren Verdienst !!!

Aber zum Trost:
Es gibt leider viele andere Arbeitgeben, bei denen die Situation ebenso - oder gar schlimmer ist...
Kompliment, daß Sie sich dazu äußern, immerhin besser als keine Stellungnahmen !!!

» SuperArchitekt | 08.08.2012, 23:32

Zeit für eine Umbenennung


nach dem dies samwer copy and paste Projekt immer weiter Abrutscht.

Wäre es Zeit für eine Umbenennung.

Hier 2 Vorschläge:

Nervlando

zaRlando mit R wie in Zar

» SuperArchitekt | 08.08.2012, 23:35

@Docdata


@Docdata

Wenn Sie die Verantwortung für ihre Mitarbeiter ernst genommen hätten, wie Sie selber schreiben, dann würden Sie nicht als Sweatshop in den Schlagzeilen stehen.

Ihre Antwort ist in sich schon ein Widerspruch.

Die Bewertungen von Zalando unter

http://www.kununu.com/de/all/de/in/zalando

sagen zudem alles.

Solche Firmen wie Zalando oder SNT sind leider typisch hier.

Wer kann sollte in den Westen gehen, wer heute für 7 Euro bei Zalando oder SNT arbeitet kommt nie auf den grünen Zweig.

Warum Zalando noch Fördermittel wie in Erfurt bekommt ist nicht nachvollziehbar.

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