Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

14ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Lokales
  3. » Oberhavel
  4. » Lokalnachrichten
02.08.2012

Beitragsfunktionen:

Ankläger fahnden nach Neonazis

Nach Hennigsdorfer Aufmarsch gibt es für Hinweise 1000 Euro Belohnung

HENNIGSDORF - Ein gespenstischer Anblick: Am Freitag gegen 22.20 Uhr trugen etwa 40 maskierte Neonazis Fackeln und Transparente durch die Hennigsdorfer Nacht, grölten die üblichen fremdenfeindlichen Parolen. Bis die Polizei die verbotene Versammlung in der Innenstadt störte und die Neonazis flüchteten (MAZ berichtete). Für Hinweise, die zu den Drahtziehern führen, hat die Staatsanwaltschaft Neuruppin gestern 1000 Euro Belohnung ausgesetzt.

Oberstaatsanwältin Lolita Lodenkämper sagt, man wolle nichts unversucht lassen, die Teilnehmer zu überführen. „Leute, die im Gleichschritt durch die Innenstadt marschieren – da hat man doch das Gefühl, wir sind wieder im Dritten Reich.“ Den Teilnehmern drohen mitunter Haftstrafen ohne Bewährung. Mögliche Spuren bei der Suche gibt es im Internet. Auf einer Homepage haben Teilnehmer des Aufmarsches, die sich als „junge Deutsche“ bezeichnen, Fotos und einen Text zum – so wörtlich – „spontanen Fackelmarsch“ veröffentlicht. Ob das bei den Ermittlungen helfen könnte, wollte Lolita Lodenkämper nicht kommentieren.

Die Belohnung der Staatsanwaltschaft ist ein ungewöhnlicher Schritt, sagt Gabriele Schlamann vom Mobilen Beratungsteam im Brandenburgischen Institut für Gemeinwesenberatung. „So was höre ich zum ersten Mal.“ Das ausgelobte Geld zeige aber, wie ernst die Behörden den Vorfall nehmen. Und das zu Recht. Der Aufmarsch, sagt die Expertin, könnte ein Weckruf für die rechte Szene in der Region sein. Zwar gibt es einen NPD-Ortsverein Hennigsdorf-Velten, die Öffentlichkeit suchten die Rechtsextremen aber bisher nicht. Zuletzt klebten aber in der Gegend um den Hennigsdorfer Bahnhof immer wieder fremdenfeindliche Sticker. „Man muss genau aufpassen, was da passiert“, so Schlamann. (Von Marco Paetzel)


Ihre Meinung ist gefragt!

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv