Es war nur ein Spiel, es waren nur 90 Minuten, es handelt sich also vergleichsweise nur um einen Wimpernschlag des Lebens. Und dennoch ist dieser klitzekleine Augenblick lang und spektakulär genug gewesen, um sich in der Chronik von Verein und Stadt einen dauerhaften Platz zu sichern. So standesgemäß, wie es sich bei einem derart großen Klassenunterscheid erwarten lässt, hat Brandenburgligist SV Falkensee-Finkenkrug gegen die Erstliga-Mannschaft VfB Stuttgart das Spiel im DFB-Pokal verloren. Die Pokalsensation ist einem anderen Team gelungen, dem Regionalligisten Berliner AK, der die Bundesligastars aus Hoffenheim abwatschte. FF indessen hat fünf Tore von den Schwaben kassiert, keins geschossen – damit sind sie rausgeflogen, das aber erhobenen Hauptes und mit Respektbekundungen von Gegner, Publikum und professionellen Beobachtern. Die Falkenseer können sich vor allem deshalb als Sieger fühlen, weil sie geleistet haben, was sie leisten konnten. Von diesem positiven Eindruck profitieren Mannschaft und Verein, und es zehrt davon die Stadt – ihr Image wurde aufpoliert. Dass es das Pokalspiel dem SV FF ermöglicht, Schulden abzulösen, veredelt das Ganze ein bisschen mehr. Doch das ist vergänglich, während das Erlebnis bleibt.