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18.08.2012

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Alles auf dem Schirm

Die Ziele auf der Hauptschießbahn des Truppenübungsplatzes Klietz werden jetzt per Computer gesteuert

KLIETZ - Die große Innovation kommt unspektakulär daher. Schießbahn Nr. 13, die wichtigste Anlage auf dem Truppenübungsplatz Klietz, kann seit wenigen Tagen komplett per Computer gesteuert und kontrolliert werden. Im Gelände ist davon nichts zu erkennen und wie Computer aussehen, weiß man ja. Für mehrere Millionen Euro sind die zwei Abschnitte der Hauptschießbahn von 2002 an neu gestaltet worden. Jetzt ist ein vorläufiges Ende erreicht und das i-Tüpfelchen ist die Computersteuerung.

Die Schießbahn Nr. 13, deren zwei Abschnitte zusammen über neun Kilometer lang sind, ist die Anlage, auf der meist die schweren Waffen schießen. Was die Bundeswehr betrifft, zählen dazu die Schützenpanzer Marder und Luchs, die 20-Millimeter - Maschinenkanonen haben. Mehr Durchschlagskraft bringt der Standard-Panzer Leopard 2 mit, der über eine 120-Millimeter-Kanone verfügt. Zielentfernung bis zu 2,5 Kilometer. Nicht zu vergessen ist die Panzerhaubitze 2000, die eine 150-Millimeter-Kanone führt, bis zu 40 Kilometer weit schießen kann, dieses Potenzial auf dem Platz Klietz aber natürlich nicht ausschöpft.

Oberstleutnant Jörg Wiederhold (48 Jahre), seit 26. Juli Kommandant des Übungsplatzes Klietz, ist es anzusehen, dass er stolz darauf ist, jetzt eine große computergesteuerte Schießbahn zu haben. Grundsätzlich ist das ein Ausstattungsmerkmal, das auf jedem Übungsplatz in Deutschland Standard sein soll. Doch so weit ist die Bundeswehr noch nicht, und da die Anlage in Klietz gerade erst fertig geworden ist, darf man sicher sein, dass sie dem neuesten Stand der Technik entspricht. Was geht auf so einer Schießbahn, das sonst nicht möglich ist? Jörg Wiederhold erklärt: Der leitende Offizier kann vor der Übung in den Computer eingeben, wie die Schießübung ablaufen soll. Genauer: Er programmiert, wo wann welches Ziel auftaucht. Der PC macht es zudem möglich, noch während der Übung die Vorgaben zu verändern, wenn sich neue Anforderungen ergeben haben.

Nicht zu vergessen ist die nunmehr deutlich erleichterte Zielauswertung. Musste früher möglicherweise mit dem Fernglas oder durch persönlichen Augenschein nachgesehen werden, ist heute am Bildschirm abzulesen, wie weit es Treffer oder Fehlschüsse gibt. Jörg Wiederhold sagt: „Die Übungen können deutlich flexibler gestaltet werden und die Truppe hat viel mehr Zeit für das Schießen, weil nicht mehr so viele organisatorische Sachen anfallen.“ Dem neuen Platzkommandanten war es wichtig, darauf hinzuweisen, dass er dem Schießlärm besondere Aufmerksamkeit widmen will. Die Genehmigungslage gebe es her, so teilt er mit, 18-mal im Jahr den gesetzlich auferlegten Lärmwert zu überschreiten. Doch sein Ziel sei es, sagt Jörg Wiederhold, künftig keine einzige Lärmüberschreitung zuzulassen. Das lasse sich planen, weil alle Einheiten im Vorfeld genau melden müssen, womit und wie oft sie auf dem Platz schießen oder sprengen wollen. Mit einem Computerprogramm können danach die zu erwarteten Lärmwerte vorausberechnet – und gegebenenfalls beeinflusst – werden.

Für den Platz Klietz sind übrigens 235 Übungstage im Jahr zugelassen. In dieser Woche sind schon Einheiten dagewesen, die gesprengt und mit Handfeuerwaffen geschossen haben. Etwas lauter wird es ab 20. August, wenn Grenadiere mit Schützenpanzern des Typs Marder kommen. Noch etwas mehr dürfte vom Schießen zu hören sein, nachdem am 27. August ein Leopard-2-Lehrbataillon angereist ist. Das wäre dann das erste Mal, dass große Kampfpanzer die computergesteuerte Schießbahn nutzen. (Von Bernd Geske)


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