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08.08.2012

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Externe Ausschreibung geplant

Wustermarks Bürgermeister Schreiber hat nach dem Abgang seines Vize Guttschau ein Personalproblem

WUSTERMARK - Zeit für einen geruhsamen Einstieg nach dem Urlaub blieb Holger Schreiber nicht. Aus den Ferien zurückgekehrt musste sich der parteilose Wustermarker Bürgermeister sogleich mit dringenden Personalfragen befassen. In der vergangenen Woche war bekannt geworden, dass Andreas Guttschau (SPD), Vizebürgermeister und Fachbereichsleiter für Standortförderung/Infrastruktur, der Wustermarker Verwaltung den Rücken kehrt. Er beginnt Mitte des Monats im Jobcenter des Landkreises Havelland als Bereichsleiter Zentral. Als Grund für den Jobwechsel hatte der 50-jährige Verwaltungsbeamte, der mit seiner Familie in Potsdam lebt, ein zerstörtes Vertrauensverhältnis zum Bürgermeister angeführt (MAZ berichtete).

Guttschau werde noch bis zum 15. August in Wustermark im Dienst sein, um eine geordnete Übergabe zu gewährleisten, erklärte Bürgermeister Schreiber. Aber die Frage, wer die Nachfolge in dem Schlüsselressort der Gemeinde antritt, das auch für das Güterverkehrszentrum und die Schulen zuständig ist, steht im Raum. Rathauschef Schreiber ließ keinen Zweifel daran, dass er eine externe Ausschreibung favorisiert. „Darüber will ich aber noch mit den Fachbereichsleitern reden“, sagte er. Besprochen wurde dagegen schon, wie es kurzfristig weitergeht. Sieglinde Herkules, seit 1993 im Amt Wustermark und seit Jahren Guttschaus Stellvertreterin, soll den Fachbereich kommissarisch übernehmen, bis eine endgültige Personalentscheidung gefallen ist. Die Spezialistin für Bauleitplanungen ist darüber schon informiert worden. Viel will die Elstalerin zu der bevorstehenden Aufgabe nicht sagen: „Ich bin gerade dabei, mich an den Gedanken zu gewöhnen“, so Sieglinde Herkules. Sie bedauert den Rückzug Guttschaus aus Wustermark. „Er ist ein guter Verwaltungsfachmann“, lobte sie.

Während Andreas Guttschau aus Unstimmigkeiten mit dem Bürgermeister keinen Hehl machte, sind vom Rathauschef offiziell keine kritischen Töne zu vernehmen: „Die Zusammenarbeit mit ihm war fair und vernünftig“, äußerte er. Schreiber sieht lediglich inhaltliche Meinungsverschiedenheiten, etwa beim Gaskraftwerk: Schreiber war dagegen, Guttschau dafür. Oder aktuell beim Kitaneubau für Elstal: Schreiber ist dafür, sein Vize Guttschau sprach offen dagegen. Auf Vorwürfe der Illoyalität Guttschaus, wie sie etwa der CDU-Chef Halvor Adrian geäußert hat, lässt sich Schreiber nicht ein. Er sieht es auch nicht als Fauxpas, dass Guttschau seinen Abgang ausgerechnet im Urlaub des Verwaltungschefs verkündet hat. Immerhin war Schreiber leicht vorgewarnt: „Kurz vor dem Urlaub hatte es einen vagen Hinweis von Herrn Guttschau auf einen beruflichen Wechsel gegeben, aber noch nichts Endgültiges“, so der Rathauschef.

Für Guttschau waren es neben fachlichen Differenzen Schreibers im Wahlkampf verschwiegene Stasikontakte, die einer Zusammenarbeit entgegenstanden. Als die Stasidebatte lief, war der 50-jährige Verwaltungsbeamte von den Gegnern Schreibers sogar als möglicher neuer Bürgermeister gehandelt worden. Offiziell wurde dies aber nie. Schreiber überstand die Stasiaffäre und blieb.

Hört man sich dieser Tage im Rathaus um, erfährt man, dass die Nachricht vom bevorstehenden Weggang Guttschaus für die meisten Mitarbeiter eine Überraschung war. Sie ahnten nichts. Zumindest weiß Rathauschef Schreiber, dass der neue Fachbereichsleiter oder die neue Leiterin ausgewiesen gut in den Gebieten Wirtschaft, Verwaltung und Organisation sein soll. Zur Zeitschiene für die Besetzung konnte er noch nichts sagen. (Von Anke Fiebranz)


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