SCHÖNWALDE-GLIEN - Es kann sich buchstäblich nur noch um Jahrzehnte handeln, dann aber könnte die Gemeinde Schönwalde-Glien um eine Freizeitanlage, einen Sportplatz und ein Vereinsheim reicher sein: Die Gemeindevertreter bekundeten auf einer Sondersitzung am Dienstag ihren grundsätzlichen Willen, sich ab jetzt konkret mit dem Projekt im Erlenbruch zu beschäftigen.
Geplant ist dort seit Langem eine Anlage mit Fußballplatz und Volleyballfeld, Umkleideräumen und unter anderem auch Zelt-, Grill- und Spielplätzen. Seit ein paar Tagen existieren differenzierte Zahlen und Zeichnungen dazu – „mit der heißen Nadel gestrickt“, wie Bürgermeister Bodo Oehme zugab. Das neue Material soll nun in den Ausschüssen diskutiert werden. Das ist das wesentliche Ergebnis der Abstimmung am Dienstagabend, auch wenn auf den Beschlussvorlagen etwas anderes gestanden hatte.
Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, Fördergeld für das Vereinsheim und die Freizeitanlage zu beantragen. Das ging vielen Vertretern aber zu schnell. Insgesamt 2,2 Millionen sind für Planung und Bau derzeit veranschlagt. Drei Viertel davon könnte das Land übernehmen, wenn sich die Gemeinde beeilt. „Irgendwann ist auch dieser Topf leer“, sagte Hauptamtsleiter Kurt Hartley. „Wir sollten noch in diesem Jahr den Antrag stellen. Ob aber alles gefördert wird, weiß ich nicht.“ Für den dazugehörigen Sportplatz kann die Gemeinde definitiv nichts mehr erwarten, sondern muss ihn für mindestens eine Million Euro selbst finanzieren (MAZ berichtete).
Für den Rest muss Schönwalde auch im Förderfall zusätzliche rund 600 000 Euro Eigenanteil tragen. Um das Mammutprojekt zu stemmen, soll es voraussichtlich über zehn, fünfzehn Jahre gestreckt werden. Insgesamt werden für die Anlage mehr als vier Millionen veranschlagt, eventuelle Steigerungen der Arbeits- und Rohstoffkosten nicht mitgerechnet. Kämmerin Katrin Liesegang wies darauf hin, dass Schönwalde einen Kredit aufnehmen müsse. „Es ist klar, dass die Gemeinde das nicht aus eigenen Mitteln bezahlen kann. Wir haben ein Minus im Haushalt.“
Mehrere Gemeindevertreter fragten, ob und wie man sich das leisten könne. Bürgermeister Oehme warb darum, sich zunächst grundsätzlich für das Projekt auszusprechen. „Wenn wir dann herausfinden, dass wir uns das nicht leisten können, ziehen wir die Reißleine“, sagt er. (Von Jana Einecke)