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04.09.2012

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Neonazi macht Rückzieher

Revision der Revision: Daniel Teich muss für 44 Monate hinter Gitter

POTSDAM - Zossens bekanntester Neonazi hat versucht, die Strafe, zu der ihn das Amtsgericht Zossen im November vergangenen Jahres verurteilt hatte, zu mildern. Drei Jahre und acht Monate Gefängnis lautete das Urteil gegen Daniel Teich von damals. Dafür, dass er einen Jugendlichen dazu angestiftet hatte, das Haus der Demokratie in Zossen in Brand zu setzen, dafür, dass er wenige Tage später volksverhetzende Parolen während einer Gedenkveranstaltung für die im KZ ermordeten Juden über den Zossener Marktplatz gebrüllt hatte, dafür, dass er Hakenkreuze und Nazi-Parolen auf Mauern und Gullideckel geschmiert hatte.

Das Verlesen seiner bisherigen Taten und die Aufzählung der dafür verhängten Strafen nahm gestern Nachmittag vor der 7. Kleinen Strafkammer des Landgerichts Potsdam mehr Zeit in Anspruch als die Verhandlung selbst.

„Was ist denn das Ziel der Berufung?“, wollte der Vorsitzende Richter Gerlach von Teichs Anwalt Matthias Schöneburg wissen. Eine mildere Strafe, war die Antwort. Sein Mandant habe sich aus dem Milieu zurückgezogen, und er sei doch im Zossener Prozess geständig gewesen.

Aber diesen Zahn zog ihm Richter Gerlach sofort: „Also auf die zwei Jahre, die hier angepeilt werden, wird es sicherlich nicht zulaufen angesichts der vielen belegten Einzeltaten.“ Staatsanwalt Thomas Jaschke sekundierte: Die Anstiftung zur Brandstiftung habe der Angeklagte zwar gestanden, nicht aber die Störung der Gedenkveranstaltung.

Auch Teichs Behauptung, er habe seit zwei Jahren keinen Alkohol mehr zu sich genommen und in dieser Zeit sich politisch total zurückgezogen, wollte Jaschke nicht gelten lassen und zitierte aus Teichs Schlusswort vor dem Zossener Amtsgericht. Dort hatte sich Teich selbst als überzeugter Nationalsozialist bezeichnet.

Als dann noch der Richter am Landgericht feststellte, dass das Amtsgericht Zossen bei dem Gesamtstrafenbeschluss dem Angeklagten zu viel „Rabatt“ bei der Strafbemessung gegeben hatte, zogen Teich und sein Anwalt den Revisionsantrag zurück.

Jörg Wanke, Sprecher der Bürgerinitiative „Zossen zeigt Gesicht“, war zufrieden mit dem Ausgang der Verhandlung, die er beobachtet hatte. Der Versuch Teichs, sich aus der Affäre zu ziehen, indem er sich zunächst als geläutert zu präsentieren versuchte, sei gescheitert, so Wanke. (Von Hartmut F. Reck)


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