Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

11ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Nachrichten
  3. » Brandenburg/Berlin
  4. » Alle Meldungen aus Brandenburg/Berlin
09.08.2012

Beitragsfunktionen:

Von Rechten zu Tode gequält

Die Stadt Eberswalde debattiert über ein würdiges Gedenken an Amadeu Antonio

EBERSWALDE - Am Tatort rauscht der Straßenverkehr unaufhörlich. Lastwagen rumpeln auf eine Kreuzung zu, Autofahrer steuern die Parkplätze mehrerer Discounter an. Wer an der Eberswalder Straße innehalten möchte, hat keine Chance auf Stille. Hier jedoch ist die Stätte der Tötung, manche sagen des Mordes. Und auch eine Stelle des Gedenkens: Vor dem Eingang eines Gewerbebetriebes an der Eberswalder Straße hängt die Tafel, mit der an Amadeu Antonio erinnert wird. Man kann sie leicht übersehen.

Der Angolaner ist eines der ersten Opfer rechter Gewalt in Ostdeutschland nach der Wende. Er starb am 6. Dezember 1990 nach einer Gewaltorgie in Eberswalde (Barnim). Antonio erlag seinen schweren Verletzungen nach dem Überfall in der Nacht zum 25. November. An diesem Sonntag hätte er seinen 50. Geburtstag gefeiert – er wurde nur 28 Jahre alt.

„Es war ein Pogrom gegen die Schwarzen“, sagt Kai Jahns von der Kampagne „Light me Amadeu“. Er steht vor dem Gedenkstein und erzählt davon, wie Rechte Antonio mit Tritten und Schlägen quälten. Die Jagd galt auch anderen Angolanern, die sich ein paar Schritte vom Tatort entfernt häufig in einer Gaststätte trafen. Jahns wirft Polizisten, die damals anwesend waren, vor, nicht früh genug eingeschritten zu sein.

Jedes Jahr im Herbst erinnern Initiativen und Vertreter der Stadt an dem Gedenkstein an Amadeu Antonio. Auch für diesen Sonntag sind Veranstaltungen geplant – überschattet von einer monatelangen Debatte über ein würdiges Gedenken an den früheren Vertragsarbeiter. Jahns und seine Mitstreiter wollen, dass die Eberswalder Straße in Amadeu-Antonio-Straße umbenannt wird. Die Stadtverordneten haben allerdings noch keinen Beschluss gefasst, es gibt Widerstand in der Bevölkerung.

Die Stadt sei mehrheitlich noch nicht in der Lage zu trauern, meint die Vorsitzende der Amadeu-Antonio-Stiftung in Berlin, Anetta Kahane. Und Jahns will nicht, dass eine kleine, unauffällige Straße nahe dem Tatort nach dem Opfer benannt wird. Dieser Vorschlag kam in der Diskussion als Alternative zur Umbenennung der großen Eberswalder Straße auf. Dabei sei es doch nur ein ein Kilometer langer Abschnitt der Verkehrsader, der künftig Amadeu-Antonio-Straße heißen solle, sagt Jahns.

Nach einer offiziellen Gedenkveranstaltung der Stadtverordneten am Sonntag planen er, der afrikanische Kulturverein und weitere Unterstützer eine symbolische Umbenennung – zum wiederholten Mal nach einer ersten Aktion im vergangenen Jahr, als das blau-weiße Schild der Eberswalder Straße kurzzeitig überklebt wurde.

Beginnen soll die Amadeu-Antonio-Straße an einer ganz speziellen Kreuzung: Einer Kreuzung, an der im Zweiten Weltkrieg Baracken eines KZ-Außenlagers standen. Jahns sagt, dass auf der anderen Seite vor 20 Jahren ein Heim für Asylbewerber in Flammen stand. Von der Kreuzung ist es nicht weit zum Gedenkstein.

Die Stadt möchte mit den Einwohnern in den nächsten Monaten ein Konzept für ein würdiges Gedenken an das Opfer entwickeln. Ob am Ende eine Umbenennung einer Straße oder eines Gebäudes steht, ist völlig offen. Außerdem soll ein Anti-Rassismus-Konzept entstehen – aber nicht mehr in diesem Jahr, wie der Stadtsprecher ankündigt. „Die Straße kommt“, gibt sich Jahns zuversichtlich. „Die Verzögerung ist gar nicht schlecht“ – so werde immerhin über Rassismus diskutiert. (Von Leticia Witte, dpa)


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Investor | 09.08.2012, 16:43

Kultur!?


meinetwegen auch Kulturverein,wofür,weshalb,weswegen,wozu?
Einfache Fragestellung an die Damen und Herren die Zwietracht in dieser unserer Gesellschaft säen wollen.
Meine Meinung,meine Ansicht.

Zur Gestaltung gibt es einfache Lösungen.Allerdings nur in diesem unserem Lande.
Ersuchen an das "Wahrheitsministerium" um gefällige Formulierungen.Sollte kein Problem sein.

Das Böse der Bösartigkeit der Rechten,sofern es sich noch steigern läßt,nochmals in das rechte Licht stellen.

Dauerbesetzung der Straße durch 200 Vermummte,sollte doch auch möglich sein.

Wenn Gutmenschen ein Problem haben,müssen alle leiden.

Schaun mer mal.



Zwei deutsche Vereine im Champions-League-Finale: Wem wünschen Sie den Sieg?

Abstimmung

Stimme abschicken
» Zum Ergebnis