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01.09.2012

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Islandpferd von Jäger erlegt

20 000-Euro-Vierbeiner bei Wildschweinjagd auf der Koppel tödlich getroffen

NEUHOLLLAND - Weil im Liebenwalder Ortsteil Neuholland ein Jäger statt eines Wildschweins ein rotbraunes Islandpony erschossen hat, liegen bei einer 15-jährigen Berlinerin seit Dienstag die Nerven blank. Das Mädchen hatte sich regelmäßig um das gut 20 000 Euro wertvolle Islandpony Hraunar gekümmert.


Jetzt ermittelt die Kriminalopolizei

Das Pferd war auf dem Neuholländer Islandpferdehof „Faxobol“ in Pension und stand wie üblich über Nacht auf der gepachteten Weide neben einem Maisfeld. „Als wir die Pferde morgens reintrieben, blieb Hraunar einfach liegen“, erzählt Julia Steinbjörnsson, die mit ihrem Mann Pferdehof und Zuchtbetrieb betreibt. Die Schussverletzung konnte sie zunächst nicht sehen. „Das Pferd war auf den Einschuss gefallen, erst sind wir von einem Hirnschlag ausgegangen.“ Im Laufe des Vormittags sei der anliegende Jagdpächter mit zwei Jägern auf dem Hof erschienen und habe vom Fehlschuss berichtet. „Der Jäger, der geschossen hat, entschuldigte sich mehrfach und war sehr mitgenommen“, sagt Steinbjörnsson. Es wurde Anzeige erstattet. Die Kriminalpolizei sicherte Überreste vom Blei einer Projektilspitze und ermittelt nun wegen Verstoß gegen das Bundesjagdgesetz sowie das Tierschutzgesetz.

Ob der Jäger das Pony mit einem Wildschwein verwechselte oder ob der Schuss nach Abgabe abgelenkt wurde, sei dem Kreisjagdverband zurzeit nicht bekannt. Der Verbandsvorsitzende Werner Glanzer bestätigte aber, dass der Schütze auf einem Hochsitz saß, um Wildschweine zu erlegen. Wie viele Schüsse abgegeben wurden, wisse er nicht. Grundsätzlich möglich sei die Jagd auf Pferdekoppeln „in Abstimmung mit den Eigentümern und unter Beachtung der notwendigen Vorsicht“. Glanzer gab an, der Schütze sei nicht Mitglied des Kreisjagdverbandes. Der Verbandsvorsitzende wisse deshalb nicht, welche Versicherung nun für den Schaden aufkomme.



Vom Hochsitz aus wurde geschossen

„Der Vorfall wirft ein schlechtes Licht auf die Jägerschaft“, sagt Jäger Carsten Kilper, der regelmäßig zwischen Hammer und Liebenthal jagt. Zwar sei in der Vergangenheit bereits eine Kuh zu Tode gekommen, dennoch dürfe so etwas nicht passieren. „Das wird in der Jagdzeitung ausgewertet“, sagte Kilper.

Erst vergangene Woche war eine Rassekatze in Vehlefanz angeschossen worden. Zwei Gelenke waren von Schrot zertrümmert. (Von Juliane Primus)



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