FALKENSEE - Für das Falkenseer Bündnis gegen Rechts ist der September die geschäftigste Zeit des Jahres. Das hat damit zu tun, dass in diesem Monat zum siebten Mal das Falkenseer Stadtevent gefeiert wird – veranstaltet vom Bündnis, das im Jahr 2005 gegründet worden war. An mehreren Orten in der Stadt gibt es dann jeweils einen Abend lag Musik aus verschiedenen Teilen der Welt. „Musik für Demokratie und Völkerverständigung“, wie es heißt (siehe Infokasten).
Doch ganz ungetrübt ist die Vorfreude diesmal nicht. Denn offensichtlich gibt es in Falkensee stärkere fremdenfeindliche Tendenzen und im Verborgenen laufende Aktivitäten Rechtsextremer, als bisher angenommen worden war. Das jedenfalls ist die Meinung einzelner Vertreter des Bündnisses gegen Rechts.
Sie verweisen unter anderem auf einen Vorfall, der sich am Himmelfahrtstag am Falkenhagener See zugetragen hatte. Bei einer Rangelei zwischen zwei feiernden Gruppen war ein 22-Jähriger verletzt worden. Zuvor hatten Mitglieder der einen Gruppe rechtsextreme Parolen gerufen und Musik mit vermutlich ähnlichem Inhalt abgespielt. Das beklagten die Mitglieder der anderen Gruppe. Sie gerieten aneinander, woraufhin die Polizei verständigt wurde. Ein 27-Jähriger widersetzte sich, er trat gegen den Streifenwagen und verletzte einen Polizisten mit einem Kopfstoß. Die Kripo ermittelte dann wegen verschiedener Delikte.
In früheren Jahren war des Öfteren der Falkenseer Geschichtspark (ehemaliges KZ-Außenlager) geschändet worden, Hakenkreuz-Schmierereien gab es immer wieder auch andernorts im Stadtgebiet. Bislang war es zwar nicht zuletzt mit Protestaktionen, die das Bündnis organisiert hatte, gelungen, öffentliche Auftritte der NPD in Falkensee zu verhindern. Der Verfassungsschutz sieht nun dem Vernehmen nach aber Indizien dafür, dass sich in der Gartenstadt ein Ortsverein der rechtsextremen Partei gründen will.
Anders als in Nauen war es in Falkensee Kandidaten vom rechten Rand weder bei der Kommunalwahl 2008 noch bei der Landtagswahl 2009 gelungen, genug Unterstützer-Unterschriften für einen Platz auf dem Stimmzettel zu erhalten. Das Bündnis gegen Rechts und sein weites soziales Netzwerk sehen das als Erfolg ihrer Arbeit an. (Von Stefan Kuschel)