Suche der Märkischen Allgemeinen:

Suchbegriff eingeben und abschicken
Auswahl der Suchkategorie

Wetter in Brandenburg:

16ºC
Symbol: aktuelles Wetter in Brandenburg

Metamenu:


Sie befinden sich hier:

  1. » Märkische Allgemeine
  2. » Lokales
  3. » Oberhavel
  4. » Lokalnachrichten
03.09.2012

Beitragsfunktionen:

Abfuhr für Neonazis

Demokratisches Bündnis stellt sich Rechtsextremen in Velten entgegen

VELTEN - „Bunte Vielfalt statt brauner Einfalt“ steht unübersehbar auf dem Transparent, das quer über das Veltener Rathausportal gespannt ist. Die örtliche Initiativgruppe gegen Gewalt und Rassismus bereitet damit einen gebührenden Empfang für die etwa 50 Rechtsradikalen, die am Sonnabendabend auf dem Rathausplatz eine Kundgebung abhalten wollen.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite – getrennt durch eine Polizeikette – haben sich gut 150 Gegendemonstranten mit Fahnen und Plakaten eingefunden. Aufgerufen zum Protest hatte das Bündnis „Oberhavel Nazifrei“, dem SPD, Linke, Bündnisgrüne, Piraten, Gewerkschaften und örtliche Initiativgruppen angehören. In ihren Nazis-Raus-Rufen gehen die Ansprachen der Rechtsradikalen unter. Hauptredner ist Sebastian Richter, stellvertretender Bundesvorsitzender der NPD-Nachwuchsorganisation Junge Nationaldemokraten, der bis vor kurzem in Hohen Neuendorf wohnte. Für seinen Auftritt in Velten hat er sich extra ein weißblaues Trikot von „Eintracht“ Oranienburg übergestreift. Eine bewusste Provokation. Als Reaktion darauf, dass die Rechtsradikalen ein für Sonnabend in Velten geplantes Fußballturnier absagen mussten, nachdem der Verfassungsschutz den politischen Hintergrund dieser „Sportveranstaltung“ aufgedeckt hatte (MAZ berichtete).

Unter den Gegendemonstranten war auch Vizeregierungschef Helmuth Markov (Linke), Landtagsvizepräsidentin Gerrit Große und Angelika Krüger-Leißner. „Wir sind uns einig, wir wollen keine Rechtsextremisten, keine Menschenfeindlichkeit“, erklärte die SPD-Bundestagsabgeordnete und forderte ein NPD-Verbot. „Velten ist eine bunte, weltoffene Stadt“, betonte Bürgermeisterin Ines Hübner.

Um 20 Uhr erklärte die Polizei die Neonazi-Kundgebung für beendet. Die Teilnehmer, neben solchen aus Oberhavel auch Angereiste aus Berlin, Brandenburg und Hamburg, hätten sich zu gern unter die Besucher der 6. Veltener Kneipennacht gemischt. Doch daraus wurde nichts. Die Polizei begleitete den Hassparolen grölenden Tross zum Bahnhof. Der Spuk ist vorbei. Viele Veltener haben von all dem nichts mitbekommen, sie feiern weiter unbeschwert ihre lange Nacht der Musik. (Von Ulrich Bergt)


Ihre Meinung ist gefragt!

Die gesamte MAZ-Ausgabe im Archiv