Erst gestern machte die Nachricht die Runde: Etwa 40 vermummte Rechtsextreme marschierten bereits am späten Freitagabend durch Hennigsdorf. Schwarz gekleidete Schattengestalten mit Fackeln, die ihre dumpfen Sprüche aufsagten.
Die Hennigsdorfer ließen sich den unangemeldeten Aufmarsch nicht lange bieten, riefen die Polizei. Als die Beamten kamen, stob der Mob in alle Richtungen auseinander. Dennoch bekamen die Gesetzeshüter einige der vermummten Gestalten zu fassen, stellten die Personalien fest. Sieben waren bereits wegen einschlägiger rechtsradikaler Straftaten polizeilich bekannt.
Dieses Mal trugen die Neonazis das Konterfei von Erich Priebke vorm Gesicht. Er war am 29. Juli 1913 in Hennigsdorf geboren worden. Im Jahr 1944 war der SS-Offizier an der Erschießung von italienischen Zivilisten beteiligt, darunter Kinder. Priebke bereut das öffentlich, entschuldigt sich aber mit einem „Befehl“. Dennoch ist er für die Morde 1998 zu einer Freiheitsstrafe verurteilt worden. Späte Gerechtigkeit.
Die Marschierer haben sich vermummt gezeigt, hinter Masken mit dem Gesicht eines verurteilten NS-Kriegsverbrechers. Aber damit haben sie in Hennigsdorf einmal mehr das wahre Gesicht des Rechtsextremismus gezeigt.