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17.09.2012

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2500 gegen 81

Neonazis bleiben am Hauptbahnhof stecken / Gegendemonstranten blockieren über Stunden Lange Brücke

POTSDAM - Um 16.10 Uhr hatte der braune Spuk am Sonnabend nach mehr als vier Stunden ein Ende. Begleitet von Bereitschaftspolizisten fuhren 81 Rechtsextreme mit der S-Bahn wieder in Richtung Berlin. Zuvor hatten die NPD-Anhänger noch mit einer Sitzblockade auf dem Bahnsteig kurz für Unruhe gesorgt. Doch ihr eigentliches Ziel, mit rechten Parolen durch die Potsdamer Innenstadt zu marschieren, wurde vereitelt.

Mehr als 2500 Bürger stellten sich den Neonazis erfolgreich in den Weg. Rund 2000 Beamte aus mehreren Bundesländern waren im Einsatz, davon 1500 Bereitschaftspolizisten. Um 12 Uhr wollte die NPD vom Hauptbahnhof durch die Innenstadt auf den Luisenplatz ziehen. Während die Zahl der Rechtsextremen an der Tramhaltestelle des Südeingangs – ihrem Demo-Sammelpunkt – überschaubar blieb, strömten immer mehr Potsdamer zum „Fest der Toleranz“ auf den Wiesen am nördlichen Eingang.

Von dort bewegten sich die Neonazi-Gegner, darunter Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD), der Linke-Landtagsabgeordnete Hans-Jürgen Scharfenberg und Stadtverordnete, zur Langen Brücke, wo der größte Protest stattfand. Mit Plakaten wie „Kein Sex mit Nazis“ oder „Nazis verkrümelt euch – ihr geht uns auf den Keks“ kamen die Teilnehmer. Die Polizei genehmigte für 90 Minuten die spontan angemeldete Versammlung. Als die Zeit abgelaufen war, forderten die Beamten die Neonazi-Gegner auf, die Brücke zu verlassen. Tatsächlich hatten sich die Reihen ein wenig gelichtet, waren Potsdamer wieder zum Toleranzfest gegangen, um sich mit Bratwurst, Eis oder Bier zu stärken. „Es ist noch nicht vorbei“, forderte Jakobs die Gäste auf, wieder auf die Brücke zu gehen. Weitere Protestzüge kamen aus Babelsberg, auch in der Friedrich-Engels-Straße hatte man sich darauf vorbereitet, Neonazis nicht durchzulassen. Von einer Räumung der Langen Brücke sah die Polizei ab.

Immer mal wieder bahnten sich verwirrt wirkende Reisende mit Koffern ihren Weg durch den bunten Haufen der Demonstranten auf der Langen Brücke, gingen zu Fuß in die Innenstadt. Ab etwa 10.30 Uhr hatte der Verkehrsbetrieb Potsdam (Vip) Tram- und Busverkehr zum Hauptbahnhof eingestellt. Die verhinderten Fahrgäste, umfassend von Vip-Mitarbeitern informiert, reagierten jedoch gelassen.

„Möglicherweise hat sich das Mobilisierungspotenzial der NPD erschöpft“, erklärte Ingo Decker, Sprecher des Innenministeriums, die vergleichsweise geringe Zahl Rechtsgesinnter. In Wittstock, Cottbus, Brandenburg/Havel, Frankfurt (Oder) hatte die NPD in diesem Jahr zu Demos aufgerufen und nie mehr als 200 Anhänger motivieren können. Vielleicht fuhren Südbrandenburger Neonazis auch zum NPD-Aufmarsch nach Dresden, der ebenfalls am Sonnabend stattfand. Die Rechtsradikalen im Land seien nicht so stark, „wie sie scheinen möchten“, so Decker. Die Brandenburger NPD zählt etwa 350 Mitglieder. (Von Ricarda Nowak)


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In diesem Forum gibt es 1 Eintrag

» Puffer | 17.09.2012, 22:21

wer hat gewonnen ??


> Als die Zeit abgelaufen war, forderten die Beamten die Neonazi-Gegner auf, die Brücke zu verlassen. Tatsächlich hatten sich die Reihen ein wenig gelichtet, waren Potsdamer wieder zum Toleranzfest gegangen, um sich mit Bratwurst, Eis oder Bier zu stärken. „Es ist noch nicht vorbei“, forderte Jakobs die Gäste auf, wieder auf die Brücke zu gehen.<
Hat Herr Jacobs also gegen die Gesetze verstoßen ? Wenn ich das richtig verstehe, hat er zu unangemeldeten Protesten aufgerufen. Die Selbe Situation wie bei den ersten "Montagsdemos" gegen Agenda 2010 vor 8 Jahren. Damals versammelten sich nach der Demo einige Laute und maschierten zur SPD. Die Polizei wartete schon...
Wer zu dieser Aktion "aufgerufen" hat, ließ sich nicht ermitteln. Schade für die Kollegen der Polizei, und Herrn Jacobs, der mit Konsequenzen drohte. >Wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steine schmeißen< heißt es doch so schön.
Und wer hat nu gewonnen ?
Wir kamen uns als Verlierer vor, wenn Medien unsere Forderungen Verdreht haben, oder später dann gar nicht mehr berichteten. [Kompliment dabei an vielen regolären Maz-Redaktionen wie Jüterbog, Zossen und andere, bei denen die Demos gegen Sozialabbau nicht nacht kurzer Zeit wieder untergingen.] Doch im Vergleich zu uns wird über die Rechten ständig im Großformat berichtet, und immer ein großer Aufwand betrieben, irgendwie im Mittelpunkt zu stehen. Dazu noch der Großaufwand für die Polizei, Sperrungen ectr.
Vlt. solte man beim nächsten mal alles ignorieren. Keine Medien, keine Zuschauer, kein Aufwand. Statt Gegendemo ein Aufruf zu Hause zu bleiben. Und anstelle Berichte über solche Kundgebung einfach nur einige lustigen Witze als Gespött.
Denn könne man nochmals darüber nachdenken wer gewonnen hat.

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