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15.09.2012

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WAS MACHE ICH HEUTE?: Farbe bekennen

Jann Jakobs wünscht sich mehr Zeit für die Familie und Gelassenheit wie in Amerika

Dieser Samstag wird ein besonderer Samstag – vor allem, weil ich mir am Morgen die Zeit nehmen werde, mit meiner Familie früh, aber ausgiebig zu frühstücken. Natürlich ist das auch ein besonderer Samstag aus einem anderen Grunde, aber dazu später mehr. Im Laufe der Woche sind die Gelegenheiten zu Gesprächen mit meiner Frau Christine und unserer Tochter Karen, die noch bei uns wohnt, ja eher rar gesät. Das ist wenigstens an einem Tag des Wochenendes etwas anders. Dann kommt auch noch unser Sohn Hanno zu Besuch, und ich bekoche die Familie. An diesem Samstagfrüh heißt es aber für mich erst einmal: Brötchen holen, Frühstück vorbereiten und eindecken. Für unsere Hündin Luzie fällt dann meist auch etwas ab. Als Hundebesitzer darf man das eigentlich nicht zugeben, aber das ist unsere kleine Schwäche. Ich genieße aber die gemeinsame Zeit mit allen. Seitdem unsere Tochter von ihrem Studienaufenthalt in den USA zurückgekehrt ist, ist mir das besonders wichtig.

Ich war ja im Frühjahr selbst mit meiner Frau in Kalifornien. Die Weite des Landes finde ich faszinierend. Ich war auch beeindruckt, mit welcher Gelassenheit die Amerikaner mit Problemen umgehen. Stichwort: „Easy going“. Ein bisschen von dieser Gelassenheit wünsche ich mir auch für diesen Samstag. Um kurz vor 11 Uhr radle ich von der russischen Kolonie Alexandrowka zur Wiese am Hauptbahnhof, um das 5. Fest für Toleranz zu eröffnen. Hoffentlich kommen viele Potsdamerinnen und Potsdamer. Ich freue mich auf ein buntes, kreatives Treffen. Schön, dass es gelungen ist, diese Veranstaltung mit dem Bündnis „Potsdam bekennt Farbe“ und so vielen Mitstreitern auf die Beine zu stellen. Dank an alle!

Es ist ein Zeichen an den gleichzeitig stattfindenden NPD-Aufmarsch, dass wir keine Rechtsextremen in Potsdam dulden! Die Landeshauptstadt ist eine tolerante Stadt, in der Menschen verschiedener Kulturen friedlich zusammenleben. In den 20 Jahren nach der Wende haben wir eine Bürgergesellschaft geschaffen, die Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und rechte Gewalt nicht duldet. Das lassen wir uns von der NPD nicht kaputtmachen. Es ist zu hoffen, dass der braune Spuk möglichst rasch und ohne Nachwirkungen vorübergeht. Sollte das gelingen, kann ich mich am Abend meiner Leidenschaft Fußball widmen und in der Sportschau den Bundesliga-Spieltag nacherleben.

Der Tag klingt aus mit der Familie. Wir sind zu einem Gartenfest eingeladen. Ein Ausklang mit Genuss – und hoffentlich mit dem Gefühl, dass die NPD in Potsdam niemals Fuß fassen wird.

Der Sozialdemokrat Jann Jakobs (58) ist seit 2002 Oberbürgermeister der Landeshauptstadt.


Ihre Meinung ist gefragt!

In diesem Forum gibt es 2 Einträge

» Rainererich | 15.09.2012, 12:39

Jann Jakobs wünscht sich mehr Zeit für die Familie


Das wünsche ich ihm auch. Und ferner wünsche ich mir einen anderen Oberbürgermeister. Einen, der zusammenführt und nicht spaltet. Einen, der ein offenes Ohr hat für alle, nicht nur für die Schönen und Reichen, einen, der mit Fingerspitzengefühl die besondere Situation in Potsdam betrachtet und der seinen Job so macht, das sich a l l e in Potsdam wohlfühlen. Kurzum, ich wünsche mir, dass Jann Jacobs abgewählt und durch einen geeigneteren Kandidaten ersetzt wird.

» JoZeller | 15.09.2012, 22:50

Potsdam bekennt Farbe


Lieber Jan,
seit Du von Spandau als Jugenddezernent nach Potsdam kamst und uns damals in Bornstedt beistandest, um hier gegen Fremdenhaß und für engagierte Jugendarbeit einzutreten, seither darf ich Dich DUZEN!!!
Welch herrlicher, herzerfrischender Artikel und wie schön, das in Potsdam so erfolgreich FARBE BEKANNT WURDE!!!
Was für eine schöne und gute Woche: Am Montag die Ausstellungseröffnung im Stadthaus zu den Bürgerhäusern und -initiativen & am Samstag dieser herrliche, überwältigende Erfolg im Engagement gegen Rechts und die NPD! Wir besuchten am Nachmittag auch noch den Kutschstall und die Hasso-Plattner-Kollektion, sahen im Hof den Jahrhundertschritt, das deutsche Dilemma von Rot-Front & Heil Adolf - mit hohem Interesse blätterte ich im Gästebuch & schloß mich der Meinung an, die bedauerte, daß die Kunsthalle (voraussichtlich???) nicht in das Stadtzentrum, an Stelle des blöden, unpassenden Hotelklopses kommen kann - wir zugleich aber Potsdam bejubeln dürfen, daß sie u.a. solch einen Mäzen an ihrer Seite hat!

Offen muß ich eingestehen, heute endlich wieder wirklich froh & stolz sein zu können, mich als (zugezogener oder zugelaufener) Potsdamer bezeichnen zu können! Viele Streitereien, vieles Gezänk um zurückliegende Themen (Garnisonskirche, Pflastersteine etc.) bleiben zurück und Dein fröhliches Bekenntnis zur Vereinbarkeit von Familie und politischem Engagement bleibt!

Mein Frau und ich wollen Dir dafür herzlich DANKE sagen - weiter so & sucht weiter der STADT BESTES!!!
Mit herzlichem Gruß
Dein Joachim Zeller

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