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28.08.2012

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Viele Fragen an den Minister

Günter Baaske spricht in Luckenwalde über die Integration behinderter Menschen

LUCKENWALDE - „Hallo Mädels“, begrüßte ein gut gelaunter Günter Baaske (SPD) gestern Vormittag seine Gesprächspartner in Luckenwalde. Auf Einladung der Luckenwalder AG „Barrierefreiheit“ war Brandenburgs Sozialminister ins Haus Sonnenschein gekommen, um dort über die Umsetzung des behindertenpolitischen Maßnahmen-Paketes der Landesregierung zu sprechen.

Die „Mädels“ waren unter anderem Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide, die Landtagsabgeordnete und Senioren- und Behindertenbeauftragte des Landes Brandenburg, Sieglinde Heppener, und Evelin Kierschk (alle SPD), Leiterin des Senioren- und Behindertenbeirates der Stadt.

Statt des beabsichtigten Runden Tisches gab es eine lange Tafel, an der Baaske mit zwei Dutzend Leuten ins Gespräch kam: Mitgliedern der AG „Barrierefreiheit“ und des Vorstandes vom Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt, Leitern von Selbsthilfegruppen sowie betroffenen Behinderten. Baaske warb für die Inklusion, die Einbeziehung behinderter Menschen in nichtbehinderten Bereichen. „Ich finde es nicht gut, dass in den Schulen so viele Angst davor haben. Ich war jahrelang Gehörlosen-Lehrer und kann von studierten Pädagogen erwarten, dass sie sich solchen Voraussetzungen stellen“, sagte Baaske. Er lobte den Maßnahmen-Katalog des Landes, betonte aber: „Wichtig ist, dass es vor Ort Strukturen gibt, in denen es sich gut leben lässt.“ Die Bürgermeisterin ermunterte er, „mit den Stadtverordneten ein kommunales Maßnahmen-Paket zu schnüren“.

Verblüfft war Baaske, als er von den Rollstuhlfahrern Lutz Mikolaschek und Hartmut Schulze erfuhr, dass das Luckenwalder Krankenhaus trotz millionenschwerer, geförderter Sanierung kein einziges vollständig barrierefreies Zimmer einschließlich der geforderten Sanitäranlagen habe.

Marianne Prehm machte darauf aufmerksam, dass die neu angeschafften Busse der Stadtbuslinie völlig ungeeignet für die Belange von Senioren und Behinderten seien. „90 Prozent der Fahrgäste sind Ältere. In den neuen Bussen müssen sie Stufen steigen und Hindernisse überwinden“, sagte sie.

Manfred Neumann von der Parkinson-Gruppe beklagte, dass es in Luckenwalde keinen einzigen niedergelassenen Neurologen gebe. Peter Glief von der Prostatakrebs-Selbsthilfegruppe wünscht sich im Namen der Betroffenen auf öffentlichen Herrentoiletten in Luckenwalde Sanitärbehälter. Klaus Münzberg verwies auf die gefährliche Situation für Radfahrer an der Kreuzung Beelitzer Straße/Haag. „Der Radweg mündet plötzlich in die Fahrbahn, erst jüngst gab es dort einen tödlichen Unfall.“ Baaske bat in diesem Fall, sich an Infrastrukturminister Jörg Vogelsänger zu wenden, andere Fragen nahm er mit. Er lobte das Interesse und Engagement in Luckenwalde und bedankte sich für „diesen bezaubernden Vormittag“. (Von Elinor Wenke)


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