TELTOW - Am Wochenende ist eine ganz besondere Theatergruppe zu Gast in Teltow und Kleinmachnow. Sie besteht aus katholischen Schülern und Studenten aus dem Bistum Dresden-Meißen und wird das Theaterstück „Wende Andritzki“ aufführen. In ihm wird das Ringen Alois Andritzkis, des sorbischen katholischen Priesters und Märtyrers, mit dem Nationalsozialismus dargestellt. In dem Drama geht es um den aufrechten Charakter und die geistige Reife Andritzkis gerade vor dem Widerspruch des damals herrschenden Gedankenguts. Die Ideologie der Nationalsozialisten, die zu jener Zeit auf breite gesellschaftliche Zustimmung stieß, trifft in dem Drama auf die Selbstverständlichkeit des Glaubens, wie sie von Andritzki gelebt und durch seine sorbische Heimat geprägt wurde.
Die jungen Leute aus dem Bistum Dresden-Meißen sind zu Gast in der katholischen Pfarrgemeinde Sanctissima Eucharistia in Teltow und Kleinmachnow. Der Kontakt entstand während des Taizé-Treffens zu Silvester. Das berichtet Christiane Heinen von der Pfarrgemeinde Sanctissima Eucharistia. Die Brandenburger erfuhren, dass der Kaplan Adam R. Prokop, der die Jugendlichen beim Taizé-Treffen begleitete, im vergangenen Jahr das Drama „Wende Andritzki“ geschrieben und mit den Jugendlichen am Vorabend der Seligsprechung Alois Andritzkis am 13. Juni 2011 in Dresden uraufgeführt hatte. Weitere Aufführungen erfolgten anschließend im sorbischen Teil des Bistums Dresden-Meißen. Nun also kommt das Ensemble in das Erzbistum Berlin, um den Priester-Märtyrer und Seligen Andritzki auch hier den Menschen näher zu bringen.
Alois Andritzki wurde 1914 in eine tief religiösen sorbischen Familie geboren. Er studierte Theologie und Philosophie und wurde 1939 zum Priester geweiht. Er erhielt eine Stelle als Kaplan an der Katholischen Hofkirche zu Dresden und war für die Jugendseelsorge zuständig. Sportlich und unkonventionell wie er war, erfreute sich Andritzki vor allem bei den jungen Leuten großer Beliebtheit. Von Anfang an kritisierte er scharf die Verfolgung von Gläubigen sowie verschiedene ideologische Schriften der Nationalsozialisten. Nach mehreren Vorladungen und Verhören wurde Andritzki im Februar 1941 verhaftet und nach dem sogenannten Heimtückegesetz verurteilt. Er kam ins KZ Dachau, wo er im „Pfarrerblock“ eingesperrt wurde. Trotz der harten Bedingungen bemühte sich Andritzki weiter um eine seinem Priestertum entsprechende Lebenshaltung. Mit anderen Priestern bildete er einen Lithurgiekreis. Später erkrankte Andritzki an Typhus. Am 3. Februar 1943 wurde er durch eine Giftspritze ermordet.
Aufführungen: Sonnabend,
1. September, 19 Uhr, Pfarrkirche
Ss. Eucharistia, Ruhlsdorfer Straße 28, Teltow und Sonntag, 2. September,
16 Uhr, Kirche St. Thomas Morus,
Hohe Kiefer 113, Kleinmachnow.
Der Eintritt ist frei. (Von Stephan Laude)
Ein voller Erfolg war der Nuthetaler Handwerkertag am 20. April rund um den Marktplatz „Zum Springbruch“ in Bergholz-Rehbrücke. Das rege Zusammenwirken der Geschäfte, Handwerksbetriebe und all der Helfer rund um die Organisation und das Rahmenprogramm ermöglichte einen bunten Einblick in die Vielfalt des gemeindlichen Lebens.
» weiter