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03.08.2012

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Pilotschulen starten durch

Inklusion erfolgt schrittweise / Lehrer bereiten sich aufs neue Schuljahr vor

WÜNSDORF - „Inklusion“ oder besser gesagt „Schule für alle“ heißt das Thema, auf das sich aller Lehrer Brandenburgs langsam einstellen müssen. Zunächst heißt es aber „Ping“ – Pilotprojekt Inklusive Grundschule, wie es das Bildungsministerium getauft hat. An „Ping“, das in diesem Schuljahr anläuft, beteiligen sich im Schulamtsbezirk Wünsdorf acht Pilotschulen, davon drei Grundschulen im Landkreis Teltow-Fläming (Baruth, Blankenfelde und Großbeeren) und fünf im Nachbarkreis Dahme-Spreewald, wie Winfried Otto, Leiter des Schulamtes Wünsdorf, gestern bei einer Pressekonferenz mitteilte.

Die nun bevorstehenden beiden Schuljahre sind als Pilotphase gedacht. Planungsziel ist es, ab 2015/16 die inklusiven Schulen in der Primarstufe schrittweise, beginnend mit der Jahrgangsstufe 1, einzuführen. „Das betrifft ausschließlich die Förderschwerpunkte Lernen, emotionale und soziale Entwicklung und Sprache“, betonte gestern Ursula Rabes, koordinierende Schulrätin der Grund- und Förderschulen. „Die anderen sonderpädagogischen Förderbedarfe sind davon nicht betroffen, es sei denn, die Eltern wünschen, dass ihre Kinder in einer Regelschule aufgenommen werden.“ Die Pilotschulen werden in der ersten Phase mit zusätzlichen Lehrerstellen versorgt. Dort werden neue Klassen mit nicht mehr als 25 Schülern gebildet, und an jeder Pilotschule wird eine Sonderpädagogin tätig sein. Weiterhin werden die Lehrkräfte in dieser Zeit weitergebildet, und ein Team aus neun Beraterinnen wird die Pilotschulen aktiv unterstützen.

Insgesamt gestaltet sich der Schulamtsbezirk Wünsdorf, der mit der Einführung von Landesagenturen in anderthalb Jahren aufgelöst und aufgeteilt werden soll, als stabil. Es werden keine Schulen dazukommen und auch keine wegfallen. Zwar gebe es in der Primarstufe etwa 150 Schüler weniger, was bei 60 Schulen aber pro Schule im Schnitt nur einen Rückgang von 2,5 Schülern bedeuten würde. Dagegen erlebt die Sekundarstufe I einen Aufschwung von 400 Schülern, weil der 10. Jahrgang, der im vergangenen Schuljahr ausgeschieden ist, erheblich kleiner war als der neue. Und weil in diesem Jahr gleich zwei Jahrgänge ihr Abitur gemacht haben, sinkt die Zahl der Pennäler in der gymnasialen Oberstufe um 250.

Das hat wiederum zur Folge, dass vor allem Lehrer, die bisher an einem der zehn Gymnasien unterrichteten, dies künftig in Ober- oder Grundschulen tun werden. Insgesamt gebe es 60 Umsetzungen im Schulamtsbereich, „davon drei Viertel auf Wunsch“, so Schulrat Otto.

Derzeit gibt es rund 2500 Lehrkräfte in Teltow-Fläming und Dahme-Spreewald. 28 von ihnen wurden jetzt unbefristet neu eingestellt und 50 auf ein Jahr befristet, obwohl insgesamt mehr ausgeschieden sind. Das Problem liegt vor allem darin, dass nur wenige Lehramtsbewerber die gewünschten Fächerkombinationen haben. „Bei Deutsch und Geschichte stapeln sich die Bewerbungen“, so Ursula Rabes, „aber in Mathematik und Physik haben wir nur eine Referendarin.“ (Von Hartmut F. Reck)


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