BAD BELZIG - „Rauchverbot? Dann kann ich zumachen!“ Als heute vor fünf Jahren das neue Gesetz in Gaststätten eingeführt wurde, befürchteten viele Betreiber ein Sterben ihrer Lokale. Die Angst, dass Gäste wegbleiben könnten, war überall zu spüren. Inzwischen gehört das Rauchverbot zum Alltag. Nur noch vereinzelt ist in Dorfgasthöfen Tabakgeruch zu riechen.
Die Gastronomen gehen unterschiedlich mit dem Thema um. Die einen haben die Raucher vor die Tür verbannt, andere haben separate Räume eingerichtet.
„Es ist kein Problem mehr. Zwar wurde Anfangs gemosert, aber wir haben es durchgezogen“, sagt Christoph Stübing vom Brücker „Schützenhaus“.
Sabine Borchert, Chefin der „Siedlerstuben“ in Borkwalde, berichtet, dass es zwar zu Beginn den Wunsch von Gästen nach einem Raucherraum gab, aber es inzwischen kein Thema mehr sei. „Wir haben das Vordach verlängert, damit die Raucher nicht im Regen stehen müssen“, erklärt sie.
Auch die Umsätze hätten sich eingependelt. „Wobei der Bierverkauf zurückgegangen ist, dafür wird jetzt häufiger ein Essen geordert“, erklärt die Wirtin. Stübing geht durchaus davon aus, dass anfangs einige Gäste weggeblieben sind. „Dafür sind aber andere gekommen, auch die Umsätze haben sich wieder erholt.“
Beim Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) in Potsdam sieht man die Entwicklung entspannt. „Unsere Beobachtung ist, dass das Rauchverbot sowohl für die Gäste, als auch für die Gastronomen zum Alltag gehört und nicht mehr speziell thematisiert wird oder relevant ist“, sagt Sprecherin Stefanie Huth. „Gastronomen und Gäste haben sich darauf eingestellt.“
Anders sah es bei Gerald Giese aus. Er betreibt in Bad Belzig und Treuenbrietzen Spielhallen. „Wir hatten einen deutlichen Einbruch erlebt. Wer am Automaten spielt, der will häufig dabei auch rauchen“, berichtet der Besitzer.
Jetzt hat er die Räume für Raucher und Nichtraucher aufgeteilt. „Seitdem haben sich die Umsätze wieder stabilisiert, die Kunden sind wiedergekommen“, sagt der Geschäftsmann.
Giese sieht aber das Problem immer noch als gegeben an. „Ich kenne Gaststätten, da wird nach 22 Uhr geraucht, das riecht man noch am nächsten Tag“, schildert er seine Erfahrung. Dagegen lobt er andere, die separate Raucherbereiche geschaffen hätten.
Dazu gehört das „Sonneneck“ in Treuenbrietzen. Hier gibt es sogar unterschiedliche Eingänge für die verschiedenen Bedürfnisse der Kundschaft. Besitzer Andreas Knape hofft, damit eine beinahe richtige Lösung gefunden zu haben. „Grundsätzlich bin ich gegen eine Gängelung“. Ich selbst versuche mir gerade das Rauchen abzugewöhnen, trotzdem sollte jeder selbst entscheiden können“, sagt Knape.
Beschwerden von Gästen, dass Wirte im Fläming das Gesetz nicht einhalten, liegen der Dehoga übrigens nicht vor, wie deren Sprecherin Stefanie Huth auf Anfrage der MAZ sagt. (Von Andreas Koska)
Ein voller Erfolg war der Nuthetaler Handwerkertag am 20. April rund um den Marktplatz „Zum Springbruch“ in Bergholz-Rehbrücke. Das rege Zusammenwirken der Geschäfte, Handwerksbetriebe und all der Helfer rund um die Organisation und das Rahmenprogramm ermöglichte einen bunten Einblick in die Vielfalt des gemeindlichen Lebens.
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