WÜNSDORF - Für mehr Verständnis und Toleranz wirbt das seit drei Jahren – immer Ende August – stattfindende Feuerwerk der Kulturen in Wünsdorf. Multikulti wird bei diesem Familienfest im und rund um das Bürgerhaus groß geschrieben. Und so hatte auch am Samstag das Netzwerk Zomera, das sind Sozialarbeiter und -pädagogen aus Zossen, Am Mellensee und Rangsdorf sowie das Deutsche Rote Kreuz und die Stadt Zossen, ein abwechslungsreiches Programm vorbereitet.
Gaby aus Wünsdorf kam extra wegen Marc Kofi Assamoah. „Der Trommler aus Ghana war beim ersten Fest dabei und hat mich total begeistert. Ich liebe diesen Rhythmus, den er auf das gesamte Publikum überträgt, und uns alle zum Mitmachen animiert.“ Assamoah, nicht mit dem berühmten Fußballer verwandt, denn der Name ist in Ghana so häufig wie in Deutschland Müller, Meier oder Schulze, ist zum zweiten Mal beim Feuerwerk der Kulturen. Im vergangenen Jahr warteten seine Fans vergeblich auf ihn. Aber an diesem Samstagnachmittag fesselte er seine Zuschauer im Alter von null bis geschätzten 77 Jahren im großen Saal des Bürgerhauses. Freiwillig oder mit ein bisschen Nachdruck holte er sich Verstärkung ins Rampenlicht, um gemeinsam an den afrikanischen Djemben Rhythmen und Takte zu produzieren. Das sind aus einem ausgehöhlten Stamm gefertigte Trommeln, die mit Ziegen oder Hirschfell bespannt sind.
Nicht weniger Begeisterung riefen die Tänzerinnen und Tänzer der Dabendorfer Bauchtanzgruppe „Latifa Quamar“ hervor, die das Publikum in die Bollywood-Welt einführte. Zu den Stammgästen beim Feuerwerk der Kulturen gehören auch die Tänzerinnen des Jugendklubs Steinbruch aus Sperenberg, deren Perfektion von Jahr zu Jahr zunimmt.
Im Café „International“ bei Marita Herrendörfer, Jugendbetreuerin aus Mellensee, und ihren Schützlingen aus dem Jugendklub Explosiv, gab es Kuchenkreationen von fast allen Kontinenten.
Vor dem Bürgerhaus konnte man sich sportlich betätigen – zum Beispiel beim Diskgolf, einer Sportart aus Amerika, oder Deftiges verputzen, wie deutsche Bratwürste, Hip-Hoppern (stammt aus den afroamerikanischen Ghettos von New York) und Breakdancern (kreierten afro- und puertoamerikanische Jugendliche in Manhatten und der südlichen Bronx) zuschauen und Nachwuchsbands aus der Region lauschen. Für die Kleinsten gab es ein Karussell oder Minicars und Schminken.
Das Motto „Vielfalt erleben und Spaß haben“ ist aufgegangen, fand Susanne Menzel aus Rangsdorf. „Wir kommen wieder und lassen uns heute Abend das richtige Feuerwerk auch nicht entgehen.“ (Von Heidi Borchert)