POTSDAM - Brandenburgs Polizei verabschiedet sich von den altgedienten Gummiknüppeln. Nach und nach werden sie durch neue Teleskopschlagstöcke ausgetauscht. 4380 dieser ausziehbaren Stöcke im Wert von 386 000 Euro hat das Land insgesamt angeschafft, wie aus einer Antwort von Innenminister Dietmar Woidke (SPD) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. „Einsatzstock kurz, ausziehbar“, kurz „EKA“, heißt das neue Modell.
Die ersten Kollegen der Bereitschaftspolizei, der Kripo und der Fahrradstaffeln in Potsdam tragen laut Ministerium die neuen Stöcke bereits. Sie seien im eingefahrenen Zustand deutlich kleiner als die bisherigen Knüppel. Die Waffen sollen den Beamten nicht nur mehr Schlagkraft verleihen, sie sollen auch in kritischen Situationen zur Deeskalation beitragen. Denn die Geräte sind kleiner und wirken damit nicht so martialisch.
Die Waffen sind nicht unumstritten. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hatte die Schlagstöcke in der Vergangenheit als besonders gefährlich kritisiert. Ein Schlag gegen sensible Körperteile könne schlimme Folgen haben. Deswegen müssten Polizisten besonders geschult werden. Das geschieht in Brandenburg: Polizisten, die einen Schlagstock neuen Typs mitführen wollen, müssen eine Zertifizierung nachweisen. (MAZ)