LINTHE - Die wachsende Zahl von Wölfen im Fläming sorgt für erhitzte Gemüter. Grund genug für die CDU-Fraktion des Kreistages Potsdam-Mittelmark, bei einer Podiumdiskussion mit Befürwortern und Gegnern der in der Mark Brandenburg begonnenen Neuansiedlung des Isegrims sowie mit externen Experten zu beraten.
Gut 70 Personen folgten der Debatte. Dabei saßen sich am Montagabend im Gasthaus „Linther Hof“ Naturschützer und Jäger unversöhnlich gegenüber. Für den Jäger Bodo Puschner ist der Wolf kein Kuschel-, sondern ein Raubtier. „Mehr als 30 Wölfe verträgt unser Kreis nicht“, sagte der CDU-Kreistagsabgordnete. „Wenn man sie schützen will, sollte man sie betäuben und in Bayern wieder auswildern“, schlug er vor. Für Bodo Antonic, Jagdpächter aus Deutsch Bork, stellt sich die Frage nach Nutzen und Existenzberechtigung des Isegrims gar nicht: „Das Ziel sollte sein, Deutschland wolfsfrei zu halten. Ich wüsste keinen Grund, weshalb wir Wölfe haben sollten, außer als Kupferstich an der Wand“, so der Unternehmensberater.
Für Sven Herzog ist eine solche Sicht falsch. „Diese Frage darf man nicht stellen, jede Art hat eine Existenzberechtigung“, sagte der Professor für Waldökologie und Jagdwirtschaft an der Technischen Universität Dresden in Linthe. Dort stellte er seine Forschungsergebnisse vor. „Der Grund für die Verfolgung des Wolfes durch Menschen war einst die Nahrungskonkurrenz“, sagte der Wissenschaftler. So sah es auch Birgitt Häßler aus Bad Belzig. „Auch wenn nicht gejagt werden würde, müsste in Deutschland keiner verhungern“, so die Tierärztin. Auch für den Waldbiologen Ulrich Wotschikowsky aus Oberammergau stellt sich die Frage, ob Wölfe nötig sind, nicht. „Im Land Brandenburg fehlt aber leider ein Monitoring.“
Auch Sven Herzog übte Kritik an der Politik. „Die Tierwelt kommt. Wenn wir sie haben wollen, müssen wir Ziele benennen und Rahmenbedingungen schaffen, hier ist in Brandenburg einiges verschlafen worden.“ Wichtig ist ihm, dass sich alle Beteiligten – Naturschützer, Jäger, Landwirte und Verwaltungen – „auf Augenhöhe begegnen“.
Der Land- und Kreistagsabgeordnete Ludwig Burkardt (CDU) sieht derzeit keine Mehrheit, die Bejagung des Wolfes per Gesetz zuzulassen. „Wir müssen aber darüber diskutieren, es wird wohl kein Weg an der Öffnung des Jagdgesetzes vorbeiführen“, so Burkardt. Auch für den CDU-Fraktionschef im Kreistag, Rudolf Werner, ist das der Weg. „Wir werden versuchen, auf kreislicher Ebene eine wissenschaftliche Aufarbeitung und ein Monitoring anzuregen. Eine Jagderlaubnis bei Notwendigkeit muss möglich sein.“
Der Vortrag von Sven Herzog zum Thema „Wolf und Mensch: Wege zu einer guten Koexistenz“ ist im Internet zu finden unter www.ljv-sachsen.de/fileadmin/user_upload/PDF-files/Herzog.pdf (Von Andreas Koska)
Managementplan im Aufbau:
Ein voller Erfolg war der Nuthetaler Handwerkertag am 20. April rund um den Marktplatz „Zum Springbruch“ in Bergholz-Rehbrücke. Das rege Zusammenwirken der Geschäfte, Handwerksbetriebe und all der Helfer rund um die Organisation und das Rahmenprogramm ermöglichte einen bunten Einblick in die Vielfalt des gemeindlichen Lebens.
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