Das Bündnis „Potsdam nazifrei“ hat zur Blockade eines geplanten NPD-Aufmarsches am 15. September aufgerufen. In anderen Städten wie Neuruppin, Brandenburg an der Havel und Wittstock sei dies mit friedlichen Protesten gelungen, erklärte das Bündnis jetzt in Potsdam. „Das soll in der Landeshauptstadt nicht anders sein.“ Ziel des Bündnisses sei, ein klares Zeichen gegen jede Art von Rassismus und Faschismus zu setzen, hieß es.
Auch die Stadt Potsdam setzt ein Zeichen des Protests gegen die rechtsextreme Partei. Die Stadt feiert am gleichen Tag rund um den Hauptbahnhof ihr jährliches „Fest der Toleranz“. Das fünfte Toleranz-Fest der Stadt steht unter dem Titel „Vielfalt leben“ und soll um 11 Uhr von Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) eröffnet werden. Danach treten mehrere Bands und Vereine aus Potsdam und Umgebung auf.
Auf dem Fest will sich auch das Bündnis versammeln, „um dem Aufmarsch der Rechtsradikalen kreativ und friedlich entgegenzutreten“. Sprecher des Bündnisses „Potsdam nazifrei“ sind der evangelische Stadtkirchenpfarrer Simon Kuntze und Anne Pichler, Geschäftsführerin des Potsdamer Stadtsportbundes.
Wie breit der Protest gegen den NPD-Aufmarsch ist, zeigt ein Blick darauf, wer den Aufruf des Bündnisses unterstützt. Mehr als 400 Menschen und Institutionen haben den Aufruf bereits unterzeichnet. Darunter auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD), mehrere Minister und Landtagsabgeordnete sowie Vertreter von Parteien, Gewerkschaften, Kirchen, Diakonie, Universitäten, Forschungs- und Kultureinrichtungen. Zu den Unterzeichnern des Aufrufs gegen die NPD gehören auch der Fußballclub SV Babelsberg 03, Universitätspräsident Oliver Günther und der Präsident der Potsdamer Industrie- und Handelskammer, Victor Stimming.
Die NPD hat für den 15. September eine Demonstration unter dem Motto „Wir arbeiten – Brüssel kassiert. Raus aus dem Euro“ in Potsdam angemeldet. (epd)