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13.09.2012

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Es wird wieder lauter

Die Artillerie kehrt mit der Panzerhaubitze 2000 nach Altengrabow zurück / Immer mehr Infanterie übt

ALTENGRABOW - „Derzeit ist es relativ ruhig auf dem Platz. Selbst die Anflüge der ersten Transalls waren bei uns nicht zu hören“, berichtet Dretzens Ortsvorsteherin Janett Gobel. Doch die Geräuschkulisse auf dem benachbarten Truppenübungsplatz Altengrabow soll sich bald ändern.

Denn das über 100 Jahre alte Manövergelände an der Grenze von Brandenburg zu Sachsen-Anhalt wurde zum Ausweichschießplatz für die letzten vier Panzerartilleriebatallione der Bundeswehr erklärt. „Wenn die außerhalb ihrer Heimatstandorte üben wollen, kann das in Altengrabow sein“, erklärte Platzkommandant Olaf Langkawel in dieser Woche Kommunalpolitikern aus den Anrainergemeinden bei einem Nachbarschaftstreffen.

Die ersten Verbände haben sich für März 2013 angekündigt. Im Gepäck die Panzerhaubitze 2000 – das 155-Millimeter-Standardgeschütz der Artillerietruppe. Danach wird das auf einem gepanzerten Kettenfahrzeug montierte Rohrwaffensystem öfter in Altengrabow zum Böllern kommen. Davon jedenfalls geht Platzkommandant Langkawel aus. Die bis jetzt gebuchten vier bis sechs Wochen Übungszeit reichen für ein wirtschaftliches Betreiben des Platzes nämlich nicht aus. Nato-Partner sollen die Belegungszeiten füllen. Möglicherweise auch Luftlandeeinheiten, die mit leichtem Gerät, wie dem Spähpanzer Wiesel auf dem Platz landen und üben.

Die Bürgermeister der Anrainergemeinden nehmen die Ankündigung der Bundeswehr mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits ist die Verbundenheit mit dem Militär besonders auf anhaltinischer Seite groß. Andererseits geht es um die Frage, wie Geschützverbände nach Altengrabow kommen. Für die Sanierung der Eisenbahnlinie von Loburg müsste der Bund als Alleinnutzer rund 15 Millionen Euro in die Hand nehmen. Deshalb wird ernsthaft über Transporte ab Burg auf der Straße nachgedacht. Für Möckerns Bürgermeister Frank von Holly geht das nur, wenn der Bund sich in die Ertüchtigung der Straßen einbringt: „Auch das ist schließlich nicht für 5,50 Euro zu machen.“ Problem: Ob künftige Gäste, wie die Niederländer, sich in Burg auf eine kostspielige Verladung ihrer Container auf die Straße einlassen, ist fraglich. So sind noch viele Details unklar. Wie die Suche nach einer Außenfeuerstellung für die Panzerhaubitze 2000. Denn die kann so weit schießen, dass es auf dem Übungsplatz gefährlich eng werden kann.

Im Moment hat in Altengrabow die Infanterie das Sagen. Geschossen wird ausschließlich mit Handwaffen. Die Belegungszahlen sind explodiert. Im September 2012 ist die Zahl der so genannten Manntage doppelt so hoch wie im ganzen vergangenen Jahr. Daran haben auch Spezial- und Polizeikräfte sowie Bundeswehreinheiten ihren Anteil, die sich auf einen Auslandseinsatz vorbereiten.

Altengrabow bildet mit den Übungsplätzen in Lehnin und Klietz einen Verbund, was übergreifende Manöver zur Folge hat. Noch in diesem Jahr steht die Übung „Schneller Adler“ an. Für das Frühjahr hat sich die Deutsch-Französische Brigade eingemietet.

Trotz der gesicherten Aussichten für den Übungsplatz leidet Platzkommandant Langkawel unter hausgemachten Problemen der Bundeswehr. Zwar soll die Zahl der Dienstposten gegen den Trend von 108 um 20 Leute aufgestockt werden, doch mit Neueinstellungen tut sich das Militär äußerst schwer. Der Einstellungsstopp schränkt insbesondere die Platzfeuerwehr ein. Die besteht aus 23 Mann, zehn weitere werden gebraucht. Es gibt qualifizierte Bewerber, doch Einstellungen von außen sind so gut wie tabu. (Von Frank Bürstenbinder)


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