Die Erleichterung ist ihr anzusehen. Mit einem Lachen steht Magdolna Grasnick vor der katholischen Propsteikirche St. Peter und Paul am Bassinplatz. Monatelang hat Potsdams Beauftragte für Integration den Start der Interkulturellen Woche geplant. Vor wenigen Minuten ist der Gottesdienst in der Kirche zu Ende gegangen. Damit ist die offizielle Eröffnung des Fests geschafft. Jetzt darf Grasnick ein wenig feiern.
„Ich bin wirklich froh über den Auftakt“, sagt sie und lacht. Alles hätte super geklappt. „Vor allem wie alle zusammengearbeitet haben, war toll.“ Die Toleranzwoche sei ein Beleg dafür, wie gut die Vereine und Institutionen in Potsdamer miteinander auskommen. Grasnick freut sich nun auf spannende Tage. Besonders interessieren sie die Diskussionen, bei denen es auch um kritische Themen geht. Etwa am kommenden Donnerstag. Dann lädt die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit dazu ein, um über die Unterschiede von Toleranz und Ignoranz zu sprechen.
Bevor in der Kirche der Segen von ganz oben für die Interkulturelle Woche gesprochen war, wurde rund um die St.-Peter-und-Paul-Kirche bereits gefeiert. Nachwuchstänzer der Flamencogruppe „Ninas y Flores“ legten auf der Brandenburger Straße eine Tanzeinlage hin. Ein Teil der Straße war für das Fest abgesperrt worden. Auf der Bühne direkt vor der Kirche sangen mal der Chor der Jüdischen Gemeinde oder Kinder der Schule für Künste den Besuchern ein Ständchen.
War die Brandenburger Straße vor dem Gottesdienst am späten Nachmittag gut besucht, so war sie während der Messe fast wie ausgestorben. Ein paar kleine Grüppchen standen herum. Auch sie warteten auf die Festgemeinschaft, die noch in der Kirche saß. Als dort das letzte Gebet der Geistlichen gesprochen war, öffneten sich Peter und Pauls Türen und läuteten die Toleranz-Woche endgültig ein.
Das gesamte Programm zur Interkulturellen Woche gibt es im Internet unter www.potsdam.de. (Von Christian Meyer)